31 Oktober 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

NEUE GEHALTSSTRUKTUR

Windhoek - Der Windhoeker Stadtrat hat auf seiner Monatssitzung am Mittwoch eine völlig neue Gehaltsstruktur für die städtischen Beamten gebilligt. Diese tritt jedoch erst im Jahre 1972 und ein Teil auch erst später voll in Kraft. Das ist notwendig, da eine gewisse Zeitspanne für die Anpassung der bestehenden Struktur an die neue verstreichen muss. Für das laufende Finanzjahr können die Beamten jedoch schon mit einer gewissen Gehaltsaufbesserung rechnen, die etwa 145 000 Rand innerhalb des städtischen Etats für 1969/70 ausmacht. Von dieser Summe waren 100 000 Rand im Hinblick auf die neue Gehaltsstruktur bereits im städtischen Haushaltsplan veranschlagt worden.

Im Zuge dieser Reorganisation, deren wichtigstes Ziel war, die Arbeitsbedingungen bei der Windhoeker Stadtverwaltung attraktiver zu gestalten, um dem chronischen Personalmangel begegnen zu können, wurden auch gewisse Qualifikationen für bestimmte Posten fallengelassen. In der Praxis bedeutet das, dass ein städtischer Beamter nicht wie bisher ein bestimmtes Maximumgehalt erreichen kann und dann keine weiteren Geldzulagen mehr bekommt, weil er für einen bestimmten Posten noch nicht über alle akademischen Qualifikationen verfügt. In Zukunft kann er weiterhin die regelmäßigen Gehaltszulagen beziehen. Diese war jedoch etwas geringer als die normalen ausfallen.


DIE ZWEITE AMERIKANISCHE MONDLANDUNG

Houston - Bald ist es soweit. Zum zweiten Mal werden drei Menschen den Bereich der irdischen Gravitation verlassen und zwei von ihnen auf der Mondoberfläche landen. Die für den 14. November angesetzte Apollo-12-Mission wird sich von dem Apollo-11-Unternehmen durch den Grad ihrer Präzision unterscheiden. Im Gegensatz zu Apollo 11 werden die zwei Astronauten von Apollo 12 versuchen, eine präzise, sogenannte Punktlandung im „Meer der Stürme” auszuführen.

Die geplante Landestelle ist etwa 500 Fuß von der vor zwei Jahren auf der Mondoberfläche gelandeten Mondsonde „Surveyor 3” gelegen. Seit nunmehr zwei Jahren steht diese Mondsonde aufrecht auf dem Rand eines Mondkraters.

Während ihres Aufenthalts werden die beiden Astronauten Conrad und Bean die Fernsehkamera von Surveyor 3 abmontieren, um sie auf ihrer Rückreise mit zur Erde zu nehmen. Amerikanische Wissenschaftler sind daran interessiert zu erfahren, wie die Kamera die Witterungseinflüsse auf der Mondoberfläche überstanden hat.

Die zweite amerikanische Mondlandung wird am 19. November stattfinden. Der Aufenthalt der beiden Astronauten Conrad and Bean auf der Mondoberfläche wird insgesamt 32 Stunden dauern. Astronaut Gordon, der den Mond in der Kommandokapsel umkreisen wird, wird während dieses Zeitraumes mehrere Aufnahmen von der Mondoberfläche machen, um weitere geeignete Landeplätze für spätere Mondlandungen ausfindig zu machen.


ADMINISTRATOR BRACHTE GRENZPOLIZEIFONDS AUF R 10 000

Windhoek - Der Administrator von Südwestafrika, J. G. H. van der Wath, der nach einem vierwöchigen Urlaub am Montag seine Dienstgeschäfte in Windhoek wieder aufgenommen hatte, übersandte der AZ gestern einen Schenk über 25.00 Rand zugunsten des Weihnachtsfonds für unsere Grenzpolizisten. Zu dieser Zeit stand der Fonds bei R 9 975.68. Mit der Spende des Administrators übersprang der Fonds die 10 000.00-Rand-Marke. Damit sind in den ersten neun Wochen seit dem Start der AZ-Aktion 10 000.68 Rand zugunsten des Weihnachtsfonds für die Grenzpolizisten im Norden des Landes eingegangen. Die Spendenaktion läuft noch sechs Wochen.


UNGESTÖRTER EMPFANG

London - Die Springbock-Rugby-Nationalmannschaft ist am Donnerstag zu ihrer Tour von drei Monaten durch die britischen Inseln in London eingetroffen. Die 30 Rugbyspieler waren sichtlich erfreut und etwas überrascht, dass sie ohne nennenswerte Demonstrationen empfangen wurden. Eine Gruppe von etwa 20 Studenten der Reading-Universität begrüßten die Springböcke mit Zurufen wie „Apartheid out” und „Nazis go home”. Sie hatten sich vor dem Flugplatzgebäude zusammengerottet.

Ein großer Teil der Menschen in dem Flughafengebäude klatschte, als die Rugbyspieler in ihren kennzeichnenden grünen Sportjacketts das Gebäude betraten. Viele offensichtliche englische Rugbyanhänger klopften den südafrikanischen Gästen auf die Schultern und wünschten ihnen eine erfolgreiche Tour.

Etwa eine Meile vom Flugplatz entfernt standen sechs langhaarige Demonstranten mit Spruchbändern, worauf zu lesen war „Keine Apartheid im Sport”.

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