26 Juni 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

25. Juni 1969

WIEDER EINE ERKLÄRUNG AUS REHOBOTH

Rehoboth - In einem Hilferuf an die Vereinten Nationen, die USA und andere Westmächte kulminiert die jüngste Erklärung des Rehobother Basterrates im Zusammenhang mit der von der südafrikanischen Regierung geplanten Entwicklungsgesellschaft für das Basterland. „Sie dürfen nicht länger ein blindes Auge und taubes Ohr für uns haben. Ein kleines Völkchen in seiner tiefsten Not und dunkelsten Stunde ruft sie um Hilfe an. Wir sind Ihre Verantwortung“, heißt es in der Erklärung.

Auch ergeht ein Aufruf darin an „alle Baster aus Rehoboth“: „Zeigt in dieser Sache, die Eure Zukunft und Eure Nachkommen im tiefsten Wesen angeht, der südafrikanischen Regierung und aller Welt eine vereinigte Front. Ein falscher Schritt unsererseits kann bedeuten, dass wir in unserem eigenen Land nur Holzfäller und Wasserträger sind. Uneinigkeit in unseren eigenen Reihen war immer schon unser Untergang, und Uneinigkeit in dieser Angelegenheit wird dem braunen Menschen die größte Niederlage in seiner Geschichte bringen.“

ERGEBNISSE DES SÜDAFRIKANISCHEN BERGBAUS

Johannesburg - Es scheine, dass die Erhöhung des Goldpreises stets wachsende Unterstützung finde, sagte der Präsident der Bergbaukammer in Südafrika, Dr. T. F. Muller, in seinem Jahresbericht. Das Vertrauen in das Internationale Währungssystem sei noch nicht wiederhergestellt. Das Misstrauen nehme immer noch zu. In einigen Ländern sei es zu Wahrungskrisen gekommen, und es seien noch weitere Krisen zu erwarten. Immer mehr dringe aber die Erkenntnis durch, dass.eine beträchtliche Erhöhung des Goldpreises notwendig sei, um die internationalen Reserven wieder auf eine Höhe zu bringen, die den ungehinderten Verkehr von Gütern und Kapital sicherten. Dr. Muller sagte, es sei Südafrika in Übersee hohes Lob gespendet worden, weil die Republik mit Festigkeit und Würde den Schutz der Rechte der Republik und der Interessen des internationalen Währungssystems vertreten habe. Auch die Bergbaukammer möchte sich diesem lob mit warmem Dank anschließen.

DIE AUSLÄNDISCHE VERTRETUNG IN SALISBAURY

Salisbury - Die noch in Salisbury verbleibenden ausländischen Konsulate erwarten Instruktionen ihrer Heimatländer, ob sie die Vertretungen nicht ebenfalls schließen müssen. Seit der Einführung der Sanktionen haben einige Staaten ihre Konsulate geschlossen oder den Personalbestand reduziert. Gegenwärtig unterhalten noch die Vereinigten Staaten, Frankreich, Holland, Belgien, Italien, die Bundesrepublik und die Schweiz verkleinerte Konsulate. Der amerikanische Generalkonsul W. P. O'Neill sagte, er halte eine Schließung des Konsulats für wahrscheinlich. Das belgische Konsulat wird nur noch von einem Kanzler verwaltet, und die Schweiz hat den in ein anderes Land versetzten Konsul nur durch einen Verweser ersetzt. In Bezug auf die diplomatischen Vertretungen Südafrikas und Portugals wird keine Änderung erwartet.

AFROASISATISCHE RESULOTION ZURÜCKGEWIESEN

New York - Der Sicherheitsrat hat am Dienstag die-Resolution der afroasiatischen Staaten, die Sanktionen gegen Rhodesien zu verschärfen und sie auf Südafrika und Portugal auszudehnen, abgelehnt, da nur acht Länder sich für die die Resolution aussprachen. Ein Entschluss ist rechtskräftig, wenn neun Stimmen dafür abgegeben werden; außerdem kann eine der vier Gramachte ihr Veto einlegen. Der Stimme enthalten haben sich Großbritannien, die USA, Frankreich, Columbien, Finnland, Paraguay und Spanien.

ITALIENS REGIERUNGSBEAMTE STREIKEN

Rom - Schätzungsweise 250 000 italienische Regierungsbeamte traten am Mittwoch in einen 48 Stunden dauernden Streik, mit dem die Forderungen nach höheren Löhnen und administrativen Reformen unterstrichen werden sollen. Die Reihen der Streikenden erstrecken sich vom einfachen Museumsgehilfen bis zu höher gestellten Regierungsbeamten. Nicht betroffen sind Eisenbahnangestellte, Lehrer und das Personal des italienischen Postwesens. Obwohl es zu Gesprächen zwischen Gewerkschaftsführern und Regierungsvertretern gekommen war, wurden diese abgebrochen, da sie ergebnislos verliefen. Man nimmt an, dass die gesamte italienische Bürokratie durch den Streik lahmgelegt werden

WEITERE ANTI-ROCKEFELLER-AKTIONEN

Montevideo - Zwei als Polizisten verkleidete Terroristen drangen am vergangenen Freitag in ein Gebäude von General Motors ein und legten Feuer, nachdem sie einen Teil des Gebäudes mit Benzin bespritzt hatten. Der Sachschaden beträgt nach vorsichtigen Schätzungen etwa 700 000 Rand. Die meisten Büros sowie sechs Personenkraftwagen fielen dem Feuer zum Opfer, ehe die Feuerwehr den Brand löschen konnte. Die Brandstiftung erfolgte, kurz bevor Präsident Nixons Sondergesandter Nelson Rockefeller zu einem Besuch in Montevideo eintraf.

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