26 November 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-11-26

DIE REDUZIERUNG DES VIEHBESTANDS

Windhoek – Dr. J. F. Warning vom staatlichen Veterinäramt in Windhoek hat im Auftrag des Direktors der Landwirtschaftsabteilung für Südwestafrika Einzelheiten des Regierungsprojektes zur Reduzierung des Viehbestandes zur Information der Farmerschaft in Südwestafrika zusammengefasst. Dr. Warning schreibt:

„Trockenzeiten, Überstockung und andere Ursachen haben in großen Teilen Südwestafrikas zu Folgeerscheinungen geführt, die nicht nur den betroffenen Farmern, sondern auch der Regierung ernsthafte Sorgen bereiten. Der allgemeine Weidemangel kann in vielen Fällen nicht mehr durch den Gebrauch eines vernünftigen und den örtlichen Umständen angepassten Beweidungssystems behoben werden. Er erfordert vielmehr drastische Maßnahmen, die nur über eine erhebliche Reduzierung der in normalen Zeiten üblichen und für die einzelnen Distrikte festgelegten Bestockungszahlen zu lösen sind. Die Regierung hat deshalb in Übereinstimmung mit den in der Republik gebräuchlichen gesetzlichen Bestimmungen das folgende Schema ausgearbeitet, das in weiten Kreisen der Farmerschaft Beachtung und Zustimmung findet und die einzige wirklich brauchbare Lösung dieses ernsthaften Problemes darstellen dürfte. Da es sich im vorliegenden Falle um ein recht umfangreiches Projekt handelt, können hier nur die wesentlichsten Punkte genannt werden. Sie vermitteln aber doch dem Leser einen Einblick in das Wesen und die von beiden Seiten zu erfüllenden Verpflichtungen zum Schutze und zur Erhaltung unseres natürlichen Feldes und damit auch zur Sicherung der Existenz unserer Farmer.

PAKISTAN LEHNT INDISCHES HILFEANGEBOT AB

Dakka — Nach Angaben eines indischen Regierungssprechers habe die pakistanische Regierung kürzlich eine Geldspende Indiens wie auch Medikamente im Werte von rund 14 000 Rand für die Katastrophenopfer in dem von einer Flutwelle und einem Zyklon verwüsteten Gebiete im östlichen Pakistan rundweg von der Hand gewiesen. Das geht aus einer Erklärung des indischen Außenministeriums hervor, in der gleichzeitig darauf hingewiesen wurde, dass die Regierung Pakistans zu verstehen gegeben habe, über genügend eigene Transportflugzeuge zu verfügen, womit ein Angebot Indiens, Pakistan Transportmaschinen zur Verfügung zu stellen, ebenfalls abgelehnt worden sei. Außerdem befanden sich- zur Zeit vier mit Medikamenten beladene indische Verkehrsflugzeuge auf dem Flughafen von Kalkutta, deren Weiterflug nach Dakka aufgrund nicht bewilligter pakistanischer Einreisevisa nunmehr schon um zwei Tage aufgeschoben werden musste. Wie aus Dakka verlautet, ist die Zahl der Katastrophenopfer inzwischen auf rund 176 000. gestiegen, während nahezu 24 000 Menschen vermißt werden.

WICHTIGES IN KÜRZE

New York — Am Mittwoch erteilte die schwedische Regierung erstmalig einem ausländischen Deserteur den Landesverweis und schickte den kürzlich über Kanada nach Schweden geflüchteten Amerikaner Joseph Parra in die USA zurück. Parra hatte sich aus Gründen seiner Einstellung zum Vietnam-Krieg zur Fahnenflucht veranlasst gesehen.

New Orleans — Polizisten verhafteten am Mittwoch 19 schwarze und sechs weiße Angehörige des kürzlich neugegründeten „Komitees zur Bekämpfung des Faschismus“, einer Unterorganisation der sogenannten „Black Panthers“. Ein Versuch der Polizei, das Hauptquartier des Komitees einzunehmen und zu besetzen, war in der vorherigen Woche fehlgeschlagen, als sie auf erheblichen bewaffneten Widerstand stieß.

Athen — Am Sockel der im Stadtzentrum von Athen gelegenen bronzenen Harry-Truman-Statue explodierte heute Morgen eine selbstgebastelte Bombe, -die das Denkmal jedoch nicht nennenswert beschädigte. Personen kamen während der. Explosion nicht zu Schaden. Gleichzeitig konnte die Polizei zwei weitere, in der Nähe des griechischen Nachrichteninstituts in Athen ausgelegte Sprengstoffkörper entschärfen.

Miami - Die „Gesellschaft amerikanischer Verkehrspiloten“ (ALPA) hat am Mittwoch auf einer Konferenz einstimmig einen Zehn-Punkte-Plan zur Verhütung künftiger Flugzeugentführungen angenommen. Der Plan sieht neben der nunmehr schon obligatorisch gewordenen Passagiersüberprüfung eine Bewaffnung der Besatzung zu Selbstverteidigungszwecken vor.

New York — In der Nähe der Abfertigungshallen der sowjetischen Luftfahrtgesellschaft Aeroflot auf dem internationalen Kennedy-Flughafen in New York explodierte heute Morgen ein Sprengstoffkörper. Trotz erheblichen Sachschadens wurden keine Menschen verletzt. Der Anschlag wird der, militanten jüdischen Organisation „Jüdische Verteidigungsliga“ zugeschrieben. Rabbi Meir Kahane, nationaler Vorsitzender der Liga, verneinte jedoch, dass die Organisation „in einem direkten Zusammenhang“ mit dem Anschlag stünde, bezeichnete den Anschlag jedoch als eine „willkommene Aktion“. Die Organisation ist schärfstens gegen die angeblich unmenschliche Behandlung in der UdSSR lebender Juden eingestellt.

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