10 Mai 2021 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1971-05-10

EIN „COUP DE MAIN“

Lourenço Marques — Portugiesische Behörden bezeichneten das spurlose Verschwinden der 23-köpfigen Besatzung des portugiesischen Munitionsfrachters „Angoche“, der während der vergangenen Woche brennend und führerlos von einem panamaischen Tanker gesichtet worden war als einen „coup de main“, was so viel bedeutet, als dass der Frachter plötzlich überfallen and überwältigt worden sei. Von der verschwundenen Besatzung fehlt nach wie vor noch jegliche Spur, doch wird in offiziellen Kreisen die Meinung vertreten, dass die Besatzungsmitglieder nach Tansania entführt worden seien.

Gegenwärtig werden gründliche Untersuchungen an Bord der „Angoche“, die inzwischen in Lourenço Marques eingelaufen ist, fortgesetzt. Ein umfangreiches Kommuniqué soll veröffentlicht werden, sobald nähere Einzelheiten bekannt sein werden.

30 JAHRE GEFÄNGNIS

Berlin — Rudolf Hess begeht heute ein trauriges Jubiläum. Er blickt auf eine 30-jährige Gefangenschaft im Spandauer Kriegsverbrecher-Gefängnis zurück. Seit 1966 ist er der einzige Insasse des für 600 Männer gebauten Gefängnisses. Die bundesdeutsche Regierung zahlt jährlich über 140 000 Rand zur Unterhaltung des Gefängnisses sowie die zusätzlichen Kosten für die Wachmannschaften. Hess ist ein gebrochener alter Mann, der mit verschiedenen Krankheiten zu kämpfen hat. Seine Entlassung wurde von den Siegermächten abgelehnt.

„ELEMENTE DES VÖLKERMORDS“ IN SWA

New York — Die jüngste Ausgabe der UNO-Zeit-schrift „Objective: Justice“ enthält wieder mehrere Hetzartikel gegen Süd- and Südwestafrika. Beispielsweise wird behauptet, dass die „gewaltsame Verlegung von Afrikanern von ihren angestammten Ländern in Namibia Elemente des Völkermords enthält“. Dies berichten „Experten auf dem Gebiet der Menschenrechte“. Über Südwestafrika heißt es weiter: „Es wird berichtet, dass schwarze Menschen manchmal ohne Gerichtsverfahren ausgelöscht (exterminated) werden.“ Weiter heißt es unter anderem: „Die Säuberung des Caprivizipfels beinhaltet Elemente des Völkermordes.“ Ferner wird behauptet, dass die Gerichtsverfahren gegen „Freiheitskämpfer“, „auch wenn sie in Windhoek stattfinden“, illegal seien. Gefangene „Freiheitskämpfer“ würden nicht in Übereinstimmung mit der Genfer Konvention behandelt.

„MARINER“-SONDE STÜRZT IN DEN ATLANTIK

Kap Kennedy — Als „einen vernichtenden Schlag für das amerikanische unbemannte Raumfahrtprogramm“ werteten Beobachter gestern den misslungenen Start einer am Samstagabend lancierten unbemannten Raumsonde des Typs „Mariner“, die kurz nach dem Abschuss von Kap Kennedy von der Einschussbahn um die Erde abkam und anschließend in den Atlantik stürzte. Nach Angaben eines Sprechers des Raumfahrtzentrums von Kap Kennedy habe das Autopilot-System der „Atlas Centaur“-Trägerrakete versagt. Ehe die genaue Ursache der Kursabirrung festgelegt werden könnte, müssten jedoch noch umfangreiche Untersuchungen durchgeführt werden.

DER KÖNIGIN FEHLTEN 100 000 PFUND

London — Königin Elisabeth hat nach der konservativen Londoner „Sunday Telegraph“ aus ihrer Privatschatulle im abgelaufenen Finanzjahr 1970/71 mehr als 100 000 Pfund (fast 900 000 Mark) zuschießen müssen, um ihren 315 Bediensteten den Lohn auszahlen zu können. Falls das Parlament nicht die Zivilliste der Queen erhöhe, werde der Buckingham-PaIast im laufenden Haushaltsjahr noch weiter in die roten Zahlen kommen, schreibt die Sonntagszeitung.

Die konservative Regierung Heath hatte zu Ostern die baldige Einsetzung eines All-Parteien-Ausschusses zur Revision der Zivilliste von Königin Elizabeth angekündigt. Ihr Etat war bei der Thronbesteigung 1952 auf 475 000 Pfund jährlich (rund 4,13 Millionen Mark) festgelegt worden. Er ist seitdem ungeachtet der inflationären Entwicklung unverändert geblieben.

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