28 Juli 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-07-28

ANTONIO DE OLIVEIRA SALAZAR GESTORBEN

Lissabon — Dr. Antonio de Oliveira Salazar ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Vor 22 Monaten hatte er den ersten Schlaganfall erlitten, der ihn halbseitig lähmte. Im Laufe der Zeit erholte er sich etwas, doch wusste er nicht, dass er nicht mehr Ministerpräsident war und bereits ein Nachfolger, Dr. Marcello Caetano, ernannt worden war. Vor zwölf Tagen traten neue Komplikationen hinzu, denen Salazar erlegen ist. Er starb in seinem Haus im Garten des Sao Bento-Palastes inmitten von Lissabon. Am Sterbebett standen unter anderen Maria de Jesus Caetano Freire, die während vierzig Jahren seinen Haushalt besorgt hatte, und sein Hausarzt Dr. Eduardo Coelho. Der Präsident der Republik, Admiral Amerigo Thomaz, der sich auf einer Reise nach den Inseln Sao Tome und Príncipe befindet, wird sofort nach Portugal zurückkehren.

Während fast vier Jahrzehnten war Salazar der absolute Regierungschef Portugals. Aber er betrachtete sich selber nicht als Diktator. Sein Regime, sagte er stets, beruhe auf fünf Prinzipien: Gott, Land, Autorität, Familie und Arbeit.

PREMIER VORSTER IM KRANKENHAU

Kapstadt — Ministerpräsident B. J. Vorster ist am Montag zur ärztlichen Untersuchung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Voraussichtlich werden nach der Unter-suchung einige Nierensteine entfernt werden müssen. In einer Erklärung heißt es, dass das Krankenhaus täglich ein Bulletin über sein Befinden veröffentlichen werde. Deshalb bat Premier Vorster die Presse und die Öffentlichkeit, weder das Krankenhaus noch seine Residenz anzurufen, um Informationen zu erhalten.

Vorster wies ferner darauf hin, dass diese Operation die Diskussion seines Etatpostens im Volksrat nicht berühre. Im normalen Verlauf der Dinge steht dieser Etatposten erst in einigen Wochen zur Debatte.

In seiner Abwesenheit wird der Führer des Volksrates, Verkehrsminister B. J. Schoeman, als Rangältester Minister den Vorsitz bei Kabinettsitzungen übernehmen und den Ministerpräsidenten überhaupt vertreten.

NEUER PERSONALAUSWEIS IM JUNI 1971

Kapstadt — Ein neuer südafrikanischer Personalausweis wird voraussichtlich am 1. Juni 1971 eingeführt werden. Das kündigte Innenminister Marais Viljoen am Montag im Volksrat an. Dieser Ausweis fasst sämtliche losen Identifikationsdokumente einschließlich des Führer- und des Trauseheines zusammen. Das entsprechende Gesetz wird such in Südwestafrika gelten. Nach der Einführung des neuen Personalausweises wird es schätzungsweise fünf Jahre dauern, bis das gesamte System voll funktioniert. Adressenänderungen werden nach dem 1. Juni 1971 nur noch einer zentralen Instanz gemeldet.

DIE TOPNAARS AM UNTEREN KUISEB

Windhoek — W. Moritz, Pastor der Rheinischen Missionskirche in Walvis Bay, darf als einer der heute besten Kenner der Geschichte und der Ethnologie der Topnaar-Hottentotten am unteren Kuiseb angesehen werden. Er betreibt seine Studien in jeder freien Minute und bei jeder sich bietenden Gelegenheit als geistlicher Betreuer dieses Nama-Stammes, der als einer der ältesten und wohl auch noch rassenreinsten Südwestafrikas gilt.

Pastor Moritz hat in Beiträgen in den Mitteilungen der SWA Wissenschaftlichen Gesellschaft und in Vortragen in Swakopmund Zeugnis seiner gründlichen Kenntnis der Topnaars, deren Sprache er auch beherrscht, abgelegt. Am Freitag, den 17. Juli, sprach er über sein Thema im Rahmen der Vortragsveranstaltungen der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Südwestafrika in Windhoek in der Aula der deutschen Höheren Privatschule vor zahlreich erschienener Zuhörerschaft. K. F. R. Budack, Ethnologe der Bantubehörde in Windhoek, gab eine kurze, aber wissenschaftlich instruktive. Einleitung, in der er auch auf die gute Tradition der Missionare hinwies, in der Eingeborenenforschung auf den verschiedensten Gebieten tätig zu sein, wie sie in den Arbeiten von Senator Dr. H. Vedder vorbildlich geleistet wurde und nun von Pastor Moritz weiter betrieben wird. Pastor Moritz gestaltete seinen Vortrag im Zuge der Vorführung ausgezeichneter Dias; die Borer begleiteten den Redner durch das Siedlungsgebiet der Topnaars, wobei die Fragen ihrer Herkunft und Geschichte, ihrer Sitten und Lebensweise, in der die Narasfrucht eine wesentliche, wirtschaftliche Rolle spielt, sowie die Frage ihrer Vermischung mit anderen Eingeborenenstammen (anderer Nama, der Bergdama und Herero) zur Sprache kamen.

BESUCH IM OVAMBOLAND

Kapstadt — Der Minister für Bantuverwaltung und -entwicklung, M. C. Botha, fliegt morgen von Kapstadt nach Ondangwa, um im Rahmen eines zweitägigen Besuches in Ovamboland Entwicklungsprojekte zu besichtigen und Ge-sprache mit den Mitgliedern der Exekutive des Ovambolandes zu führen. Unter anderer wird der Minister Ruacana besuchen. In Ruacana entsteht zurzeit ein Kleinkraftwerk, das den Strom für den Bau des großen hydroelektrischen Kraftwerks bei den Ruacanafällen sicherstellen soll. Gleichzeitig soll das im Bau befindliche kleine Kraftwerk. Oshakati, Ongwediva und Ondangwa mit Strom versorgen. Ferner befindet sich ein Kanal im Bau, der Wasser vorn Kunene bei Eriksonsdrift zu einer landwirtschaftlichen Versuchs-farm mit Berieselung fuhrt. Anschließend soll das Wasser aus diesem Kanal in das Kanalsystem des Ovambolandes geleitet werden. Die beiden Lager, die die Arbeitskräfte des großen hydroelektrischen Kraftwerks bei Ruacana aufnehmen, sollen zu einem späteren Zeitpunkt nach Fertigstellung des Kraftwerks in Touristenlager umgewandelt werden.

URANANLAGE BEI PELINDABA

Kapstadt — Bergbauminister Dr. Carel de Wet erläute im Volksrat, die internationale Nachfrage nach Uren werde bis zum Jahre 1980 auf 80 000 Tonnen pro Jahr steigen. Die gegenwärtige jährliche Weltproduktion betrage etwa 20 000 Tonnen. Der Minister sagte, man rechne bis 1975 mit einem lebhaften Uranmarkt. Die Uran-produzierenden Lander stellen sich bereits auf diese Möglichkeit ein. Südafrika habe durch Uranverkaufe bereits eine Milliarde Rand verdient. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das Einkommen aus Uran wieder 100 Millionen Rand pro Jahr betragen werde.

Der von südafrikanischen Wissenschaftlern entwickelte Prozess zur Urananreicherung steigert den Wert des Urans um das Doppelte. Die Anreicherungsanlage wird in der Nähe des bestehenden Atomforschungsinstitutes in Pelindaba errichtet. Minister de Wet sagte, dass bereits beachtliche Fort-schritte mit dem Bau der Zufahrtswege zu dem Gelände gemacht worden seien.

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