31 Dezember 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

31. Dezember 1969

TRUNKENHEIT AM STEUER UND RÜCKSICHTSLOSIGKEIT

Windhoek - Trunkenheit am Steller war im abgelaufenen Jahr eine der maßgeblichen Ursachen für die außergewöhnlich hohe Zahl der Verkehrsunfälle in Südwestafrika mit ernsten Folgen. Das gilt ganz besonders für den Stadtverkehr in Windhoek und den Wochenendverkehr auf der Hauptstraße zwischen der Landeshauptstadt und Rehoboth. Rücksichtsloses Verhalten der Autofahrer kann als eine weitere Ursache für viele Unfälle gelten.

Das Jahr 1969 wird in die Annalen der Südwester Geschichte als das schwärzeste Jahr des Straßenverkehrs eingehen. Die Zahl der Verkehrstoten auf den Straßen Südwestafrikas ist um hundert Prozent gestiegen. Für Windhoek beträgt die Zunahme der zu beklagenden Menschenleben nicht weniger als dreihundert Prozent. Bis zum heutigen Mittwoch sind in diesem Jahr 199 Menschen in Südwestafrika an den Folgen von Verkehrsunfällen gestorben. In Windhoek allein beträgt die Zahl der Verkehrstoten 37 für das Jahr 1969. Im vergangenen Jahr starben elf Menschen durch Verkehrsunfälle in der Landeshauptstadt.

In Windhoek wurden in diesem Jahr insgesamt 1316 Verkehrsunfälle gemeldet. Der Monat Dezember hat mit neun Verkehrstoten in Windhoek die meisten Opfer gefordert. Andere Monate, die ebenfalls als „schwarze Monate“ gelten dürfen, sind: Mai (acht Verkehrstote) und August (fünf Verkehrstote). In den meisten Fällen waren nach offiziellen Angaben die Opfer dieser schweren Unfälle Mitfahrer.


DEZIMALISIERUNG DER ANZEIGEN

Windhoek - Im Zuge der Dezimalisierung stellt die Anzeigenabteilung der Allgemeinen Zeitung mit Wirkung vom 1. Januar 1970 von Zoll auf Zentimeter um. Die Anzeigenkunden werden gebeten, die Anzeigengrößen künftig in Zentimetern anzugeben.


ZUVERSICHT UND KRITIK IN BONN

Bonn - Bundeskanzler Willy Brandt prophezeite, dass die Spannungen zwischen den Weltmächten und auch in Europa während der siebziger Jahre unter Kontrolle gebracht, wenn nicht sogar reduziert werden können. Über seine Erwartungen für die bevorstehende Dekade befragt, meinte Willy Brandt, Rotchina werde voraussichtlich zu einer engeren Zusammenarbeit mit der übrigen Völkergemeinschaft gelangen, auch wenn diese vorerst in einem beschränkten Maße zu erwarten sei.

Der Bundeskanzler erwartet außerdem eine Erweiterung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft sowie eine zunehmende praktische und politische Zusammenarbeit in Europa. Westdeutschland werde in den bevorstehenden zehn Jahren eine stabile Regierung haben und einen Beitrag zur Lösung der deutschen Frage sowie zu den europäischen und internationalen Problemen leisten. Dieser Beitrag geschehe im Interesse des Weltfriedens.


PRÄSIDENT DES SICHERHEITSRATES

New York - Zum neuen Präsidenten des Weltsicherheitsrates wurde Terence Nzanze, UNO-Botschafter des kleinsten afrikanischen Landes, Burundi, gewählt. Nzanze übernimmt sein Amt am 1. Januar von dem UNO-Botschafter Sambias, Vernon Johnson Mwaanga. Mwaanga hielt vor dem Ausscheiden aus seinem Amt eine Pressekonferenz ab und prophezeite eine Reihe von Sitzungen des Sicherheitsrates über Rassen- und Kolonialfragen. Er erwähnte in diesem Zusammenhang Südwestafrika, die Apartheidpolitik der südafrikanischen Regierung, die Anwesenheit Portugals in Afrika und Rhodesien.


BRANDSTIFTER DENIS ROHAN VERURTEILT

Jerusalem - Der 28jahrige australische Brandstifter Denis Rohan, der sich wegen Brandlegung in der El-Aksa-Moschee, dem drittheiligsten Schrein der arabischen Welt, vor Gericht zu verantworten hatte, ist in eine Irrenanstalt eingewiesen worden„ Das israelische Gericht hatte Rohan aufgrund seines Geisteszustands als unschuldig im Sinne der Anklage befunden, da Geisteskranke nach israelischem Recht nicht für ihre Taten verantwortlich gemacht werden können. Rohan ist wahrscheinlich ins Talbia Hospital in Jerusalem eingeliefert worden und wird sich so lange dort, aufhalten müssen, bis eine Besserung seines Zustandes eingetreten ist.

Das Verfahren gegen den Australier war am 6. Oktober dieses Jahres eingeleitet worden. Die verschiedenen Verhöre erstreckten sich über eine Zeitdauer von etwa hundert Stunden und füllten in ihrer schriftlichen Niederlegung Akten von rund 1500 Seiten.


GRÖSSTES SCHACHTURNIER DER WELT

Hamburg - Das bisher größe und umfangreichste Schachturnier der Welt findet im Herbst nächsten Jahres in der Bundesrepublik mit der 19. „Olympiade“ in Siegen statt. Wie der Turnierleiter des Deutschen Schach-Bundes, Willi Fohl (Hamburg) mitteilte, werden zur Teilnahme an dieser Mannschafts-Weltmeisterschaft 56 bis 60 Nationen erwartet, darunter die seit 1952 ununterbrochen siegreiche Sowjetunion. An der Spitze dieser Vertretungen werden voraussichtlich der neue und der alte Einzelweltmeister Boris Spassky und Tigran Petrosjan stehen.

Das Turnier, das vom 5. bis zum 27. September in der Siegerlandhalle stattfindet, vereint tagtäglich 240 Schachspieler an den Brettern. Insgesamt sind bei 60 Nationen 330 Länderkämpfe an jeweils vier Brettern zu erledigen. Es ist die zweite Weltmeisterschaft nach dem Kriege (1958 München) auf deutschem Boden.

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