02 November 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-11-02

EIN GLANZVOLLER WASSERKARNEVAL

Hardap — Das Touristenkamp am Hardap-Stausee hat noch niemals solche Menschenmassen gesehen wie während des vergangenen Wochenendes. Der Wasserkarneval 1970 hatte an die 7 000 Menschen nach Hardap gelockt. Unter idealen Wetterbedingungen — wenn man von der Hitze absieht, die vor allem am Nachmittag auf den Zuschauertribünen herrschte — präsentierte sich der Höhepunkt des Wasserjahres in einem glanzvollen Programm. Eingeleitet wurde der Tag durch die Ankunft des Ministers für das Wasserwesen S. P. Botha per Hubschrauber. Vom Hubschrauber-Landeplatz jenseits der Insel beim Lager der privaten Motorboote wurde der Minister im neuen Speed-Boot der Admi­nistration, gefolgt von einer Motorboot-Parade zum Anlegesteg am Damm gefahren. Hier begrüßte ihn der amtierende Administrator von Südwestafrika, Dirk Mudge. Anschließend begeisterte ein zügiges Programm, das nur durch eine kurze Mittagspause unterbrochen wurde, die Zuschauer bis zum späten Nachmittag.

WASSER AUS DEM SWAKOPDAMM

Okahandja - Während des- Wochenendes wurde zum ersten Mal Wasser aus dem Swakopdamm entnommen und zur Kläranlage und weiter in die Pipeline geleitet. Dies gab der Direktor für das Wasserwesen in Windhoek R. J. D. W. Myburgh heute Vormittag bekannt. Zurzeit wird das Wasser mit Pumpen aus dem Stausee in die Pipeline zur Kläranlage gefördert. Der Wasserstand hat bisher noch nicht die Auslaufstutzen des Dammes erreicht. Die Kapazität der Pumpen liegt bei 500 Kubikmeter pro Stunde, während die Kapazität des Auslaufs 1 100 Kubikliter pro Stunde beträgt. Das Wasser erreichte am Sonntag die Kläranlage, die ebenfalls in Betrieb genommen wurde. Nach dem Klärprozeß wurde das Wasser auf den Weg zur ersten Pumpstation geschickt. Die erste Pumpstation ist etwa 25 Kilometer von der Kläranlage, die sich beim Damm befindet, entfernt.

ZUGKATASTROPHE FORDERT 14 MENSCHENLEBEN

Johannesburg — Bei einem Zusammenstoß zweier Passagierzüge kurz außerhalb des Soweto-Bahnhofes Dube wurden am Samstagmorgen zwölf Bantus auf der Stelle getötet, während mehr als 250 Passagiere mit zum Tell schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Zwei weitere Bantus erlagen in der Nacht zum heutigen Montag ihren Verletzungen.

Die Kollision ereignete sich, als ein mit Bantu-Arbeitern vollbesetzter Passagierzug auf dem Wege zur Stadtmitte kurz außerhalb des Dube-Bahnhofes von hinten auf einen stillstehenden Zug raste. Zwei Passagierwaggons wurden infolge des Zusammenstoßes in völlige Wracks verwandelt. Verschiedene ums Leben Gekommene und Verletzte konnten nur mit Hilfe von Schweißbrennern aus den Trümmern geborgen werden. Für Bergungs- und Erste-Hilfe-Zwecke waren innerhalb einer kurzen Zeitspanne über 25 Ambulanzwagen zur Stelle. Sämtliche Verletzte wurden unverzüglich zur Behandlung ins Baragwanath-Hospital gebracht, doch mussten nur zwölf der Katastrophenopfer im Krankenhaus aufgenommen werden.

KIRCHE UND GUERILLAS

London — Der frühere Konteradmiral Sir Anthony Buzzard sagte in einer Rede vor dem Kongreß der katholischen Friedensorganisation „Pax Christi“, es könnte notwendig werden, dass die Christen die „Freiheitskämpfer“ im südlichen Afrika unterstützen sollten, wenn sich die Rassenbedingungen dort nicht besserten. Sir Anthony meinte, man sollte offenen Geistes den Umfang der Unterstützung prüfen, die man den „Freiheitskämpfern“ leisten müsse. Er gebe nur seiner eigenen Meinung Ausdruck, sagte der frühere Konteradmiral, der jetzt in der internationalen Abteilung des britischen Kirchenrates tätig ist. Die Bestrebungen der Guerillas und die zeitliche Festlegung ihrer Aktionen sollten koordiniert werden mit allen notwendigen diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen der übrigen Welt, um die Lage der Rassen im südlichen Afrika zu verbessern. Gewalt sollte nur als letztes Mittel angewandt werden. Das Dilemma der Kirche bestehe darin, dass sie mit beiden Seiten Kontakte unterhalten müsse, um die Standpunkte auszusöhnen. Man müsse daher die Verbindung mit den Guerillas und mit der Regierung Vorster aufrechterhalten.

WAR EIN ATTENTAT GEPLANT?

Karachi — Mit knapper Not entging am Sonntag Polens Präsident Mirian Spychalski dem Tode und aller Wahrscheinlichkeit nach einem auf sein Leben gezielten Anschlag, als auf dem Flughafengelände des internationalen Flughafens von Karachi ein Lastkraftwagen in eine Menschenmenge fuhr und dabei vier Menschen — darunter Polens Vize-Außenminister — tötete. Obwohl sich President Spychalski ebenfalls unter der Menschenmenge befand, entging er dem Tode, zumindest aber schweren Verletzungen dadurch, da das Fahrzeug ihn um rund zwei Meter verpasste.

142 JUGENDLICHE AUF GRAUENVOLLE WEISE VERBRANNT

St Laurent Du Pout (Frankreich) — In dem kleinen französischen Dorf St. Laurent Du Pont kamen in den frühen Morgenstunden des gestrigen Sonntags 142 Jugendliche — es handelte sich dabei hauptsachlich um Teenager im Alter zwischen 17 und 21 Jahren — auf grauenvolle Weise ums Leben, als ein Tanzsaal, in dem sie sich gerade befanden, innerhalb der kurzen Zeitspanne von nur vier Minuten völlig niederbrannte. Nur wenigen Partyteilnehmern konnte es gelingen, sich geistesgegenwärtig aus dem Tanzsaal ins Freie zu retten und somit der Feuersbrunst zu entkommen. Für die hohe Zahl der Todesopfer macht die Behörde des Dorfes den Umstand verantwortlich, dass die Gastgeber zuvor sämtliche Türklinken der Notausgange aus Vorsorge gegen etwaige Krawallmacher und Ruhestörer entfernt hatten und für die Jugendlichen somit jeglicher Notausgang versperrt war. Der Feuerausbruch ist wahrscheinlich durch einen Kurzschluss entstanden.

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