08 September 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-09-08

KEINE CHOLERAGEFAHR IN SÜDAFRIKA

Kapstadt - Gesundheitsminister Dr. Carel de Wet hat Vorkehrungen gegen die eventuelle Einschleppung der Cholera nach Südafrika getroffen. In einer Presseerklärung des Ministers wird darauf hingewiesen, dass eine Choleraepidemie in Indien ausgebrochen sei, die sich inzwischen auch auf die Sowjetunion ausgeweitet habe. Außerdem kommt Cholera im Nahen Osten, Israel und auch in Afrika vor. Glücklicherweise hat diese Krankheit nach den Worten des Ministers Südafrika bisher noch verschont.

Nach den gegenwärtigen internationalen Gesundheitsbestimmungen, die auch in Südafrika gültig sind, müssen nur Reisende in den Fernen Osten im Besitz eines Impfscheins gegen Cholera sein und wenn sie auf dem Luftwege in Südafrika eintreffen. Diese Bestimmungen gelten auch von Zeit zu Zeit für andere Länder, die für infiziert mit dieser Krankheit erklärt worden sind.

Da zahlreiche Südafrikaner in das Ausland reisen, habe er gewisse Vorkehrungsmaßnahmen angeordnet, erklärte der Gesundheitsminister, um die Einschleppung der Cholera nach Südafrika zu verhindern. Mit Wirkung vom 10. September 1970 an werden die bestehenden Impfbestimmungen gegen Cholera auf alle Personen ausgedehnt, die in den Fernen Osten, nach Australien, Neuseeland, den Nahen Osten, Israel, Griechenland und in alle afrikanische Länder reisen. Diese Zusatzbestimmungen bleiben bis auf weiteres in Kraft. Nähere Einzelheiten über Choleraimpfungen erteilen alle Dienststellen des Gesundheitsministeriums und die Reisebüros.

Abschließend heißt es in der Erklärung des Gesundheitsministers, dass in Südafrika keine Anzeichen einer Cholerainfektion bestünden und deshalb keine Notwendigkeit einer individuellen oder Massenimpfung gegen diese Krankheit vorhanden sei.


DIE ARBEITSKRÄFTE-KNAPPHEIT

Johannesburg - Finanzminister Dr. N. Diederichs erklärte in einer Rundfunkansprache, es sei falsch, den Eindruck zu erwecken, als befinde sich das wirtschaftliche Wachsturn Südafrikas in Gefahr und gehe einer Krise oder Rezession als Folge der Arbeitskräfte-Knappheit entgegen. Es sei gefährlich für die wirtschaftliche Zukunft der Republik, wenn gewisse Probleme, die es in jedem Land mit einer sich entwickelnden Wirtschaft gebe, zu „Krisen oder Katastrophen“ aufgespielt würden. Dr. Diederichs bestätigte, dass es eine Arbeitskräfte-Knappheit gebe. Südafrika sei jedoch nicht das einzige Land, das gegen dieses Problem kämpfe. Westliche Länder mit hohen Zuwachsraten kämpften ebenfalls mit einer akuten Arbeitskräfte-Knappheit. Die südafrikanische Regierung werde ihr Bestes tun, um mit diesem Problemen fertig zu werden. Viel wichtiger sei jedoch die wirtschaftliche Entwicklung der Bantustans and der Grenzindustrien. Unternehmer könnten sich selbst und dem Land einen großen Dienst erweisen, wenn sie einen Beitrag zu der Entwicklung dieser Gebiete leisten würden. Die industrielle Dezentralisation könne erheblich dazu beitragen, Südafrikas Arbeiterprobleme zu erleichtern.


DREI FLUGZEUGENTFÜHRUNGEN AM WOCHENENDE

Washington - Drei Flugzeuge sind am Wochenende in dem Luftraum über Europa entführt worden. Ein weiterer Versuch einer Flugzeugentführung konnte rechtzeitig verhindert werden. Die arabische Guerillaorganisation, bekannt als die „Front zur Befreiung Palästinas“, hat die Verantwortung für diese Vorfälle übernommen.

Eine Boeing 747 der Pan American Airways mit 170 Passagieren an Bord wurde nach ihrem Start in Amsterdam auf dem Wege nach New York von sieben Personen entführt. Die Boeing wurde zur Landung in Beirut gezwungen, wo 18 palästinische Guerillas an Bord gingen und die Maschine aufgetankt wurde. Der Flug wurde dann nach Kairo fortgesetzt. Hier konnten alle Passagiere unversehrt das Flugzeug verlassen. Kurz darauf wurde es von den Guerillas mit einer Dynamitladung in die Luft gesprengt.

Unmittelbar nach dem Start eines Jetklippers der israelischen Fluggesellschaft El Al von Amsterdam stürmten zwei arabische Partisanen die Flugzeugführerkanzel. Eine Frau mit zwei Granaten wurde von einem der 157 Passagiere niedergerungen, während ein männlicher Guerilla von einem Sicherheitsbeamten erschossen wurde. Die Maschine landete sicher auf dem Heathrow-Flughafen Londons und konnte anschließend ihren Flug nach New York fortsetzen.

Eine Boeing 707 der amerikanischen Luftfahrtgesellschaft Trans World Airlines wurde nach einer Zwischenlandung in Frankfurt auf dem Wege nach New York von arabischen Guerillas entführt. Die Boeing mit 145 Passagieren war in Israel gestartet and wurde zur Landung in Zeroa in der jordanischen Wüste gezwungen.

Der vierte Vorfall ereignete sich an: Bord einer Swissair DC-3, kurz nachdem sie mit 155 Passagieren in Zürich gestartet war. Ihr Ziel war New York. Sie wurde von ihren Entführern ebenfalls zur Landung in Zeroa gezwungen. Die arabischen Entführer drohten mit einer Sprengung der TWA- und der Swissair-Maschinen mitsamt ihren Passagieren in Zeroa, falls ein weiblicher Guerilla nicht freigelassen werde, der in London verhaftet wurde.

Die Schweizer Regierung hat am Wochenende ebenfalls drei arabische Partisanenkämpfer freigelassen, die 1969 an einem Angriff auf eine israelische El-Al-Maschine an dem Züricher Flughafen teilgenommen hatten. Ferner forderten die Guerillas die Freilassung von drei arabischen Partisanen, die nach einem Angriff auf einen Autobus der Luftfahrtgesellschaft El Al im vergangenen Jahr in Frankfurt verhaftet worden waren.


KEINE WAFFEN FÜR SÜDAFRIKA

Bonn - Die Bundesrepublik Deutschland wiederholte in einer Note an die Regierung in Sambia, dass sie keine Waffen an Südafrika liefere. Ein Sprecher des bundesdeutschen Außenministeriums erklärte auf einer Pressekonferenz in Bonn, die Note sei in Lusaka überreicht worden, da Präsident Kaunda der gegenwärtige Vorsitzende der Organisation für Afrikanische Einheit sei. Auf der jüngsten Konferenz der Organisation wurden die Bundesrepublik, Frankreich und England verurteilt, weil sie Waffen nach Südafrika lieferten oder beabsichtigten, dies zu tun. Die neue deutsche Note ist die dritte dieser Art, die betont, dass die Bonner Regierung keine Waffen an Südafrika liefere und dass das Waffenembargo der Vereinten Nationen strikt eingehalten werde.

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