11 Juli 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

9. Juli 1969

KRITIK AN HÄUPTLING JACKIE ASHIPALA

Windhoek - Ursprünglich waren der Zeuge, ein gewisser Leo Shapela und Jackie Ashipala drei sehr gute Freunde. Sie haben oft aber die Probleme der Ovambos diskutiert. Damals war Ashipale noch Stammessekretär und der SWAPO wohlgesonnen. Man hatte geglaubt, durch die SWAPO die Unabhängigkeit für das Ovamboland erreichen zu können. Im Laufe der Zeit distanzierte Ashipala sich aber von der SWAPO.

Als er schließlich von der Regierung zum Häuptling ernannt wurde, breitete sich Unzufriedenheit unter seinen Untertanen aus. Der Zeuge sagte, es waren noch andere Anwärter auf dieses Ana vorhanden gewesen, die dem Volk genehmer gewesen wären. Jackie Ashipala habe sich wie ein Diktator verhalten. Auf Fragen des Verteidigers bestätigte der Kronzeuge, dass der Häuptling sich selbst bereichern wollte.

Das tat er, indem er z.B. Rinder in seinen eigenen Kral treiben ließ, die ihm nicht gehörten; oder für geringfügige Vergehen hohe Strafen auferlegte. Wenn der Bestrafte diese nicht zahlen konnte, ließ Ashipala ihm so lange in Ketten legen, bis die Strafe gezahlt war. Darin machte er keinen Unterschied zwischen Mitgliedern der SWAPO und Nichtmitgliedern. Er handelte vollkommen willkürlich. Die Stammesangehörigen haben diese Handlungsweise Ashipalas als verletzend empfunden.

„TEACH-IN“ ÜBER RASENGESETZE

London - Etwa hundert Apartheidsgegner vereitelten den Versuch von fünfzig Demonstranten der Nationalen Front - eine extrem rechtsgerichtete Organisation -, einem sogenannten „teach-in“ über die südafrikanischen Rassengesetze beizuwohnen. Die Demonstranten erschienen mit Plakaten, die mit Inschriften wie „Haltet Großbritannien weiß“ und „Unterstützt Rhodesien“ versehen waren, vor einem Londoner Theater, in dem der Vortrag gehalten werden sollte. Nachdem ihnen der Zutritt verweigert worden war, verharrte die Gruppe etwa eine Stunde im Regen vor dem Gebäude, ehe sie wieder abzog. Das „teach-in“ war anlässlich des 14. Jahrestages des südafrikanischen „Freiheitstages“ abgehalten worden. Dieser sogenannte „Freiheits-tag“ Land zum ersten Mal im Jahre 1955 in Johannesburg statt und sollte dazu dienen, der südafrikanischen Apartheidspolitik ein Ende zu setzen.

SCHWERE UNRUHEN IN NAIROBI

Nairobi - Trotz eines starken Polizeiaufgebotes und trotz der Appelle fahrender Politiker, Ruhe zu bewahren, erlebte Nairobi einen Nachmittag und eine Nacht der Gewalt. Zu den ersten Unruhen kern es gestern Nachmittag während der Trauerfeier für den erschossenen Minister für wirtschaftliche Planung und Entwicklung, Tom Mboya, in der Kathedrale von Nairobi. Luo-Demonstranten bewarfen die ein-treffenden Wagen mit Steinen. Selbst der Wagen von Staatspräsident Jomo Kenyatta wurde von einem Steinhagel und Protestrufen empfangen. Die Polizei musste, während Kenyatta die Stufen zur Kathedrale heraufschritt, van Tränengas und dem Knüppel Gebrauch machen. Zahlreiche Demonstranten wurden von der Polizei zusammengeschlagen. Polizisten wurden blutüberströmt zurückgezogen Selbst während der Trauerfeier mussten Tränengasbomben eingesetzt werden. Schwaden des Gases zogen in die Kathedrale. Verschiedene Besucher des Trauergottesdienstes mussten die Kathedrale unter der Einwirkung des Tränengases verlassen. Präsident Jomo Kenyatta unterbrach die Aufnahmen eines Fernsehtea.ms, nachdem ihn das Gas zu einem Tränenfluß gereizt hatte.

Die Demonstranten - etwa 20 000 an der Zahl - zogen anschließend durch die Straßen Nairobis. Auf der Walstatt der Unruhen vor der Kirche blieben Schuhe, Kleidungsstücke, Schulranzen, Schulbücher und Bleistifte zurück.

MAISPREIS FESTGESETZT

Windhoek - Auf Empfehlung des südwestafrikanischen Getreiderates hat der Landwirtschaftsminister den Produzentenpreis für weißen Mais für diese Saison auf R 4 und für gelben Mai auf 3.82 Rand pro Sack festgesetzt. Im vergangenen Jahr waren die Preise 4 Rand, beziehungsweise 3.80 Rand. In der Republik betragt der Produzentenpreis 3.55 Rand, außerdem werden dort fünf Cent pro Sack für den Stabilisierungsfonds abgezogen.

Wegen der Abschaffung des gespaltenen Tarifs wird ungesiebtes Maismehl in Windhoek im Einzelhandel für 4.98 Rand pro Sack verkauft. Bisher betrug der Preis 5.41 Rand. Der Einzelhandelspreis für Maismehl Grad I wurde von 4.91 Rand auf 4.47 Rand herabgesetzt.

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