10 Juli 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

GESPANNTE LAGE IN KENIA

Nairobi - Heute findet in Nairobi die Trauerfeier für den ermordeten Minister für wirtschaftliche Planung und Entwicklung Kenias, Tom Mboya, statt. Die Polizei befindet sich in höchster Alarmbereitschaft und hat zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Die Lage in Kenia ist gespannt. Bereits am Sonntag, dem Tage nach dem Attentat, ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei musste in Nairobi Tränengas einsetzen. Angehörige von Tom Mboyas Luo-Stamm verfolgten Kikuyus, die die Mehrheit in Parlament und Regierung stellen. Staatspräsident Jomo Kenyatta gehört selbst dem Kikuyu-Stamm an.



PFLEGEPERSONAL AN KRANKENHÄUSERN

Windhoek - Der Staatssekretär von Südwestafrika J. J. Klopper gab eine Presseerklärung über das Problem der Knappheit an Pflegepersonal an Krankenhäusern heraus. Darin heißt es, dass sich die Lage während des letzten Jahres dank der Initiative der Administration erheblich gebessert habe. Im März 1968 wurde angesichts der erschreckenden Knappheit an Pflegepersonal von der Südwester Exekutive ein Ausschuss eingesetzt, der den gesamten Fragenkomplex der Werbung, Ausbildung, Entlohnung and des Status des Pflegepersonals untersuchen und Empfehlungen machen sollte. Der Ausschuss stand unter Vorsitz von S. von Bach, MdE. Der Bericht enthielt verschiedene Empfehlungen, insbesondere im Hinblick auf das Staatshospital in Windhoek. Die Exekutive unternahm entsprechende Maßnahmen, um die Lage zu verbessern.



ERFOLGREICHE HERZOPERATION

Kapstadt - Der Vorsitzende des südwestafrikanischen Landesrates E. A. (Boy) Nel unterzog sich im Kapstädter Groote-Schuur-Krankenhaus am Montag einer erfolgreichen Herzoperation. Sein Befinden wurde am Montagabend als befriedigend bezeichnet. Vor einiger Zeit wurde von den Ärzten festgestellt, dass Nel eine verengte Aorta habe. Er wurde ins Groote-Schuur-Krankenhaus eingeliefert, wo er der Obhut des herzchi­rurgischen Ärzteteams Prof. Chris Barnards unterstellt wurde.



DER ÜBERFALL AUF OSHIKANGO

Windhoek - „Alle weißen Einwohner von Oshikango sollten umgebracht und ihnen die Waffen abgenommen werden”, sagte der vierte Kronzeuge am Montag im Terroristenprozess vor dem Obergericht in Windhoek. Er schilderte dem Gericht die Vorgänge, die zu dem Überfall auf diese Siedlung im Ovamboland führen sollten.

Ursprünglich hatte seine Gruppe gemeinsam mit zwei anderen Gruppen drei Häuptlinge und Unterhäuptlinge zu ermorden. Die Vorbereitungen dafür waren schon weitgehend erledigt. Der Angeklagte Solomon Festus Haita hatte ausgekundschaftet, dass Häuptling Valombola nicht in seinem eigenen Kral übernachtet, sondern in einem benachbarten. An dem Nachmittag, als Solomon Haita mit dieser Information zurückgekehrt war, erreichte seine Gruppe die Nachricht, dass sie nicht mehr die drei Häuptlinge ums Leben bringen, sondern

Oshikango niederbrennen sollten.



FÜNFTES REITTURNIER IN TSUMEB

Tsumeb - Am 12. und 13. Juli wird zum fünften Male seit 1964 das jährliche interne Reittiurnier auf dem Gelände des Tsumeb Riding Club ausgetragen. Wer erinnert sich wohl noch an die Anfänge des Turniersports im Norden? Damals starteten etwa 15 Pferde, die Preise bestanden aus selbstgebastelten Schleifen, und vorherrschend waren der gute Sportgeist und die Freude am Reiten selbst. Dieser gute Geist wohl auch dazu beigetragen, dass jedes Jahr mehr Meldungen eingingen.

In diesem Jahr hat die Zahl der Nennungen mit 80 Pferden einen Höhepunkt erreicht, davon 67 Pferde von außerhalb. Neben Pokalen und Plaketten wurden von vielen Freunden des Reitsports insgesamt beinahe 800 Rand für Geldpreise gestiftet. Einige neue Hindernisse sind hinzugekommen, und der „berühmte” Wassergraben wurde „renoviert”, alle Pferde werden ihn diesmal springen können.

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