18 Juni 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1970-06-18

SÜDWESTAFRIKA BLEIBT SAL-STIEFKIND

Johannesburg — Südwestafrika bleibt das Stiefkind der südafrikanischen Luftfahrtgesellschaft SAL. Ab 1. August werden „drastische Verbesserungen“ eingeführt. In der Republik verkehren nur noch Jets. Südwestafrika gehört jedoch offensichtlich auf dem Gebiet des Luftverkehrs nicht zur Republik. Südwestafrika wird weiter mit den in der Republik aus dem Verkehr gezogenen Viscounts versorgt.

Während die Flüge zwischen Johannesburg und Kapstadt sowie Johannesburg und Durban erheblich vermehrt werden und in fast stündlichen Abständen verkehren, operiert Südwestafrika weiterhin mit Wartelisten und einer Kundenbehandlung, die zu zahlreichen Beschwerden geführt hat. Im Computer-Zeitalter müssen die Wartelisten-Passagiere oft tagelang die 28 Meilen lange Strecke zurücklegen, um dann festzustellen, dass sie doch nicht an Bord kommen. Fracht wird bei gleicher Gebühr in Johannesburg liegengelassen, weil die Flugzeuge angeblich fiberlastet seien. Auch von Windhoek erreichen Frachtladungen nicht mehr die vorgesehenen Anschlüsse nach Übersee in Johannesburg, weil die Flugzeuge nicht in der Lege seien, das entsprechende Gewicht zu tragen. Vorstellungen verschiedener Organisationen sind ergebnislos geblieben. Dabei sollte die starke Nachfrage Sitzplatzen und Frachtraum bei SAL bekannt sein.

DER UNTERSCHIED ZWISCHEN SCHWARZ UND WEISS

Genf — Ministerpräsident B. J. Vorster erklärte gestern auf einer abschließenden Pressekonferenz in Genf, er hege große Hoffnung für ein wachsendes Verständnis für die Situation Südafrikas und die Innenpolitik des Landes. Die Welt werde einsehen, dass es eine Zusammenarbeit zwischen den Ländern ohne Rücksicht auf Meinungsverschiedenheiten über die Innenpolitik gebe. Vorster fügte hinzu, dass seine Reise nach Portugal, Spanien, Frankreich und der Schweiz höchst wertvoll aus persönlichen und diplomatischen Gesichtspunkten gewesen sei. „Wir hatten sehr erfolgreiche Diskussionen mit den Ministerpräsidenten und anderen Regierungsmitgliedern in Portugal, Spanien und Frankreich. Die Reise endete mit einer instruktiven Konferenz der südafrikanischen Botschafter hier in Genf“, sagte Vorster.

Der Ministerpräsident gab in Genf bekannt, er werde dem südafrikanischen Parlament während der kommenden Sitzungsperiode, die im Juli beginnt, einen vollen Bericht über seine Reise geben. Die Gespräche Vorsters mit politischen Führern anderer Länder hatten ein weites Feld gedeckt. Hierbei seien verschiedene Interessenübereinstimmungen festgestellt worden.

EINZELHEITEN ÜBER BOTSCHAFTERENTFÜHRUNG

Rio de Janeiro — Der deutsche Botschafter in Rio de Janeiro, Dr. Ehrenfried von Holleben, der am Dienstag von seinen Entführern wieder freigelassen wurde, sagte, er habe erst bemerkt, dass er entführt werde, als Schüsse fielen. Vorerst habe er geglaubt, sein Dienstwagen sei in einen Verkehrsunfall verwickelt worden. Der 61-jährige deutsche Botschafter war 123 Stunden lang von brasilianischen Terroristen gefangen gehalten worden. Nachdem die brasilianische Regierung 40 politische Häftlinge nach Algerien ins Exil geflogen hatte, wurde von Holleben wieder freigelassen.

Auf einer Pressekonferenz in der deutschen Botschaft berichtete von Holleben über seine Entführung. Unmittelbar nachdem er aus seinem Dienstwagen gezerrt wurden war, haben ihm seine Entführer die Augen verbunden. Die meiste Zeit verbrachte er in einer großen Kiste, die in einem hellerleuchteten Raum stand. Botschafter von Holleben machte auf der Pressekonferenz einen gelosten Eindruck. Während der fünf Tage seiner Gefangenschaft hat er niemals die Gesichter seiner Entführer zu sehen bekommen, da sie ständig schwarze Masken trugen.

AKTIONEN ISRAELISCHER KOMMANDOS

AviV7Kairo — Israelische Kommandos drangen in der Nacht zum Mittwoch 110 Kilometer tief in syrisches Gebiet ein, zerstörten eine Brücke, 60 Kilometer südlich von Damaskus; und beschossen Militärlager nordöstlich der syrischen Hauptstadt. Zwei Syrer wurden getötet und fünf verwundet: Die Kommandos wurden wahrscheinlich mit Hubschraubern ins Innere gebracht. Die Kommando-Unternehmen erfolgten als Repressalie gegen „49 Angriffsakte syrischer, und Guerilla-Truppen“, wobei drei Israelis getötet und 15 verletzt wurden. Die Kommandos drangen bis 40 Kilometer gegen Damaskus vor. Ein Hubschrauber beschoss ein Militärlager mit Granaten. Israelische Flugzeuge unternahmen Angriffsflüge gegen das südliche Syrien. Der internationale Luftverkehr in Beirut war während dreier Stunden unterbrochen.

AUSSÖHNUNG AM KONGO

Kinshasa -- Kongo-Kinshasa und Kongo-Brazzaville haben beschlossen; wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Präsident Joseph Mobutu und Präsident Marien N’Gouabi unterzeichneten auch ein Abkommen, wonach der Verkehr über den Kongo wiederaufgenommen werden soll. Die beiden Präsidenten hatten fast zwölf Stunden lang auf einem Boot in der Mitte des Stromes konferiert. An der Aussöhnung nahm auch Präsident Bokassa von der Zentralafrikanischen Republik teil, der die Zusammenkunft vorbereitet hatte. Weiter waren vertreten der Präsident des Tschad, Francois Tornhalbaye, der Präsident Gabuns, Albert-Bernard Bonog, und ein persönlicher Delegierter des Präsidenten von Kamerun, Ahmadou Ahidjo. Es wurde eine permanente Kommission ernannt, in der sechs Länder vertreten sind und die alle Meinungsverschiedenheiten und Konflikte zwischen den beiden Kongos schlichten sollen. Die Beziehungen zwischen Kinshasa und Brazzaville waren vor 18 Monaten abgebrochen worden.

ERSTER SATELLIT ABGESTÜRZT

Paris - Der Versuch, den ersten Europa-Satelliten in eine Erdumlaufbahn zu bringen, ist gescheitert. Wie die Europäische Organisation für die Entwicklung und den Bau von Raumfahrzeugträgern (ELDO) in Paris mitteilte, hat sich der Schutzschild der letzten der drei Stufen der Rakete:„Eurena eins“ nicht gelöst. Der auf diese Weise schwerer gewordene italienische Satellit ist wahrscheinlich auf Grönland zerschellt. Die Rakete mit dem 214 Kilogramm schweren Satelliten war in der Nacht zuvor vom australischen Versuchsgelände Woomera aus gestartet worden. Zunächst war das Projekt als erfolgreich verlaufen gemeldet worden.

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