10 September 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

9. September 1969

REGIONAKONFERENZ BERUFSTÄTIGER FRAUEN

Windhoek - Von einer sehr Iehrreichen und instruktiven Konferenz afrikanischer Frauen in Malawi sind die drei Delegierten des Klubs berufstätiger Frauen in Südwestafrika im Wochenende nach Windhoek zurückgekehrt. In der malawischen Hauptstadt Blantyre hatten sich in der vergangenen Woche etwa 60 berufstätigen Frauen ans verschiedenen Teilen Afrikas zu der ersten Regionalkonferenz dieser Art auf dem afrikanischen Kontinent. getroffen. Die beiden wichtigsten Diskussionsthemen der Konferenz waren das Analphabetentum in Afrika und die Besteuerung der arbeitenden Frau.

In einem Gespräch mit der AZ erklärte Frau Charlotte Hoeflich nach ihrer Rückkehr aus Malawi am Montag, diese Regionalkonferenz, die als ein Experiment einberufen worden sei, solle künftig in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt werden. Das sei einstimmig beschlossen worden. Über die Intervalle zwischen den Konferenzen sei noch kein endgültiger Beschluss gefasst worden. Wahrscheinlich wird die Regionalkonferenz berufstätiger Frauen des südlichen und südöstlichen Afrikas in Zukunft alle zwei oder drei Jahre stattfinden. Als nächster Treffpunkt sind entweder Lesotho oder die Victoria-Fälle vorgesehen, obwohl die Konferenzteilnehmerinnen auch Südwestafrika in Betracht gezogen haben.

AFRIKANISCHES GIPFELTREFFEN

Addis Abeba - Wie erwartet steht im Mittelpunkt des Gipfeltreffens der Organisation für Afrikanische Einheit in Addis Abeba der Krieg zwischen Nigeria und Biafra. Im Licht dieser Problematik verblasst der Streit um die Befreiungsbewegungen und das Befreiungskomitee der Organisation. Das Nigeria-Komitee unter Vorsitz von Kaiser Haile Selassie trat mehrfach hinter verschlossenen Türen zusammen und führte Gespräche mit Vertretern von afrikanischen Ländern, die nicht zu dem Sechserkreis der Friedensstifter gehören.

Tansanias Präsident Julius Nyerere und Sambias Vize-Präsident Simon Kapwepwe trafen sich mit Nigerias Präsidenten Gowon. Tansania und Sambia haben Biafra anerkannt. Bisher liegen jedoch noch keinerlei Ergebnisse der Unterhandlungen vor.

Die Ministerkonferenz, die das Gipfeltreffen vorbereiten sollte, konnte sich über die Veränderung der Struktur des Befreiungskomitees nicht einigen. Aus Konferenzkreisen verlautet, dass ein neues Komitee zur Reorganisation des Befreiungskomitees gebildet werden solle.

DOROTHY FISCHERS ZUSTAND BEFRIEDIGEND

Kapstadt - Das Befinden von Dorothy Fisher - Südafrikas fünfter und erster weiblicher Herztransplantationspatient - wurde am Montagabend von Ärzten des Groote-Schuur Hospitals als „befriedigend“ bezeichnet. Als die Herzpatientin am Samstagmorgen zu einer Routineuntersuchung im Krankenhaus eintraf, stellte sich heraus, dass sie Sehmerzen hatte. Die Farbige hatte ihr neues Herz im April verpflanzt bekommen.

MONDGESTEIN ZWEI BIS 4,5 MILLIARDEN JAHRE ALT

Washington - Die Steine, die die Astronauten von Apollo 11 vom Mond auf die Erde, gebracht haben, sind nach dem Ergebnis der bisherigen chemischen Untersuchungen zwischen zwei und 4,5 Milliarden Jahre alt. Laut Presseberichten sind die Wissenschaftler im Raumfahrtzentrum Houston. Uber das hohe Alter des Gesteins außerordentlich überrascht. Sie schießen nicht aus, dass einige Steine so alt sind wie das Sonnensystem nämlich 4,5 Milliarden Jahre. Auf der Erde wurden die ältesten Steine bisher 3,3 Milliarden Jahre zurückdatiert.

ZWEITE MONDLANDUNG IM NOVEMBER

Kap Kennedy - Die Startvorbereitungen für die zweite Mondlandung der Amerikaner sind im vollen Gange. Aufrecht auf dem größten Raupenschlepper der Welt stehend er hat die Ausmaße eines Baseballfelds - hat die riesige, etwa 110 Meter hohe Saturn-V-Trägerrakete ihre Fahrt zur Abschussrampe angetreten. Um die vier Kilometer lange Fahrt vom Hangar zur Abschussrampe zu bewältigen, bedarf es sieben Stunden.

Die drei Apollo-12-Astronauten Charles Conrad, Ri­chard Gordon und Alan Bean werden voraussichtlich für 14. November um 17.22 Uhr ihre Reise zum Mond antreten. Wenn alles planmäßig verläuft, werden die Astronauten Conrad und Bean am 19. November um acht Uhr im „Meer der Stürme“ landen. Die Aufenthaltszeit außerhalb der Mondfahre wird etwa fünf Stunden dauern. Dabei sollen mehrere sorgfältige wissenschaftliche Experimente ausgeführt werden. NASA-Beamte hoffen, dass die Mondfähre in der Nähe einer unbemannten amerikanischen Mondsonde -Surveyor 3 - aufsetzen werde. Hier hoffen die Astronauten, einige Untersuchungen vornehmen zu können. Die Sonde war vor nicht allzu langer Zeit weich auf der Mondoberfläche gelandet.

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