10 Mai 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

9. Mai 1969

DIE SCHÜLERUNRUHEN IN LESOTHO

Ficksburg - Nachdem es in der Sacred Heart High School zu Schülerunruhen gekommen war, wird die Missionsschule von St. Monica in Lesotho für unbestimmte Zeit geschlossen bleiben. Mit dem Unterricht soll erst wieder nach Vollendung der Reparaturarbeiten begonnen werden. Die Polizei hat elf Schüler verhaftet. Die übrigen Schüler sind nach Hause entlassen worden.

Lesothos Minister für Erziehung und Kultur, Anthony Manyeli, verurteilte die Schülerrebellion als einen „unverantwortlichen und wilden Akt der Halbstarken“. Die Täter würden sich demnächst vor Gericht verantworten müssen, denn niemals dürfte ein solches Vergehen geduldet werden. Es sind strenge Maßnahmen getroffen worden, um eine Wiederholung solcher Unruhen unmöglich zu machen.


WICHTIGES IN KÜRZE

Kinshasa - Das UNO-Komitee gegen den Kolonialismus, das sich zur Zeit in Kinshasa aufhält, besichtigte gestern das „Hauptquartier der angolanischen revolutionären Regierung im Exil“, das sich in der Nähe der kongolesischen Hauptstadt befindet. Zuvor erklärte ein führendes Mitglied einer angolanischen „Befreiungsbewegung“, ein wirksamer Kampf, der die Übergabe der Portugiesen in Angola zum Ziel habe, könne nur durch eine Vereinigung aller politischen Gruppen erreicht werden. Er schlug einen Kongreß aller bestehenden politischen Parteien vor, der eventuell in Kinshasa abgehalten werden könne.

Ouagadougou - Der ehemalige Präsident von Ober-Volta, Matirice Yameogo, ist wegen Korruption von einem Militärgericht zu fünf fahren Strafarbeit verurteilt worden. Nachdem er 1966 als Präsident abgesetzt worden war, hatte er einen Selbstmordversuch unternommen.

Kairo - Die Vereinigte Arabische Republik und die Sowjetunion haben ein Ölübereinkommen unterzeichnet. Die VAR wird zukünftig die für Erdölprospektierungen benötigten Ausrüstungen aus der Sowjetunion erhalten.


UNVERÄNDERTE POLITIK

Washington - Die Nixon-Administration wird auch weiterhin keine amerikanischen Kriegsschiffe südafrikanische Häfen anlaufen lassen. Dies solle nur in Notfällen geschehen, verlautete am Donnerstag in Washington. Im Schreiben des Außenministers William Rogers und des Verteidigungsministers Melvin Laird an 32 Kongreßabgeordnete heißt es, die diesbezügliche Politik werde im Augenblick noch geprüft. Außenminister Rogers betonte, daß die Regierung gegenwärtig die gesamte amerikanische Außenpolitik einer eingehenden Prüfung unterziehe. Das schließe auch den Fragenkomplex des südlichen Afrikas ein.


NEUE ARTILLERIEDUELLE AM SUEZKANAL

Tel Aviv - Am Mittwochabend kam es am Suezkanal zu einem heftigen Artillerieduell zwischen Israel und Ägypten. Israelische Kampfflugzeuge drangen wiederholt in jordanisches Territorium ein, um dabei Vergeltungsschläge gegen Guerilla-Lager auszuführen. Alle Flugzeuge sind unbeschädigt zurückgekehrt. Ägyptische Militärsprecher behaupten, ein israelisches Aufklärungsflugzeug abgeschossen zu haben. Das Flugzeug soll östlich von Port Fouad abgestürzt und von den Flammen vernichtet worden sein.

Die israelische Ministerpräsidentin, Golda Meir, bezeichnete die Grenze am Libanon als eine neue „Gefahrenzone“ und ordnete entsprechende Grenzpostenbefestigungen an. Aus Tel Aviv wird die Gefangennahme von sechs Terroristen gemeldet. Fünf weitere Guerillas sollen dabei ums Leben gekommen sein. Ein 26-jähriger Führer der El Fatah ist von einem israelischen Militärgericht zu 15 Jahren Gefangenschaft verurteilt worden. Der Verurteilte sollte mit einer Gruppe von etwa 20 Guerillas israelische Zivilisten und Militärpersonal beschossen haben.


ROT-KREUZ-FLUGZEUG IN BIAFRA ABGESTÜRZT

Genf - Bei dem Absturz einer DC-6 des Internationalen Roten Kreuzes in Uli, Biafra, kamen alle vier Besatzungsmitglieder ums Leben. Die Besatzung setzte sich aus drei Schweden und einem Westdeutschen zusammen. Das Flugzeug wurde völlig zerstört, doch konnten die vier Leichen geborgen werden. Die biafranische Armee sorgte für eine Beisetzung mit allen militärischen Ehren.

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