20 Oktober 2021 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1971-10-20

WERNER LIST: EINE UNVERSCHÄMTHEIT

Windhoek - Namens der Ohlthaver & List-Gruppe, der das Grand Hotel gehört, bezeichnete Werner List die Behauptung des Vertreters des Christlichen Instituts von Südafrika, Dr. Bruckner de Villiers, sein Zimmer im Grand Hotel sei von der Sicherheitspolizei durchschnüffelt worden, als eine Unverschämtheit. Die Hotelleitung würde so etwas nicht zulassen und ist auch von keiner Seite in diesem Zusammenhang angesprochen worden. Allerdings sei die Hotelleitung auch nicht über Verhalten und Erklärungen des Gastes erstaunt, da er es offensichtlich darauf anlegt, Schwierigkeiten zu erzeugen.

EINE UNVERMEIDBARE KONFRONTATION

Windhoek - Das jahrelange ungestörte Verhältnis zwischen Kirche und Staat in Südwestafrika wurde plötzlich und beinahe dramatisch in ein ingrimmiges und potentiell brisantes Verhältnis umgewandelt. Das ist die Meinung von Dr. W. Bruckner de Villiers, Amtsträger des Christlichen Instituts in Südafrika, Redakteur der Monatsschrift „Pro Veritate“ und designierter Kreisfunktionär der Progressive Party in Transvaal, nachdem er knapp eine Woche in diesem Gebiet verbracht hat. Sein Auftrag ist die Berichterstattung über das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in Südwestafrika. Sein Gutachten wurde auf eine Bitte der evangelischen Landeskirchen in der Bundesrepublik Deutschland abgefasst.

22 TOTE IM GRENZGEBIET UGANDAS

Kampala/Nairobi/Mogadischu - Im Grenzgebiet Ugandas sind am Dienstag durch Artilleriebeschuss oder Luftangriff 22 Zivilpersonen getötet und sechs Soldaten verletzt worden. Ein Sprecher der ugandischen Regierung erklärte in Kampala, 20 Personen seien in der Nähe des Dorfes Kikagati - wo schon früher ein Grenzzwischenfall stattgefunden hatte - und zwei im Gefängnis von Mutikula ums Leben gekommen. Ein Soldat habe Beine und Arme verloren. Für den Zwischenfall wird Tansania verantwortlich gemacht, während in Daressalam erklärt wird, das Feuer sei auf ugandischer Seite eröffnet worden, worauf tansanische Truppen ebenfalls geschossen hätten. Es ist der erste größere Zusammenstoß seit den Grenzkämpfen, die Ende August stattgefunden hatten.

„UNTERARBEITETE“ UNO-SEKRETÄRE

New York - Die UNO-Sekretäre seien so „unterarbeitet“, dass sie sich in psychoanalytische Behandlung begeben mussten, meinte der saudi-arabische Delegierte Tamil Baroody. Gewisse UNO-Angestellte hätten nie genügend Arbeit und säßen daher gelangweilt in der Kaffeestube.

Das UNO-Sekretariat sei zu einem Refugium von Personen geworden, die von ihren Regierungen nicht beschäftigt werden könnten. Während drei Jahren sollte jedes Jahr der Angestelltenbestand der UNO um fünf Prozent gekürzt werden. Neueinstellungen sollten auf ein Minimum beschränkt bleiben. Auch ein Sowjetdelegierter kritisierte diese Zustände und bezeichnete es als unverantwortlich, dass in den letzten fünf Jahren im Sekretariat 2 500 Posten geschaffen worden seien, so dass es jetzt deren 11 000 gebe.

MEINUNGSDIFFERENZEN IM WELTSICHERHEITSRAT

New York - Wie zu erwarten war, kam der Weltsicherheitsrat auch gestern zu keiner Entscheidung in der Südwestafrika-Frage. Seit dem sechstägigen israelisch-arabischen Krieg im Juni 1967 nimmt die Südwestafrika-Frage die längste Sicherheitsratsdebatte in Beschlag. Die gegenwärtige Debatte läuft seit dem 27. September. Es ist fraglich, ob es während der heutigen Sitzung des Sicherheitsrates, die um 21.30 Uhr (SA-Zeit) beginnt, zu der Annahme einer Resolution kommt. Die vier Afrikaländer Burundi, Sierra Leone, Somalia und Syrien haben ihren Resolutionsentwurf erneut verändert. Sie haben Teile abgeschwächt und andere Teile verschärft. Es ist ihnen jedoch klar, dass ihr Entwurf für mindestens zwei Länder, nämlich Frankreich und England, unannehmbar ist. Aus diesem Grund haben die Afrikaner bereits an die Westmächte appelliert, sich bei der Abstimmung nur der Stimme zu enthalten, und sich nicht direkt gegen den Vorschlag auszusprechen. Von Seiten des Westens ist bisher kein Resolutionsentwurf vorgelegt worden. Es wird jedoch für möglich gehalten, dass Argentinien den von Frankreich initiierten Vorschlag, einen Dialog zwischen UNO und Südafrika über die Zukunft Südwestafrikas zu führen, in einen Resolutionsentwurf ummünzt.

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