13 September 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

SCHNELLERE ENTWICKLUNG AUF ALLEN GEBIETEN

Windhoek - Staatspräsident J. J. Fouché erklärte heute Vormittag in seiner Eröffnungsansprache auf der Windhoeker Landesausstellung, die gegenwärtige Blütezeit in Süd- und Südwestafrika sollte zur weiteren Entwicklung voll ausgenutzt werden. Gleichzeitig muss Südafrika es aber auch als seine christliche Plicht ansehen, die einheimi-schen Gebiete der Nichtweißen sowie die Nachbarstaaten durch Hilfeleistungen auf allen Gebieten schneller zu entwickeln. „Wir müssen uns besonders darauf konzentrieren, den Nichtweißen beizubringen, sich fortzuentwickeln”, sagte der Staatspräsident. In diesem Zusammenhang zitierte er den bekannten südafrikanischen Industriellen Dr. Anton Rupert, der kürzlich sagte: „Gebt einem Menschen einen Tisch, und Ihr habt ihm eine Mahlzeit besorgt. Bringt ihm das Fangen des Fisches bei, dann habt Ihr ihm eine Existenz gesichert.” Staatspräsident Fouché betonte, dass Südafrika in seinen Bemühungen um die Entwicklung der nichtweißen Heimatgebiete innerhalb seiner Grenzen vorerst immer noch der Geber sein müsse. In zunehmendem Maße werde man sich jedoch auch darauf konzentrieren müssen, die Einwohner dieser Gebiete dahingehend zu unterweisen, dass sie allmählich autark werden können.



DIE SWKARA-FEST MODESCHAU

Windhoek - Das 50-jährige Jubiläum des Karakul-Zuchtvereins von Südafrika wurde gestern Abend mit einer glanzvollen SWAKARA-Modeschau im großen Saal des Sportklubs Windhoek gefeiert. Zu den Ehrengästen gehörten Staatspräsident J. J. Fouché und Gemahlin. Zum ersten Mal wurde eine Modeschau von Kürschnern aus der Republik und Südwestafrika gemeinsam bestritten. In seiner Rede betonte Staatspräsident Fouché die gute Zusammenarbeit verschiedener Bevölkerungsgruppen Südafrikas. Er hob dabei den deutschen Anteil an der Entwicklung der Karakul-Industrie hervor. Diese gehöre heute zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen Südwestafrikas. Wer sich heute mit dem Gedanken einer Aggression Südafrikas trage, müsse mit einer Einheitsfront rechnen.



WEINLAND WALVIS BAY

Walvis Bay - Am Freitag wurde eine Niederlassung der Stellenbosch Wine Trust Ltd.-Gruppe in Walvis Bay offiziell eröffnet. Der Gebäudekomplex dieser achten Niederlassung der Gruppe befindet sich auf einem 1 Hektar großen Grundstück. Hierdurch ist eine Expansion möglich. In der großen Kellerei befindet sich eine Abfüllanlage, die den Einweihungsgästen in Tätigkeit gezeigt wurde. Die gängigen Konsumweine der Gruppe werden vom Weinland im westlichen Kap unabgefüllt nach Südwest transportiert, solange sie jung sind. Die edlen Weine werden von den drei Großkellereien in Stellenbosch und Pearl abgefüllt, reifen aber in Walvis Bay weiter.



ALEXANDER VON HUMBOLDT

Windhoek - Aus Anlass der 200. Wiederkehr des Geburtstages Alexander von Humboldts, des großen deutschen Forschungsreisenden und Gelehrten, veranstaltet die SWA Wissenschaftliche Gesellschaft am 15. September im Theater in der Leutweinstraße eine Gedenkfeier, zu der der Vorstand der Gesellschaft die Öffentlichkeit einlädt. Ein einführender Vortrag des Gesellschaftssekretärs wird, von kurzen Musikstücken umrahmt, zur Vorführung des Farb- und Tonfilmes „Alexander von Humboldt - aus seinem Leben - aus seinen Werk“ überleiten. Die Ausführenden der Musikeinlagen – zwei Canzonen von G. Frescobaldi – sind Frau R. Matzki (Geige), Herr Dr. P. Meyer (Geige) und Herr Dr. H. Maske (Klavier). Der Film wurde von Inter Nationes gedreht und vom Konsulat der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellt.



VERHEERENDE FLUGZEUG­KATASTROPHE

Indianapolis - Am Dienstag kam es in 1800 Meter Höhe zu einem Zusammenstoß zwischen einem Passagierflugzeug und einer einmotorigen Maschine vom Typ Piper „Cherokee”, bei dem 83 Personen ums Leben kamen. An Bord der DC-9 waren 78 Passagiere sowie vier Besatzungsmitglieder, während sich an Bord der kleinen Maschine nur der Pilot des Flugzeugs befand. Das Passagierflugzeug hatte gerade zur Landung angesetzt, als es zu dem Zusammenstoß kam, bei dem sich die Piper in das Heck der DC-9 bohrte. Augenzeugen wissen zu berichten, dass durch den Aufprall der beiden Flugzeuge ein großes Loch in das Heck der DC-9 gerissen wurde, aus dem kurz danach Menschenleiber und Gepäckstücke herausgefallen sein sollen.

Der brennende Rumpf der Passagiermaschine prallte etwa hundert Meter entfernt von einem in der Nähe des Flughafens befindlichen Wohnwagenlagers auf. Die zuvor herausgestürzten Menschenleiber fielen zum größten Teil in das Lager selbst. Ein Kraftstofftank durchschlug das Dach eines Wohnwagens, in dem sich eine Mutter und ihr fünf Wochen alter Säugling befanden. Beide kamen unverletzt davon. Durch die Wucht des Aufpralls wurde ein großer Teil der im Umkreis von hundert Metern befindlichen Fensterscheiben zerstört. Die Wrackteile der Maschine lagen in einem Umkreis von zweihundert Metern verstreut.

Nach den Statistiken ist dies das drittgrößte Flugzeugunglück in den Vereinigten Staaten. Bei der schwersten Katastrophe im Jahre 1960 kamen 134 Personen ums Leben. Damals stürzten zwei in der Luft kollidierte Flugzeuge auf einen belebten Stadtteil und töteten sechs Fußgänger.

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