02 Januar 2018 | Geschichte

Vor 50 Jahren

29. Dezember 1967

Gedanken zum Jahreswechsel / Von Friedrich Karl Hoeflich

Der moderne Mensch lebt ein er Zeit beängstigender Unruhe, intensiver Spannung und einer immer weiter um sich greifenden Unsicherheit. Die Manifestation dafür finden wir beim Durchblättern der Zeitungen und den Schlagzeilen des nun ausklingenden Jahres. Drehen wir gleichzeitig vor dem Auge des Geistes den Globus, begegnen uns überall in der Welt die Varianten der menschlichen Auflehnung gegen ein weit verbreitetes Unbehagen: Krieg, Revolution, Rebellion, Putsch, Demonstration, Protest und Unzufriedenheit. Es ist eine erschreckende Skala der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Soweit ist diese Krise schon gediehen, daß selbst die internationalen Organisationen, die im Namen des Friedens und des menschlichen Wohlgefallens gegründet wurden, ihren Aufgaben machtlos gegenüberstehen; seien sie politischer, wirtschaftlicher oder sozialer Natur. Auch der kulturelle Dekadenzprozeß ist offenbar nicht mehr aufzuhalten. Die Menschheit hat ihre Ankerplätze aufgegeben und treibt auf dem Ozean der Ziellosigkeit, getrieben von dem Wind und den Stürmen gegenseitiger Ideologien und Interessen. Ihre Urteilskraft ist von ihrer eigenen zunehmenden Kritiklosigkeit umnebelt.

Bei diesem beklemmenden Fazit der vergangenen zwölf Monate müssen wir aber auch bestrebt sein, die Hoffnung zu erkennen; zwei weltbewegende Ereignisse einzupassen, die dazu angetan sind, dem Menschen neue Horizonte zu erschließen. Es sind dies die „weiche“ Landung einer sowjetischen Raumsonde auf dem Planeten Venus und die erste Herztransplantation von Mensch zu Mensch, die in der Geschichte der Medizin im Kapstädter Groote-Schuur-Krankenhaus vorgenommen wurde. Beide Ereignisse dramatisieren den fast unheimlichen Fortschritt des Menschen auf dem Gebiet der Technologie und der Wissenschaft. Zweifelsohne handelt es sich hier um phantastische Leistungen des menschlichen Geistes, der in einem Klima arbeiten und forschen durfte, das frei von jeder Infektionsgefahr des herrschenden Nihilismus war.

Beruhigend wie diese Feststellung auch klingen mag, präsentiert sich jedoch immer wieder die Frage nach den echten Bemühungen auf dem Gebiet der zwischenmenschlichen Beziehungen - ein Fragenkomplex, der sich zwischen diesen beiden Polen bewegt.

Die Antwort auf diese Frage müssen wir gezwungenermaßen offenlassen, weil der Mensch bisher noch nicht in der Lage war, den Grund für sein Unbehagen wirklich zu erforschen. Diese Frage muß auch deshalb unbeantwortet bleiben, weil der Mensch außerstande ist, in sich selbst zu dringen. Der Mensch hat Angst vor sich selbst. Das macht ihn unsicher.

So verschwendet er seine ganze Mühe auf seine Mitmenschen. In seinem Gegenüber sucht er Schwächen aufzudecken, um sie dann in betörender Selbstherrlichkeit auszubeuten. Erleben wir dies nicht täglich? Die jungen afrikanischen Staaten, die selbst kaum lebensfähig sind, halten uns im südlichen Afrika den drohenden Zeigefinger unter die Nase, ohne aber auch nur mit einem einzigen Wort auf die Schwierigkeiten in ihrem eigenen Kompetenzbereich einzugehen - die wirtschaftliche und existenzielle Not. Der Osten macht dem Westen zum Vorwurf, was er bei sich selbst zu verdecken hat. Das Abendland schmeißt mit Steinen gen Osten, die sein eigenes Glashaus zerstören. Überall finden wir Zeugnisse der Besorgnis über diese Selbstzerfleischung.

Zwischen der „Eroberung der Venus“ und der Kapstädter Herztransplantation finden wir ein Vakuum. Einerseits ist die menschliche Fähigkeit zu sensationellen Großtaten unter Beweis gestellt, andererseits wurde aber auch ihre Zaghaftigkeit in den Vordergrund gerückt. In der Strenge der Wissenschaft wird der Mensch stets zu neuen und immer größeren Leistungen angespornt. Nur in dem Bereich von Mensch zu Mensch läßt er immer wieder seine Unzulänglichkeit erkennen. Diese Schwäche verdeckt er mit der Aggression gegen andere, sucht seine Zuflucht zu Organisationen wie die Vereinten Nationen und andere.

In der Geschichte des Abendlandes gab es einmal den Zeitraum der „Aufklärung“. Wenn wir nun dem neuen Jahr entgegengehen, stellt sich von selbst die Frage: „Wäre die Aufklärung des Menschen jetzt nicht dringend notwendig?“

2. Januar 1968

Neue Nummernschilder

Windhoek (AZ) - Zwischen dem 1. Januar und 7. März, dem Zeitraum, in dem die Fahrzeuglizenzen erneuert werden müssen, können auch die Nummernschilder mit den neuen Kennziffern der einzelnen Ortschaften versehen werden. Die neuen Kennnummern können unabhängig davon angebracht werden, ob die Lizenz bereits erneuert wurde oder nicht. Wichtig ist nur, daß die Kennnummer auch auf der Haftpflichtversicherungsmarke geändert wird. Von zuständiger Stelle wird darauf hingewiesen, daß die Nummernschilder nur dann vorschriftsmäßig sind, wenn weiße Kennziffer und Zahlen auf schwarzem Hintergrund erscheinen. Nummernschilder dürfen keinerlei andere Verzierungen oder Ränder haben.

2. Januar 1968

Dank an die Bevölkerung

Windhoek (AZ) - In einer Erklärung, die der Presse zugeleitet wurde, spricht die Vorsitzende der Windhoek Ladies Zionist League, Annie Shar, zum Beginn des neuen Jahres der Bevölkerung von Südwest und insbesondere den Einwohnern von Windhoek Dank und Anerkennung ihrer Vereinigung für die geleistete Unterstützung aus. „In diesem Jahr der Israelkrise kam die Antwort auf unseren Appell an die Bevölkerung spontan, beispiellos und ohne Verzögerung.“ Die Erklärung schließt mit den besten Wünschen an alle Leser für das neue Jahr und ein friedvolles 1968 für die Welt.

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