11 Februar 2021 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1971-02-11

KROATEN BESETZTEN JUGOSLAWISCHES KONSULAT

Göteborg (Schweden) — Zwei junge mit Maschinenpistolen bewaffnete Kroaten, die seit Mittwochabend das jugoslawische Konsulat in Göteborg besetzt halten, haben mit der Hinrichtung des von ihnen als Geiseln zurückgehaltenen Konsularpersonals gedroht, sollte die Belgrader Behörde ihrer ultimativen Forderung nach Freilassung eines in Belgrad verhafteten und zum Tode verurteilten Freundes nicht nachkommen. In ihrem Ultimatum fordern die beiden Kroaten freies Geleit und ein Lösegeld in Höhe von umgerechnet 70 000 Rand. Wie der jugoslawische Botschafter in Stockholm hierzu mitteilte, habe seine Regierung die Forderungen abgelehnt und der schwedischen Polizei Handlungsfreiheit eingeräumt.

ANTISÜDVIETNAMESISCHE DEMONSTRATIONEN

Washington/Saigon - Demonstrationen, wie sie zurzeit in zahlreichen amerikanischen Großstädten aus Protest gegen den südvietnamesischen Einfall in Laos abgehalten werden, haben über die vergangenen Tage erheblich zugenommen. Dagegen scheint sich die Zahl der Protestler und Antikriegsdemonstranten im Vergleich zu den Ausschreitungen gegen die amerikanische Kambodscha-Invasion im April des vergangenen Jahres verringert zu haben. Im Unterschied zu den Kambodscha-Demonstrationen verliefen die bisherigen Proteste, abgesehen von einigen kleineren Zwischenfallen in Baltimore, wo es am Mittwoch zu einem Zusammenstoß zwischen militanten Jugendlichen und der Polizei gekommen ist, äußerst friedlich.

SCHWERE EISENBAHNKATASTROPHE IN BAYERN

Kaufbeuren (Bayern) - Bei der Entgleisung eines sich auf dem Wege von München nach Zürich befindenden TEE-Luxusschnellzuges (Trans-Europ-Express) nur wenige hundert Meter außerhalb des ostdeutschen Städtchens Aitrang — 76 Kilometer südwestlich von München — kamen in den frühen Abendstunden des Dienstags mindestens 30 Passagiere ums Leben. Wenige Minuten nach der Entgleisung raste ein von entgegengesetzter Seite kommender Güterzug die auf dem Nebengleis verstreut liegenden Wrackteile hinweg, wobei 36 weitere Passagiere verletzt wurden. Mindestens 26 dieser Passagiere befinden sich zurzeit in Lebensgefahr. Die TEE-Entgleisung ereignete sich in der schon berüchtigten, sogenannten „Todeskurve“ außerhalb Aitrangs, einer äußerst scharfen Biegung, die seit langem als Hindernis auf dieser Schnellzugstrecke angesehen wird. Sachverständige bezeichnen die Katastrophe als eine der schwersten in der Geschichte der deutschen Bundesbahn.

BRASILIANISCHER AUSTAUSCHSTRÄFLING ERSCHOSSEN

Rio de Janeiro — Die brasilianische Militärpolizei hat bei einem Feuergefecht in Rio de Janeiro einen der Untergrundkämpfer erschossen, die im Juni vergangenen Jahres im Austausch gegen den entführten deutschen Botschafter Ehrenfried von Holleben aus dem Gefängnis in die Freiheit nach Algerien entlassen worden waren. Nach Angaben der Polizei wurde eine größere Suchaktion nach Untergrundkämpfern eingeleitet, die zusammen mit dem Getöteten — Aderval Alves Coqueiro — nach Brasilien zurückgekehrt sein könnten.

Mit dem Tod Coqueiros ist zum ersten Mal bekannt geworden, dass einer der Untergrundkämpfer, die durch die Entführung eines ausländischen Diplomaten in ein anderes Land gelangten, wieder nach Brasilien zurückgingen. Coqueiro hatte bei dem Austausch gegen von Holleben bereits mehrere Monate einer zehnjährigen Haftstrafe verbüßt, die wegen zweier Bankraube und anderer Delikte gegen ihn verhängt worden war. Zurückgekehrte Austauschhäftlinge, die von der Regierung verbannt worden sind, müssen in Brasilien mit erneuter Verurteilung rechnen.

DAS KIND MIT DEM BADE AUSSCHÜTTEN

Den Haag — Namens der Organisation für Afrikanische Einheit widersetzte sich Taslim Elias, Generalstaatsanwalt und Justizkommissar Nigerias, der Forderung der Vereinten Nationen, Sanktionen gegen Südafrika zu verhängen und das Land aus der Weltorganisation auszuschließen. Dies sei kein guter Plan, meinte Elias, die Ansichten des UNO-Generalsekretärs U Thant zur Südwestafrika-Frage kommentierend. Der Ausschluss Südafrikas aus der UNO wurde „eine unmögliche Situation“ heraufbeschworen. Südwestafrika wurde damit für immer Südafrika überantwortet werden. Man solle nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, meinte Kias.

ZIVILSCHUTZAUSBILDUNG DER OBERSCHÜLER

Windhoek — Ein Zivilschutzausbildungs-Programm für Oberschüler wird in diesem Jahr in allen Schulen Süd- und Südwestafrikas eingeführt. Das geht aus einer Mitteilung des Befehlshabers der Wehrmacht (Wehrbereich Südwestafrika) an den Klub berufstätiger Frauen in Windhoek hervor, der sich dafür eingesetzt hat, dass Erste-Hilfe-Kurse an Schulen eingeführt werden sollten.

In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass die Frage nach der Ausbildung in Erster Hilfe an Schulen bereits von der Regierung in Erwägung gezogen worden. Mit Wirkung vom ersten Schulquartal dieses Jahres werde ein Zivilschutzausbildungs-Programm für die Jugend an allen Oberschulen der Republik und Südwestafrikas eingeführt.

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