13 Juni 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

12. Juni 1969

DIE SCHULE IST DIE SEELE DES VOLKES

Windhoek - Der Administrator von Südwestafrika J. G. H. van der Wath beglückwünschte gestern im Rahmen einer Mal- und Handfertigkeits-Ausstellung die Höhere Privatschule Windhoek zu ihrem 60-jhrigen Bestehen. Die Schule, so sagte der Administrator, sei die Seele eines Volkes. 60 Jahre seien in der Geschichte keine lange Zeit. In der Geschichte eines jungen Volkes seien 60 Jahre jedoch ein beträchtlicher und wichtiger Zeitabschnitt. Der Administrator betonte die Bedeutung der Lehrer für die Zukunft eines Volkes. Das Kind sei die Zukunft eines Volkes, und ihm gebühre eine gute Erziehung und Ausbildung.

Van der Wath betonte die Bedeutung der Kunst- -und Handfertigkeits-Ausbildung. Er wünschte der HPS noch viele Jahre des Gedeihens.

In seinem Grußwort erklärte der Konsul der Bundesrepublik Deutschland Heinz F. Lewalter unter anderem:

„Die Aufrichtigkeit gebietet einzugestehen, dass ich als Deutscher über den jahrzehntelangen Bestand und das hohe Niveau dieser Lehranstalt besondere Genugtuung empfinde. Dieses Gefühl ist um so stärker, als ich nicht verkenne, das es sich hier, ebenso wie in Karibib und Lüderitzbucht, um eine Bildungseinrichtung handelt, die weit vom Heimatland der deutschen Sprache entfernt einer anderen staatlichen Ordnung angehört and deren Schüler und Eltern loyale Bürger ihres Heimatlandes Südwestafrika sind.

AUSNAHMEZUSTAND IN SENEGAL

Dakar - In Senegal ist am Mittwoch der Notstand erklärt worden, um einen 48-stündigen Generalstreik zu verhindern, der um Mitternacht hätte beginne sollen. Die Nationale Union der senegalischen Arbeiter hatte den Streik ausgerufen, weil die Regierung Sanktionen gegen streikende Bankangestellte ergriffen hatte. Angesichts des Notzustandes sah sich die Union nun gezwungen, den Streik um 48 Stunden zu verschieben. In einer Rundfunkansprache erklärte einer der Generalsekretäre der Union, Alioune Cisse, dass es infolge des Notstandes unmöglich sei, Versammlungen abzuhalten, weshalb der Streik verschoben werden sollte. Eine andere Gewerkschaft, die Senegalische Progressive Union, gab eine Erklärung heraus, die auch von Mitgliedern der Regierung und Nationalversammlung unterzeichnet wurde, in der der Streik als „illegal, unvernünftig und antinational“ bezeichnet wird. Die Gewerkschaftsführer der Arbeiterunion werden beschuldigt, eine Atmosphäre ständiger Agitation zu erzeugen.

KEINE KRISE DER BAUSGESELLSCHAFTEN

Johannesburg - Während des Finanzjahres, das am 31. März endigte, betrug bei den Baugesellschaften der Nettozuwachs an Kapital und Depositen 218 Millionen Rand, ein Ergebnis, das in keinem anderen Finanzjahr erreicht wurde, erklärte der Präsident der Vereinigung der Baugesellschaften, Weiner. In der gleichen Zeit gewährten die Baugesellschaften ein Rekordvolumen an Hypothekarvorschüssen. Noch nicht ausbezahlte, aber gewahrte Darlehen betrugen am 31. März über 130 Millionen Rand. In den letzten Monaten verzeichneten die Investitionen jedoch einen steilen Rückgang, der, wie Weiner sagte, zweifellos mit den wachsenden Investitionen an der Börse und in Investmentfonds in Zusammenhang stehe. Aus den Baugesellschaften sei beträchtliches Kapital abgezogen worden. Infolge des Rückgangs der Investitionen und der Kapitalabhebungen, verbunden mit den bereits eingegangenen Verpflichtungen, sahen sich einige Baugesellschaften genötigt, die für Hausbauten zur Verfügung stehenden Betrage zu kürzen und in einigen Fällen überhaupt keine neuen Darlehen mehr zu gewahren. Die Kreditgewährung sei keine Angelegenheit der Vereinigung, sondern der individuellen Baugenossenschaften, von denen jede selber den Umfang der Kredite bestimme. Es sei nicht möglich vorauszusagen, wie lange Restriktionen angewandt

GESELLSCHAFTSSTEUER 33? CENT JE RAND

Kapstadt - Finanzminister Dr. N. Diederichs kündigte im Volksrat an, dass die Gesellschaftssteuer in Südwestafrika nur 33? Cents je Rand betragen soll, und nicht auf 40 Cents erhöht wird, wie ursprünglich vorgesehen war. Bei der zweiten Lesung des Steuergesetzes sagte der Finanzminister, dass auf Grund des SWA-Gesetzes, das im Laufe der Session vom Volksrat angenommen worden war, Gesellschaften in SWA dem Steuergesetz der Republik unterworfen werden and daher künftig 40 Cents zahlen sollten. Inzwischen habe man bei ihm Schritte mitgenommen und darauf hingewiesen, dass eine Erhöhung der Gesellschaftssteuer von den bisherigen 30 Cents auf 40 Cents unverhältnismäßig hoch sei. Dieses Argument sei stichhaltig, und es sei daher beschlossen worden, die Gesellschaftssteuer auf 33? Cents je Rand festzusetzen.

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