15 April 2021 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1971-04-15

ETOSCHA-PFANNE UNTER WASSER

Windhoek — Etwa die Hälfte der Etoscha-Pfanne steht nach einer Luftaufnahme, die von der Abteilung Naturschutz und Tourismus gemacht worden ist, unter Wasser. Mehr als eine Million Flamingos haben sich weite Gebiete der Etoscha-Pfanne als Brutplätze ausgesucht. Zurzeit besteht noch keine Gefahr für die Jungflamingos. Im Jahr 1969 wurden in der wohl größten Wildrettungsaktion der Geschichte 30 000 Jungflamingos vor dem sicheren Tod bewahrt. Das Wasser war verdunstet, bevor die Jungtiere flügge waren. Nach Schätzungen sind in der Etoscha-Pfanne zurzeit etwa fünfmal so viele Flamingos wie in Walvis Bay. Im Zuge der Rettungsaktion von 1969 wurden die Vögel beringt. Ein großer Teil der beringten Vögel wurde in Walvis Bay beobachtet. Die Vögel, die sich jetzt in der Etoscha-Pfanne zum Brüten niedergelassen haben, kommen offenbar aus anderen Teilen Afrikas. Die Beringung wird fortgesetzt. Unglücklicherweise können die Touristen die Vögel nicht sehen, weil sich die Brutplätze zu weit von den Straßen entfernt befinden. Lediglich bei Okerfontein ist ein rosa Horizont sichtbar.

WILEY KONTRA A.H. DU PLESSIS

Kapstadt - Ministerpräsident B. J. Vorster sollte eine gerichtliche Kommission zur Untersuchung der Verwaltung der Fischindustrie und Südwestafrika während der vergangenen zehn Jahre einsetzen. Das forderte der Volksratsabgeordnete J. W E. Wiley (VP Simonstown) am Mittwoch in der Haushaltsdebatte im Volksrat. Wiley ist der Sprecher der Opposition für Angelegenheiten der Fischindustrie. Der Ministerpräsident habe bisher immer gerichtliche Untersuchungskommissionen eingesetzt, wenn es um seine politischen Gegner ging.

Es sei nun an der Zeit, dass eine gerichtliche Kommission die kritische Lage der Fischindustrie in Süd- und Südwestafrika und insbesondere die Zuteilung von Quoten und Lizenzen untersucht und sich mit der Frage befasst, warum Dr. Lochlers Warnungen vor einer Überbeanspruchung der Fischbestände unberücksichtigt blieben. Volksratsabgeordnete der Nationalen Partei, Senatoren und hohe Beamte der Administration hatten ihren Anteil an dem Boom der Fischindustrie, als ernste Warnungen gegen eine Ausbeutung ergingen. Der Ministerpräsident habe in der Vergangenheit wiederholt betont, dass er bei Menschen in hohen öffentlichen Ämtern nur den höchsten Standard dulde. Das sei ein weiteres Argument zugunsten einer Untersuchungskommission.

PARLAMENTSSITZUNG IN UMTATA ERÖFFNET

Umtata — Ungeachtet dessen, was die Welt manchmal sage oder wünsche, bleibe die Tatsache bestehen, dass Frieden, Stabilität und ein zunehmender Geist des Leben und Lebenlassens unter den einzelnen Nationen in Südafrika herrsche, erklärte Staatspräsident J. J. Fouché heute Vormittag in Umtata, als er die vierte Sitzung des zweiten Transkei Parlaments eröffnete. Aus diesem Grund sei Südafrika heute wirtschaftlich gesund und wohlhabend. Die Vorteile dieser Wohlfahrt würden auf alle Völker in dem Land verteilt. „Weil auch Sie in den vergangenen Jahren Anteil an dem Segen des Friedens, der Ordnung und der guten Beziehungen hatten, können Sie heute mit Strolz und Dankbarkeit auf den gesund den Fortschritt hinweisen“, sagte der Staatspräsident.

BOTSCHAFTER SEINEN SCHUSSWUNDEN ERLEGEN

Stockholm - Der jugoslawische Botschafter in Schweden, Wladimir Rolowik, der während der vergangenen Woche bei einem Feuerüberfall auf die jugoslawische Botschaft in Stockholm von zwei in Schweden lebenden in Jugendextremisten fünfmal in den Kopf und die Brust geschossen worden war, ist am Mittwochabend in einem Krankenhaus seinen Schusswunden erlegen. Einem schwedischen Chirurgenteam war es nicht gelungen, die im Gehirn des 55-jährigen Diplomaten befindliche Kugel größeren Kalibers zu entfernen. Rolowik lag seit dem Vorfall in einem Koma und hatte seither sein Bewusstsein nicht wiedererlangt.

Für den Feuerüberfall waren zwei Kroaten einer in Schweden bestehenden kroatischen Guerillaorganisation, der rechtsgerichteten „Ustasha“ verantwortlich. Die beiden Mörder konnten kurz nach dem Überfall von der schwedischen Polizei verhaftet werden. Während des Überfalls waren zwei weitere Botschaftsangestellte durch Kugeln verwundet worden, beide befinden sich jedoch außer Lebensgefahr. Die Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, der Union zwischen den beiden jugoslawischen Hauptprovinzen Kroatien und Serbien ein Ende zu setzen.

BOMBENEXPLOSION

Amsterdam - Eine Bombenexplosion im ersten Stock eines in Zentralamsterdam gelegenen Hochhauses der sowjetischen Handelsdelegation brachte am Mittwochabend eine Betondecke zum Einsturz, wobei drei Erwachsene und ein Kleinkind verletzt wurden. Keiner der Verletzten befindet sich Lebensgefahr. Einem Polizeisprecher zufolge sei eine Notiz im Gebäude gefunden worden, über deren Inhalt jedoch nichts Näheres bekanntgegeben wurde.

Ein Taxifahrer berichtete, dass kurz vor der Explosion drei junge Männer das Gebäude fluchtartig verlassen hätten. Obwohl die Polizei unverzüglich das Gebiet abriegelte, konnte keiner der Attentäter aufgespürt werden.

WIEDER RUHE IM STAATSGEFÄNGNIS VON TURIN

Turin - Im Staatsgefängnis von Turin herrscht seit gestern wieder Ruhe, seitdem es der Polizei gelungen ist, rund 500 der 750 amoklaufenden Häftlinge wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Häftlinge hatten das Hauptquartier des Gefängnisses 24 Stunden Iang besetzt gehalten. Der Anlass ihres Aufbegehrens ist unbekannt.

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