06 Juli 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-07-06

FLUGZEUGKATASTROPHEN FORDERN 218 TODESOPFER

Barcelona/Toronto — Zwei Flugzeugkatastrophen forderten über das Wochenende innerhalb eines Zeitraumes von 48 Stunden das Leben von insgesamt 218 Passagieren und Besatzungsmitgliedern. Die Abstürze der beiden vollbesetzten Passagiermaschinen vom Typ Comet und DC-S ereigneten sich in Spanien, beziehungsweise in Kanada. Wie aus unter-richteten Quellen verlautet, soll niemand die beiden Katastrophen überlebt haben.

In der Nähe des etwa 50 Kilometer südlich von Barcelona gelegenen spanischen Dörfchens Arbucias kollidierte am vergangenen Freitag ein Charterflugzeug der britischen Chartergesellschaft Dan Air mit dem etwa 1 200 Meter hohen Las-Agudas-Gipfel. Wie Rettungsarbeiter berichteten, soll die Comet in drei Teile auseinandergebrochen sein. An Bord der Maschine befanden sich 105, hauptsächlich aus dem Nordwesten Englands stammende Touristen, die ihren Urlaub in Spanien verbringen wollten.

Obwohl über die Ursache des Absturzes keine näheren Angaben vorliegen, haben spanische Polizisten die Möglichkeit eines Sabotageaktes ausgeschlossen. Aufschluss über die zu dem Absturz führenden Umstände hoffen Experten bei der Auswertung der in der sogenannten „Black Box“ gespeicherten Daten erlangen zu können. Es handelt sich hierbei um ein Gerät, das alle wichtigen technischen Daten sowie die Wetterverhältnisse während des Fluges auf Tonband speichert.

„RA 2“ ÜBERWINDET KRISENPUNKT

Hamburg — In nur vierzig Tagen hat das Papyrusboot „Ra Zwei“ des norwegischen Forschers Thor Heyerdahl und seiner internationalen Besatzung jetzt die Strecke quer über den Atlantik geschafft, für die im Vorjahr die ,,Eins“ 55 Tage brauchte und, dann, von einem Wirbelsturm zerzaust, wegen Haifischgefahr aufgegeben werden musste. Die Besatzung ist wohlauf und sammelt wissenschaftlich Daten aller Art, denen große Bedeutung beigemessen wird. Damit hat die „Ra Zwei“ die Hoffnungen, die Heyerdahl in sein neues Papyrusboot gesetzt hat, teils erfüllt, teils übertroffen.

Die kleinere, aber seetüchtigere „Ra Zwei“ starte am 17. Mai 1970 mit fast derselben Besatzung wie im Vorjahr (25. Mai) von Safi aus nach den Barbados-Inseln und dem noch weiter gesteckten Ziel Mexiko. Heyerdahl veranschlagte die Reisezeit vorsichtig auf 70 Tage. Ein Besatzungsmitglied sagte, wenn man Glück habe; sei es sogar in 50 Tagen zu schaffen. Möglicherweise wird selbst dies kühne Voraussage übertroffen. Jetzt wird damit gerechnet, dass die „Ra Zwei“ die Barbados-Inseln etwa am 6. Juli erreicht - drei Wochen früher als ursprünglich berechnet.

NEUE UNRUHEN IN BELFAST

Belfast - Um neuen Kämpfen zwischen Protestanten und Katholiken vorzubeugen, hatte die britische Armee ein Ausgehverbot im Falls-Road-Distrikt angeordnet, der vorwiegend von Katholiken bewohnt ist. Ain Freitag wurde das ganze Quartier durchsucht. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit den Einwohnern, wobei fünf Personen getötet und über 200 verletzt wurden. Es wurden über hundert Verhaftungen vorgenommen. Etwa 2 000 Soldaten nahmen an den Hausdurchsuchungen teil, wobei bedeutende Mengen an Waffen und Munition entdeckt wurden. Die Soldaten fanden unter anderem Maschinengewehre, Gewehre, Pistolen, Granaten und Explosivstoff sowie 15 000 Schuss Munition. Die Soldaten durchsuchten jedes Haus. Der republikanische Abgeordnete der Labour Partei, Gerry Fitt, begab sich nach London, um Beschwerden gegen die Armee vorzubringen. Soldaten hatten bei den Hausdurchsuchungen privates Eigentum wie Uhren, Geld, religiöse Bilder und Kruzifixe gestohlen.

PORTUGAL PROTESTIERT BEIM PAPST

Lissabon – Portugal hat durch seinen Botschafter beim Vatikaneine Protestnote überreichen lassen und anschließend den Botschafter nach Lissabon zurückgerufen. Grund des Protestes war der Empfang, den Papst Paul den bittersten Feinden Portugals, den Terroristenführern in Portugiesisch-Guinea, Mosambik und Angola gewahrt hatte. Die drei Terroristenführer wohnten einer Konferenz verschiedener „Befreiungsorganisationen“ der portugiesischen afrikanischen Besitzungen bei, die vom 27. bis 29. Juni in Rom stattfand.

Die drei Terroristenführer nahmen an einer allgemeinen Audienz des Papstes teil. Sie küssten dem Papst die Hand, und der Papst unterhielt sich sieben bis acht Minuten mit ihnen. Zum Abschluss der Audienz segnete der Papst die Anwesenden.

EISENBAHNVERBINDUNG MALAWI-MOSAMBIK

Blantyre - Präsident Hastings Banda von Malawi hat, das hundert Kilometer lange Verbindungsstück zwischen der malawischen Eisenbahn und der portugiesischen Linie, die zum Hafen Nacala im nördlichen Mosambik führt, eingeweiht. Malawi erhält damit einen zweiten Ausgang zum Indischen Ozean. Bisher war die transsambesische Eisenbahn, die von Blantyre nach Beira führt, der einzige Ausgang. In seiner Eröffnungsrede wies Banda auf den AnteiI Südafrikas bin, das den Bau mit einer Anleihe von 6,4 Millionen Pfund Sterling ermöglicht habe. Südafrikanische Bauunternehmer beendigten, die Arbeiten fünf Monate vor dem vorgesehenen Termin.

NKUMBULA HAT SORGEN

Lusaka - Der Führer der Opposition im sambischen Parlament, Harry Nkumbula, erklärte, die etwa 10 000 „Flüchtlinge“ in Sambia steilten für Sambia eine Gefahr dar. Viele der afrikanischen Staaten, die vom Kampf gegen Südafrika, Rhodesien und Angola sprachen, legten nur ein Lippenbekenntnis ab, während Sambia allein der Gefahr eines Angriffs aus dem Süden ausgesetzt sei. Die OAU sei eine unnütze Körperschaft, die aus der Distanz viel Lärm mache, aber praktisch nichts tue. Es scheine, als ob jeder Afrika-Staat den Ball Sambia zuwerfe, das dadurch in Gefahr gerate.

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