09 Juli 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-07-09

WIE EIN REGIERUNGSBOYKOTT AUSSIEHT

Rehoboth - Auf ihrer jüngsten Sitzung hat die Rehobother Entwicklungsgesellschaft 15 Anträge von Rehobother Bürgern auf Darlehen geprüft. 14 Anträge wurden gebilligt. 104 000 Rand werden den Antragstellern zur Verfügung gestellt. So sieht der Regierungsboykott; den gewisse Basterführer proklamieren, in der Praxis aus. Einige angebliche Basterführer haben in der jüngsten Vergangenheit von sich reden gemacht indem sie behaupteten, jegliche Zusammenarbeit mit der Regierung und der Entwicklungsgesellschaft abzulehnen und die Unabhängigkeit von Rehoboth zu erklären.

Die Rehobother Entwicklungsgesellschaft ist erst seit kurzer Zeit, seit Mai dieses Jahres, voll arbeitsfähig. Im Juli vergangenen Jahres wurde die gesetzliehe Grundlage für die Entwicklungsgesellschaft geschaffen. Anschließend begann man mit dem organisatorischen. Aufbau sowie mit der Anstellung des notwendigen Personals. Obwohl die Entwicklungsgesellschaft erst seit kurzem aktionsfähig ist, hat sie insgesamt Anträge auf Darlehen im Werte von rund 114 000 Rand bewilligt. Die ersten Anträge in Höhe von insgesamt 10 000 Rand zogen 15 weitere nach sich, von denen 14 im Werte von 104 000 Rand bewilligt wurden.

Die Darlehen werden insbesondere für die Verbesserung der Farmwirtschaft benötigt und eingesetzt. Hierzu gehören Ankauf von Grund zur Schaffung wirtschaftlicher Einheiten, die Anlage von Zäunen, die Aufstellung von Windpumpen sowie das Bohren von Brunnen.


„RA ZWEI“ HEUTE IN BARBADOS

- Bridgetown (Barbados) — Das Papyrusboot „Ra Zwei“ des norwegischen Forschers Thor Heyerdahl und seiner internationalen Besatzung wird voraussichtlich noch im Laufe des heutigen Tages die Barbados-Inseln anlaufen. Die kleinere, aber seetüchtigere „Ra Zwei“ war am 17. Mai 1970 mit fast der gleichen Besatzung wie im Vorjahr von Safi aus gestartet und hat seit der Abfahrt mehr als 5 200 Kilometer zurückgelegt.

Die Besatzung ist wohlauf und sammelt wissenschaftliche Daten alter Art, denen große Bedeutung beigemessen wird. Mit einer Expedition mochte Heyerdahl den Beweis dafür erbringen, dass auch die Ägypter schon in der Lage waren, vor etwa 4 000 Jahren den Atlantik mit Hilfe ähnlicher Papyrusboote zu bezwingen.

Sein erster Versuch, die Strecke mit einem Papyrusboot zu überqueren, missglückte im Vorjahre, nachdem die „Ra Eins“ von einem Wirbelsturm zerzaust worden war und wegen Haifischgefahr aufgegeben werden musste.


JAHRHUNDERTFEIER

Ondangwa - Heute begann Omandongo im Ovamboland die dreitägige Jahrhundertfeier der Finnischen Mission und der Evangelisch-Lutherischen Ovambokavango-Kirche. Vor hundert Jahren traf der erste finnische Missionar Omandongo ein. Hier wurde auch die erste Missionsstation gebaut. Vertreter der Administration, des Gesetzgebenden Rates des Ovambolandes, der verschiedenen Kirchen in Süd- und Südwestafrika sowie zahlreiche Geste sind eingeladen. Hierzu gehören der Generalkommissar J. de Wet für die Eingeborenen Südwestafrikas sowie der Hauptbantukommissar J. van der Wath. Der Höhepunkt des Festes wird morgen Nachmittag Omandongo mit einer Rede .von Bischof Auala eingeleitet. Der Kirche gehören 186 847 getaufte Ovambos an. Die Zahl der Ovambo-Pastoren beläuft sich auf 89. 116 Ausländer der Finnischen Mission, sind in der Kirche, dem Erziehungswesen und den Hospitälern tätig.


SÜDAFRIKA BLEIBT IM ILTF

Paris — Der Präsident des südafrikanischen Tennisverbandes Alf Chalmers und der Vizepräsident Glen Franklin gaben in Paris der Hoffnung Ausdruck, dass die schwere Niederlage der Ungarn auf dem Kongress des Internationalen Tennisbundes (ILTF) das Ende der alljährlichen Bemühungen, Südafrikas Ausschluss aus dieser Organisation zu erzwingen, bedeuten wird. Die Delegierten zu dem ILTF-Kongress lehnten am Mittwoch einen ungarischen Vorschlag, Südafrika wegen „seiner Politik der Rassendiskriminierung im Sport“ aus dem ILTF auszuschließen, mit 172:56 Stimmen ab. Es ist bereits das dritte Mal, dass ein solcher Versuch missglückt ist.

Vizepräsident Franklin erklärte vor dem ILTF-Kongress, Südafrika werde genau wie anderen dieser alljährlichen Bemühungen, die Republik aus dem Tennisbund auszuschließen, überdrüssig. Es sei höchste Zeit, dass die Vertreter kommunistischer und afroasiatischer Blocks ihren Regierungen nahelegen, diese alljährlichen politischen Attacken gegen Südafrika einzustellen. Franklin verwies auf Schreiben des nichtweißen südafrikanischen Tennisverbandes, in dem es heißt, dass die Nichtweißen schwer darunter leiden würden, falls Südafrika aus dem ILTF ausgeschlossen werden sollte.


WIEDER AUF AFRIKASAFARI

Genf — Ein fünfköpfiges Gremium des UNG-Elferrates für Südwestafrika befindet sich zurzeit auf einer Afrika-Safari. Heute wird die Gruppe in Lusaka erwartet und reist anschließend nach Tansania, Uganda, Kenia und Äthiopien, um in den einzelnen Ländern Gespräche mit den Regierungen Ober die Ausgabe von- Reisedokumenten „Namibianer“ zu verhandeln sowie Gespräche mit Vertretern der sogenannten Befreiungsbewegungen und der Organisation für Afrikanische Einheit zu führen. Schließlich fliegt die Gruppe noch Kopenhagen, um dort „Namibianer in Europa“ zu treffen und den Bericht für den Elferrat zu erfassen. Führer der Afrika-Reise ist der Juli-Präsident. des Elferrates, der Kolumbier Nestor Parra. Weitere Safari-Teilnehmer sind die Vertreter Guyanas, Nigerias, Sambias und der Türkei.


DIPLOMATISCHE UNHÖFLICHKEIT

London - Der britische Außenminister Sir Alec Douglas-Home beschuldigte am Mittwoch im Parlament den irischen Außenminister Dr. Patrick Hillary, eine ernste diplomatische Unhöflichkeit und einen Denkfehler begangen haben, weil Hillary, ohne die britische oder nordirische Regierung von seiner Absicht zu unterrichten, in Belfast das von Briten besetzte katholische Wohnviertel Falls Road besucht hatte. Der Besuch entfesselte einen Sturm der Entrüstung in der Diplomatie und in der Presse. Sir Alec gab dieser Meinung in einem Gespräch mit Dr. Hillary noch persönlich Ausdruck. Der britische Außenminister sagte im Parlament, die Regierung halte am Prinzip der vollkommenen Gleichberechtigung aller Bürger Nordirland fest, wo es etwa eine Million Protestanten und eine halbe Million Katholiken gebe. Die Protestanten wollen am nächsten Montag nicht auf ihren Umzug zur Feier eines Sieges der Protestanten über die Katholiken verzichten. Die Regierung wird entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen and dem Umzug eine bestimmte Route vorschreiben. Innenminister Maudling lehnte es ab, eine parlamentarische Delegation zu den Feiern zu entsenden, weil dadurch die Aufgabe der 12 000 britischen Soldaten, die jetzt in Nordirland stehen, nur erschwert würde.

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