13 Januar 2021 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1971-01-13

MEHR GELD FÜR TERRORISTEN

Stockholm — In dem Rechnungsjahr 1971/72 wird die schwedische Regierung ihre Hilfe an Terroristenorganisationen in Afrika verdoppeln. Das geht aus dem Haushaltsplan hervor, der am Dienstag von der Regierung vorgelegt worden ist. Diese Hilfe an die sogenannten afrikanischen Befreiungsbewegungen erfolgt, obwohl das neue Budget als „einschränkend“ und das „strikteste der Nachkriegszeit“ bezeichnet worden ist.

Die schwedische Entwicklungshilfe in dem kommenden Geschäftsjahr steigt auf eine Milliarde Kronen (140 Millionen Rand). Eingeschlossen darin sind zehn Millionen Kronen für Fidel Castros Kuba.

Die finanzielle Hilfe an die Terroristenorganisationen auf dem afrikanischen Kontinent steigt in dem neuen Geschäftsjahr auf acht Millionen Kronen, was etwa 1,12 Millionen Rand entspricht. Außerdem werden weitere zwei Millionen Kronen für „die Opfer der Apartheid“ bereitgestellt.

Die Hilfe an Entwicklungsländer wurde um 25 Prozent auf eine Milliarde Kronen erhöht. Die Entwicklungshilfe an Äthiopien, Indien und Pakistan wurde gekürzt, während Tunesien, Kenia, Tansania und Sambia mehr erhalten. Nordvietnam bekommt insgesamt 3½ Millionen Rand von der schwedischen Regierung.

VERWORRENE LAGE IN JORDANIEN

Amman — Während von Panzern unterstützte jordanische Einheiten im Norden Jordaniens palästinische Guerillas angreifen und in Amman ebenfalls weiter geschossen wird, unterzeichneten Vertreter der Armee und der Gueril­las einen neuen Waffenstillstand. Wer trotzdem weiterkämpfe, werde als Verräter betrachtet. Niemand scheint sich jedoch an die Bedingungen zu halten, da weder in Amman noch im Norden des Landes die Kämpfe eingestellt wurden. Der Vorsitzende des arabischen Komitees, das sich mit dem Frieden in Jordanien befasst, Bahi Ladgham, ist von Kairo nach London geflogen, um dort mit König Hussein die Lage zu besprechen. Der König von Jordanien befindet sich zur Untersuchung in einem Krankenhaus.

NEUER AUSTRAGUNGSMODUS BEI DER WM‘74

Athen — Die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland wird nach einem neuen Austragungsmodus entschieden. Das beschloss das Organisationskomitee des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) in Athen auf seiner Sitzung einstimmig. Wie bisher werden 16 Mannschaften der Endrunde teilnehmen, die in vier Gruppen die Vorrunde ausspielen. In der Zwischenrunde kommt es aber nicht mehr zum bisherigen K.-o.-System. Die acht besten Mannschaften werden erneut in je zwei Vierer-Gruppen eingeteilt, deren Tabellenerste das Endspiel bestreiten werden.

KEIN FRIEDEN OHNE KONZESSION ISRAELS

Washington — In Washington werden erhebliche territoriale Konzessionen Israels als einzige Möglichkeit für eine friedliche Regelung des Nahostkonflikts betrachtet. Eine Friedenslösung ohne die Preisgabe einiger seit dem Junikrieg 1967 besetzten Gebiete ist nach dieser Auffassung nicht denkbar. Nach absolut zuverlässigen Informationen ist Washington allerdings bereit, Israel bei der fortdauernden Besetzung von drei strategisch wichtigen Punkten diplomatisch zu unterstützen: die Golanhöhen an der syrischen Grenze, die jordanische Hälfte Jerusalems sowie einige problematische Gebiete am Westufer des Jordans. Dies würde praktisch den Abzug der Israelis aus der Sinai-Halbinsel bedeuten.

ENGLAND IST OPTIMISTISCH

Singapur — Morgen beginnt in Singapur die Commonwealth Konferenz. Der Nervenkrieg um die britische Absicht, maritime Verteidigungswaffen an Südafrika zu verkaufen, ist in vollem Gang. Verschiedene Führer von Commonwealthländern haben drohende oder beschwichtigende Erklärungen abgegeben. Verschiedene Commonwealthländer wünschen, dass der Debatte über die Waffenverkäufe an Südafrika Priorität gegeben wird. Die Tagesordnung wird heute von Beamten der 31 teilnehmenden Länder entworfen. Die meisten afrikanischen Länder fordern, dass die Waffenverkäufe an der Spitze der Tagesordnung stehen sollen und ausführlich debattiert werden. Trotz der Kontroverse zwischen England und den meisten Commonwealthländern ist man in britischen Kreisen zuversichtlich und glaubt, dass eine tödliche Commonwealth Krise vermieden werden könne.

COMMONWEALTH IM KONFLIKT

Singapur - Sambias Präsident Kenneth Kaunda hat eine Liste mit sechs Vergeltungsmaßnahmen angefertigt, die angewendet werden könnten, falls Britannien seine Waffenlieferungen an Südafrika wieder aufnehmen sollte. Diese Liste soll unter den afrikanischen Delegationen bei der Konferenz der Commonwealth Premiers in Singapur nach der Ankunft Kaundas im Laufe des heutigen Mittwochs verbreitet werden. Die Konferenz beginnt morgen und wird voraussichtlich bis Mittwoch dauern.

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