06 Februar 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

6. Februar 1969

GESCHÄFTSGRUNDSTÜCKFÜR 570 000 RAND

Windhoek - Eine der größten Grundstückstransaktionen in Windhoek wurde am Mittwoch abgeschlossen. Die Versicherungsgesellschaft „South African Mutual Life Assurance Society“ (Old Mutual) hat vier Geschäftsgrundstücke in der Ecke Post- und Stübelstrasse für 570000 Rand erworben.

Es handelt sich bei diesem Objekt um die Grundstücke, die unmittelbar an das Hotel Großherzog grenzen und schräg gegenüber dem Hotel Kaiserkrone gelegen sind. Zwei der Grundstücke werden zur Zeit als Privatparkplatze benutzt. Die Oberfläche dieses Anwesens wird mit 6889 Quadratmetern beziffert. Der Quadratmeterpreis beträgt demnach nahezu 82 Rand.

In einer Presseerklärung der Old Mutual heißt es, dass dieser Konzern das erworbene Baugelände „unverzüglich entwickeln“ wird. Feste Pläne bestehen noch. nicht. In Aussicht wird ein Geschäftszentren und Bürohaus gestellt, das auch über Kellerparkplätze verfügen soll.



UNO-GESPRÄCHE IN LUSAKA

Lusaka - Ein Dreierrat des Elferrates der Vereinten Nationen für Südwestafrika besucht Lusaka, um mit Regierungsstellen in Sambia die Ausgabe von besonderen Reisedokumenten für Flüchtlinge aus Südwestafrika zu besprechen. Nach den Angaben eines Sprechers der UNO-Kornmission für Flüchtlinge, die in Lusaka eine Zweigstelle eingerichtet hat, wird behauptet, dass die Delegation des Elferrates über das Problem „von etwa 1000 Flüchtlingen aus dem Caprivi-Zipfel“, die sich jetzt in Sambia aufhalten sollen, verhandeln wolle. Von Lusaka aus reist der Dreierrat nach Daressalam und Addis Abeba.



ERSTE LESUNG DES SWA-GESETZES

Kapstadt - Innenminister S. L. Muller hat dem Volksrat am Mittwoch das Änderungsgesetz in Bezug auf Südwestafrika vorgelegt. Das Gesetz wurde zum ersten Mal gelesen. Vizeminister J. G. H. van der Wath hatte die Gesetzesvorlage im vergangenen Jahr bereits eingebracht.

Dieses Gesetz soll die Neuregelung der Beziehungen zwischen Südwestafrika und der Republik in administrativen, gesetzgeberischen und fiskalischen Angelegenheiten regeln.



OST- UND ZENTRALAFRIANISCHES TREFFEN

Daressalam - Vertreter aus 14 ost- und zentralafrikanischen Ländern trafen gestern in Daressalam zusammen, um das Treffen ihrer Staatschefs, das im April in Lusaka stattfinden soll, zu besprechen. Die Konferenz, die hinter verschlossenen Türen stattfindet, wurde von Tansanias Außenminister eröffnet. Er schlug vor, den Bürgerkrieg in Nigeria sowie die Nahostkrise auf die Tagesordnung zu setzen. Die Delegierten erhoben sich zum Gedenken des am Vortage durch einen Bombenanschlag ums Leben gekommenen FRELIMO-Führers Dr. Eduardo Mondlane.

Die Konferenz forderte den britischen Ministerpräsidenten Harold Wilson auf, unverzügliche Schritte zu unternehmen, um das Gerichtsverfahren gegen den des Mordes angeklagten ZANU-Führer Rev. Sithole in Salisbury zu stoppen. Ähnliche Appelle wurden an UNO-Generalsekretär U Thant und den Generalsekretär der Organisation für Afrikanische Einheit, Diallo Telli, gerichtet.



FLÜCHTLINGSPÄSSE

Lusaka - Ein aus drei Personen bestehendes Unterkomitee des SWA-Rates der Vereinten Nationen traf gestern in Lusaka ein. Hierbei handelt es sich um den sogenannten UNO-Kommissar für Südwestafrika, den Griechen Konstantin Stavropoulos, sowie Sir John Carter, Guayana, und Mustafa Abdel-Wahab, VAR. Stavropoulos erklärte Berichterstattern auf dem Flughafen von Lusaka, dass der Unterausschuss mit sambischen Regierungsvertretern die Frage von Reisedokumenten für südwestafrikanische Flüchtlinge besprechen wollte. Diese Reisedokumente sollen ihre Besitzer in die Lage versetzen, Sambia sowie Tansania zu verlassen und in diese Länder wieder zurückzukehren. Ein Problem sei, festzustellen, ob der Antragsteller tatsächlich von Südwestafrika sei, sagte Stavropoulos. Der Grieche gab bekannt, dass außer Tansania und Sambia zehn andere Länder sich bereit erklärt hatten, die sonderbaren Reisedokumente anzuerkennen. Hierzu gehören die Vereinigten Staaten und Japan.



FORTGESETZTE DEBATTE ÜBER LIMEHILL

Kapstadt - Der größte Teil der Volksratsdebatte zum Misstrauensvotum des Oppositionsführers wurde am Mittwoch den Verhältnissen in Limehill gewidmet. In diese Gegend wurde eine Gruppe von Bantus umgesiedelt. Seither ist diese Umsiedlung wiederholt von verschiedenen Seiten wegen der dort angeblich herrschenden Missstände heftig kritisiert worden.

Gesundheitsminister Dr. Carel de Wet erklärte im Volksrat, über einen Zeitraum von fünf Monaten seien 73 Personen in den Wohngegenden Limehill, Uitval und VergeIegen mit einer Gesamtbevölkerung von 7500 gestorben. Das entspricht einer Sterblichkeitsrate von 25 von 1000 in einem Zeitraum von zwölf Monaten. Diese Sterblichkeitsrate liegt unter der zahlreicher anderer Staaten in Afrika.

Der Minister fügte hinzu, dass medizinisch nachgewiesen ist, dass eine grassierende Darmentzündung zu Beginn des Sommers in Gemeinschaften, die es mit der Hygiene nicht sehr ernst nehmen, immer eine größere Zahl an Todesopfern fordert.

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