13 Januar 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

12. Januar 1970

WASSERRESTRIKTIONEN AB MITTWOCH

Windhoek - Die von dem Windhoeker Stadtrat beschlossenen und von Administrator J. G. H. van der Wath gebilligten Wasserrestriktionen für die Landeshauptstadt treten am Mittwoch in Kraft. Entsprechende Ankündigungen erscheinen heute in den Windhoeker Zeitungen.

Ein Sprecher der Windhoeker Stadtverwaltung teilte der AZ heute Vormittag mit, dass die neuen Wassertarife zwar schon mit Wirkung vom 6. Januar 1970 gelten, sie aber erst auf den Wasserrechnungen der Monate März oder April in Erscheinung treten werden.

Die Windhoeker Wasserrestriktionen betreffen in erster Linie die Verwendung von Gartenschläuchen oder Wassersprenganlagen beim Bewässern. Mit Wirkung vom Mittwoch ist die Verwendung dieser Geräte verboten.

DER AUFRUF EINES ENGLÄNDERS

Lusaka - Zu einer „gemeinsamen und konzertierten Aktion“ gegen eine gewaltsame Umsiedlung der Hereros in Südwestafrika hat ein Mitglied der „United Nations Assocation“ in London, John Ennals, die afrikanischen Staaten in Lusaka aufgerufen. Ennals war kürzlich in Südwestafrika, ehe er von der südafrikanischen Regierung deportiert wurde.

In einem Rundschreiben an die Delegierten zu der ost- und zentralafrikanischen Außenministerkonferenz behauptet er, die südafrikanische Regierung wolle die Hereros aus ihrem traditionellen Stammesgebiet in eine „Wüstengegend“ an der Botswanagrenze umsiedeln. Er teile die „Frustration“ derjenigen, die diesem Gebiet die Unabhängigkeit wünschen. Die drohende Umsiedlung bedürfe der Aufmerksamkeit der afrikanischen Staaten.

Während seines Aufenthaltes in Südwestafrika soll Ennals, der Bruder des britischen Kabinettsministers David Ennals, mit Clemens Kapuuo zusammengetroffen sein.

MADAGASKAR UND SÜDAFRIKA

Paris - Der Präsident von Madagaskar (Malagasy), Philibert Tsiranana, erklärte bei seiner Ankunft in Paris, sein Land beabsichtige, mit der Republik Südafrika wirtschaftliche und soziale Beziehungen aufzunehmen. Dies stelle eine erste Etappe dar. Man werde später sehen, ob auch diplomatische Beziehungen aufgenommen werden konnten. Auf Fragen von Journalisten antwortete Tsfranana, dass Madagaskar gegen die Apartheidpolitik sei. „Südafrika muss seine Haltung der Superiorität über die nichtweißen Völker aufgeben. Die Antwort auf Rassismus ist Antirassismus. Indem wir unser Land Südafrika öffnen, führen wir die Südafrikaner zu einem besseren Verständnis für die Beziehungen zwischen nichtweißen und weißen Völkern.“ Tsiranana wird sich drei Tage in Paris aufhalten und sich nachher nach Yaoundé in Kamerun begeben, wo eine Konferenz afrikanischer Staatsoberhäupter stattfindet.

ENTFÜHRTE TWA-BOENG BESCHÄDIGT

Beirut - Ein höflicher, mit einem Gewehr und zwei Pistolen bewaffneter junger Franzose entführte am Freitag früh eine Boeing der Trans World Airlines aus Frankreich nach Beirut. Nach erfolgter Landung in Beirut gab der etwa 20-jährige Luftpirat mehrere Schüsse auf das Instrumentenbrett der Maschine ab, ohne dabei jedoch Besatzungsmitglieder oder Passagiere zu verletzen. Libanesische Sicherheitsbeamte, die zuvor aus Sicherheitsgründen mit einer Anzahl von Soldaten Position auf dem Flughafen bezogen hatten, begaben sich daraufhin an Bord des Flugzeugs und verhafteten den Franzosen ohne Widerstand.

Während eines Verhörs im Beisein des französischen Botschafters gab der Franzose seinen Hass gegen alle Amerikaner wie auch die israelischen Grenzaktionen am vorvergangenen Wochenende als Grund für seine Einmannaktion an. Gleichzeitig wies er jedoch alle Behauptungen zurück, dass er irgendeiner politischen Organisation angehöre, und erklärte, dass er der Palästina-Befreiungsfront Sympathien entgegenbrachte. Bei Verurteilung droht dem Luftpiraten eine Gefängnisstrafe zwischen drei und sieben Jahren.

NACH DEN BOMBEN DIE ROSINEN

Lagos - Der Krieg zwischen Nigeria und Biafra geht seinem Ende entgegen. Obwohl die Siegesmeldungen der Föderationstruppen übertrieben sind, ist die Niederlage Biafras eine Frage von wahrscheinlich kurzer Zeit. Das Staatsoberhaupt der Föderation, Generalmajor Gowon, hat an die biafranischen Truppen appelliert, ihre Waffen niederzulegen und sich in den Schutz der nigerianischen Truppen zu begeben. General Gowon hat seinen Sieg über die abtrünnigen Biafraner in erster Linie britischen und sowjetischen Waffenlieferungen zu verdanken.

Jetzt werden britische Flugzeuge mit Medikamenten und Nahrungsmitteln beladen, um den hungernden Opfern des blutigen Stammeskrieges Hilfe zu bringen. Ein britisches Luftwaffenflugzeug vom Typ Hercules soll heute mit 9000 kg Medikamenten England verlassen und diese dem Roten Kreuz in Nigeria zur Verfügung stellen. Eine bisher nicht bekanntgegebene Anzahl von Lastwagen aus britischen Wehrmachtsbestanden soll Nigeria ebenfalls für Hilfszwecke zur Verfügung gestellt werden.

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