01 August 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

30. Juli 1969

DREI LÖWEN VERSCHWUNDEN

Windhoek - Drei Löwen, die vor einigen Tagen aus dem Etoscha-Nationalpark verschwanden und ein Rind auf einer benachbarten Farm gerissen haben, sind wieder im Naturschutzpark. Der Löwe und die beiden Weibchen verbrachten ein paar Tage auf der Farm Elandsfontein von J. P. Jacobs. Der Farmer hatte die Naturschutzbeamten von der Anwesenheit der Löwen benachrichtigt. Am Samstagmorgen konnte der Löwe gefangen, betäubt und in den Naturschutzpark zurücktransportiert werden. Die Löwinnen sind von selbst zurückgekehrt. Der Löwe trägt ein weißes Band um seinen Hals und blaue Ohrmarken. Die Abteilung für Naturschutz and Fremdenverkehr hat einen Aufruf an die Farmer in der Umgebung des Naturschutzparkes erlassen, sofort mit Okaukuejo in Verbindung zu treten, falls sie diesen Löwen bemerken sollten. Die Abteilung Naturschutz wird dann sofort bemüht sein, den Löwen wieder einzufangen.



VON NORDENSAFARI ZURÜCK

Windhoek - Die Kommission, die im Auftrage des Ministeriums für Bantuverwaltung und -entwicklung sowie der Südwester Exekutive Tourismus-Möglichkeiten in den nördlichen Bantugebieten Südwestafrikas untersuchen soll, ist am Samstag von ihrer zehntägigen Reise, die sie zur Skelettküste, ins Kaokoveld, Ovamboland und an den Okavango führte, zurückgekehrt. Die Kommission steht unter Vorsitz von S. von Bach, MdE. Sie wird aufgrund ihrer Inspektion einen Bericht verfassen und diesen dem Ministerium für Bantuverwaltung und -entwicklung sowie der Südwester Exekutive vorlegen. Zum Auftrag der Kommission gehört die Untersuchung der Jagd- und Fremdenverkehrsmöglichkeiten in den nördlichen Bantugebieten, ferner die Frage der Anlegung von Straßen, Touristenkamps sowie die Frage der Verkleinerung des Etoscha-Wildparks, wie von der Odendaalkommission vorgeschlagen.

TERRORISTENPROZESS WIRD FORTGESETZT

Windhoek - Im Windhoeker Obergericht wurde der Prozess gegen acht mutmaßliche Terroristen heute Vormittag fortgesetzt. Der Staatsanwalt, Advokat Piet Oosthuizen, schloss seine Zeugenvernehmung formell ab, und Verteidiger J. A. Erasmus begann, Zeugen für die Verteidigung zu rufen. Es ist noch nicht bekannt, wie lange die Zeugenvernehmung des Verteidigers dauern wird.

DR. VAN ECK KANN WIEDER SPRECHEN

Johannesburg - Dr. H. J. van Eck, Präsident der Industrial Development Corporation, der im Juni einen Schlaganfall erlitten hatte, macht gute Fortschritte, wie Frau van Eck am Dienstag erklärte. Dr. van Eck beginnt wieder zu sprechen und versucht auch wieder zu gehen. Er befindet sich zu Hause, wo er physiotherapeutisch behandelt wird.

WIEDER EINMAL SICHERHEITSDEBATTE

New York - Der Weltsicherheitsrat tritt, wie kurz berichtet, heute um 21 Uhr (SA Zeit) in New York zusammen, um über die Situation in Südwestafrika zu beraten. Der sogenannte „UNO-Rat für Namibia“, der aus elf Ländern besteht, hat dem Weltsicherheitsrat sein Unvermögen geschildert, die Verwaltung Südwestafrikas, wie von der Generalversammlung gefordert, zu übernehmen. Der Sicherheitsrat soll jetzt die notwendigen Schritte unternehmen, um den Elferrat an die Stelle der südafrikanischen Administration zu setzen.

MUSEUM SWAKOPMUND

Swakopmund - Der durch Südwest gezogene Touristenstrom hat in den vergangenen Ferienwochen dem Swakopmunder Museum eine Rekordzahl an Besuchern gebracht. Vom 20. Juni bis zum 16. Juli haben 2665 Besucher einen Rundgang durch das Museum gemacht. Wie aus der Liste hervorgeht, kamen die meisten aus Südafrika. Die Museumsleitung ist erfreut, dass die leider schon auf zu engem Raum angebotene Schau-Kenntnisse über Südwest und seine Bevölkerung weite Kreise streuen kann.

SCHARLACHH IN MALTAHÖHE

Maltahöhe - In der Grundschule in Maltahöhe ist Scharlach ausgebrochen. Bisher sind 18 Fälle gemeldet worden. Ernste Fälle sind bisher nicht diagnostiziert. Das Krankenzimmer des Schillerheims ist voll besetzt, ein Tell der Eltern holte ihre Kinder auf die Farmen, um sie zu Hause zu verpflegen. Die Krankheit nimmt noch weitere Ausmaße an.

PAPST PAUL BESUCHT UGANDA

Bona - Am Donnerstag trifft Papst Paul zu einem drei-tägigen Besuch in Uganda ein. In verschiedenen Kreisen wird diese seine achte Auslandstour als die bisher schwierigste bezeichnet. Zum ersten Mal in der Geschichte besucht ein Papst während seiner Amtszeit den afrikanischen Kontinent. Obwohl Afrika der einzige, bisher von keinem Papst besuchte Kontinent ist, hat die katholische Kirche in Afrika beachtliche Erfolge erzielen können. In den vergangenen fünfzig Jahren ist die Anzahl der afrikanischen Katholiken von zwei auf fünfzig Millionen gestiegen. Doch sieht sich Papst Paul auch mit verschiedenen Problemen konfrontiert, die aus den Veränderungen innerhalb der ehemaligen Kolonialgebiete resultieren.

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