25 August 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-08-25

RÜCKSTAND IM RINDERSEXPORT VERGRÖSSERT

Windhoek - Die Südwester Rinderfarmer müssen in dieser Woche wieder einmal einen schweren Rückschlag hinnehmen. Der Eisenbahnbetriebsleiter in Südwestafrika kündigte am Montag an, dass sämtliche Rindertransporte von Mittwoch bis Samstag dieser Woche kurzfristig abgesagt werden müssen. Als Grund dafür werden die außergewöhnlich großen Rindertransporte in anderen Teilen der Republik and eine Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs infolge einer Zugentgleisung bei Malan in der westlichen Kapprovinz angegeben. Aus diesen Gründen hat die Lieferung von Viehwaggons nach Südwestafrika während der vergangenen paar Tage erheblich abgenommenen.

ILLEGALE AUTOIMPORTE UNTERSUCHT

Durban — Die südafrikanische Polizei und verschiedene Regierungsdepartements untersuchen gegenwärtig den mutmaßlichen illegalen Import von verschiedenen teuren amerikanischen Autos durch den Durbaner Hafen. Diese Modelle sollen zu unglaublich niedrigen Kosten für einflussreiche weiße und nichtweiße Käufer in verschiedenen südafrikanischen Städten importiert worden sein. In Pretoria fanden am Montag Verhandlungen über diese illegalen Importe statt. Vorerst musste festgestellt werden, ob dieser Verstoß gegen die Einfuhrkontrollen bereits in den USA oder in Südafrika begangen worden ist. Bei den importierten Automodellen handelt es sich um Typen, die nur mit einer Sondergenehmigung eingeführt werden dürfen. Diese sonst sehr kostspieligen amerikanischen Wagon sollen zu Preisen von unter 2 000 Rand eingeführt worden sein.

INDUSTRIEPOTENTIAL UNTER DER LUPE

Pretoria — Aufsichtsratsmitglieder des südafrikanischen allgemeinen Warentestbüros unternehmen in dieser Woche eine ausgedehnte Reise durch Südwestafrika, um sich an Ort und Stelle über die Entwicklung der Industrie zu orientieren. Gleichzeitig wird der Aufsichtsrat seine zweite Konferenz in Südwestafrika abhalten. Die erste fand vor vier Jahren in SWA statt.

Am Freitag besuchten die Mitglieder des Warentestbüro-Aufsichtsrates die Fleischkonservenfabrik in Otavi. Am Montag besichtigten sie das Tsumeber Bergbauunternehmen der Tsumeb Corporation. An demselben Tag flogen sie nach Walvis Bay weiter, um die dort ansässigen Fischfabriken zu inspizieren. Am heutigen Dienstag halten sie sich in Lüderitzbucht auf und fliegen anschließend nach Windhoek. In der Landeshauptstadt werden sie am Donnerstag verschiedene Industriebetriebe besichtigen. Am Freitag kehren sie nach Pretoria zurück.

DÄNISCHER AUSSENMINISTER BEGRÜSST VERTRAG

Kopenhagen - Der dänische Außenminister Paul Hartling hat in Kopenhagen den westdeutsch-sowjetischen Vertrag von Moskau begrüßt und eine Losung der Berlin-Frage gefordert. Vor der Jahreskonferenz dänischer Diplomaten erklärte Hartling: „Damit wir auf dem Wege zu einer stabilen europäischen Lösung weiterkommen können, muss ein positiver Wille vorhanden sein, die Probleme Berlins zu meistern. Man muss den Anfang dazu machen, die Mauer abzubrechen.“

DIE „FRANKFURTER ALLGEMEINE“ BERICHTETE

Frankfurt — Unter der Überschrift „Flüchtling berichtet von Grausamkeiten“ meldet die renommierte deutsche Zeitung „Frankfurter Allgemeine“ aus Addis Abeba:
Ein Flüchtling aus Namibia, dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, hat am Samstag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba vor einer Abordnung der UN-Menschenrechtskommission in einer Anhörung berichtet, in Gefängnissen seines Landes würden Kinder und Jugendliche unmenschlich behandelt. Gefängnisarbeit für Kinder sei in seinem Lande weit verbreitet, sagte William Nalulu. Jungen von 13 und 14 Jahren würden unter unmenschlichen Schlägen zu zehn und mehr Stunden Arbeit täglich angetrieben. In der Hauptstadt Windhuk würden Gefangene, behauptete der Flüchtling, in unterirdischen Käfigen gehalten, die „keine Ähnlichkeit mit Gefängniszellen“ hätten. Es wurden auch andere Zeugen gehört. Sie sprachen von brutaler Behandlung von politischen Gefangenen und festgenommenen Freiheitskämpfern in Südafrika. Das UN-Gremium ist gegenwärtig auf einer Reise durch sechs afrikanische Lander.

DEUTSCHES DEMENTI

Bonn — Die bundesdeutsche Regierung dementierte gestern einen Kommentar des „Kölner Stadtanzeigers“, in dem behauptet worden war, Bonn habe sich verpflichtet, südafrikanische Befreiungsbewegungen zu unterstützen. Ein Sprecher des Bundesaußenministeriums erklärte in diesem Zusammenhang; „Wir unterstützen das Recht von Nationen, auch In Afrika, auf Selbstbestimmung. Wir verurteilen Rassismus und Kolonialismus.“ In der Erklärung heißt es weiter: „Es ist nicht Sache der Bundesregierung, einzelnen Befreiungsbewegungen aktive Unterstützung zu geben und sich so in die inneren Angelegenheiten von Nationen einzumischen.“

Die Kölner Zeitung stellte ihre Behauptung im Rahmen eines Artikels über die delikate Mission des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Heinz Kühn, eines Brandt-Vertrauten, in Lusaka auf, Kühn traf während des letzten Wochenendes in Sambia mit einer persönlichen Botschaft des deutschen Bundeskanzlers über die Beteiligung deutscher Firmen am Bau des Cabora-Bassa-Projekts ein. Wie es heißt, fühlt sich die Bundesregierung an die Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit dem Bau des Projekts vor drei Jahren eingegangen sind, gebunden.

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