13 März 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

12. März 1969

TOURISTEN BRAUCHEN NICHT ZU BADEN

Windhoek - Südwestafrika, bemüht um eine Förderung der Touristenindustrie, hat mit immer neuen Schwierigkeiten zu kämpfen, um die noch beschränkte Zahl von Südwestafrika-Besuchern zufriedenzustellen. Der Schaden, den verärgerte Touristen der sich entwickelnden Fremdenverkehrsindustrie bereits zugefügt haben dürften, ist unübersehbar. Zu den bisherigen Beschwerden ist ein neuer Punkt hinzugetreten: Touristen können in Windhoeker Hotels weder duschen noch baden. Das Wasser aus beiden Hähnen, dem warmen und kalten, ist so heiß, dass sich ein Stehen unter der Brause oder ein Hineinsteigen in die Badewanne verbietet.

Nach Erkundigungen der AZ sind von diesem unheilbaren Zustand insbesondere zwei namhafte Hotels in der Innerstadt betroffen. Laufend beschweren sich die Gäste über diesen untragbaren Zustand. Die einzige Möglichkeit ein Bad zu nehmen, ist, das heiße Wasser in die Badewanne einlaufen zu lassen und dann zu warten, bis es abgekühlt ist. Gäste, die in Zimmern mit Duschen untergebracht sind, haben das Nachsehen, denn sie können gar nicht erst unter die Dusche treten.



FAST RUHIGER STREIKVERLAUF

Paris - Der von den Gewerkschaften organisierte 24-stündige Streik ist im allgemeinen ruhig verlaufen. Nur auf dem Place de la Bastille kam es zu einem Kampf zwischen etwa 5000 linksextremen Studenten und der Polizei. Etwa 200000 Gewerkschaftler waren durch die Straßen von Paris zum Place de la Bastille gezogen, wo sie sich in Ruhe trennten. Die Studenten besetzten jedoch nachher den Platz und warfen Flaschen und Steine gegen die Polizei, die schließlich mit ihren Knüppeln auf die Studenten losschlug. Etwa zwei Dutzend Studenten standen gegen eine Wand, die Hände über dem Kopf, damit Pressephotographen die blutigen Gesichter fotografieren konnten.

Die Industrie Frankreichs stand während 24 Stunden fast vollständig still. Der öffentliche Verkehr beschränkte sich auf das Notwendigste, wobei Lastwagen der Armee aushalfen. Schulen und Banken waren geschlossen. Am empfindlichsten war der teilweise Ausfall der Elektrizität. Vor den wenigen Bäckerladen, die offen hatten, bildeten sich lange Schlangen wartender Käufer. Auf dem Flughafen Le Bourget mussten die Passagiere ihr Gepäck selber zu und von den Flugzeugen tragen. Der Postverkehr lag still. In allen Städten Frankreichs zogen Demonstranten durch die Straßen, die Lohnerhöhungen von zwölf Prozent forderten. Es wurde jedoch nicht wie im letzten Mai versucht, Fabriken zu besetzen. Es fehlte der militante Charakter der Demonstrationen.

Kurz bevor der 78jährige Präsident de Gaulle im Rundfunk und Fernsehen sprach, schalteten die Elektriker den Strom wieder ein, womit das Zeichen zum Ende des Streiks gegeben war.



DIE WOHNUNGSNOT IN SÜDWEST

Windhoek - Trotz aller Bemühungen seitens der Administration und der Gemeinden in Südwestafrika hat die Wohnungsnot im Lande eher zu- als abgenommen, erklärte Adv. E. van Zijl, MdE, am Dienstag im Landesrat. Die Nachfrage nach Wohnungen ist immer noch größer als das Angebot.

Adv. van Zijl zitierte das Beispiel Pionierspark in Windhoek. Während die Kommission zur Linderung der Wohnungsnot noch mit ihren Ermittlungen beschäftigt war, wurde das Windhoeker Wohnviertel Pionierspark in Angriff genommen. Heute stehen dort bereits zahlreiche Wohnungen, dennoch besteht ein Mangel an Wohnraum. „Diese Situation führe ich auf den Wohlstand zurück, den die Administration und die nationale Regierung in der Republik nach Südwestafrika gebracht haben“, betonte van Zijl. Das ist ein Nachteil, der mit dem zunehmenden Wohlstand verbunden ist.

Die Administration ist nach besten Kräften bemüht, Abhilfe zu schaffen. Den Gemeinden stellt sie die notwendigen Mittel für den Wohnungsbau zur Verfügung. Van Zijl unterstrich, dass es für diesen Zweck keineswegs an den notwendigen Mitteln fehle. „Ich bitte die Gemeinden, bei der Administration für diesen Zweck um Hilfe anzuklopfen“, erklärte der Redner.

Inoffiziell ist ihm mitgeteilt worden, dass in Windhoek allein noch etwa 6000 Menschen auf Wohngrundstücken, die nur für eine Familie vorgesehen sind, in der einen oder anderen Form Unterkunft finden. Es ist die erklärte Politik der Administration, dass jeder eine Wohnung haben soll, der sie sich leisten kann. Für diese 6000 Menschen müssen Wohnungen geschaffen werden. Die Windhoeker Stadtverwaltung hat die Administration dahingehend unterrichtet, dass sich im Mai dieses Jahres Tender für ihr Wohnungsbauprojekt südlich von Suiderhof und östlich der Hauptstraße in die Republik anfordern will. Außerdem bereitet sie das neue Wohnviertel Akademia südwestlich von Pionierspark für seine Erschließung vor.



OSTERSAFARI DER KUNSTVEREINIGUNG

Windhoek - Die Kunstvereinigung (SWA) unternimmt über die Ostertage eine Norden-Safari. Abfahrt am Karfreitag vom Kunstzentrum über Okahandja, Kalkfeld zu den Afrisaurus-Spuren bei Otjihenemaparero. Weiterfahrt zu der Farm „Max und Moritz“. Samstag erfolgt die Weiterfahrt und über „Aspro“ in Richtung Ugabrivier zum Zuckertopf den Fingerklippen bis Farm „Gainazeb“. Übernachtung an der Quelle.

Der Ostersonntag fährt über Welwitschia, den Versteinerten Wald, Blaauwpoort zu den berühmten jahrtausendealten Felsgravierungen und Felsbildern von Twyfelfontein und dem Zauberreich des Verbrannten Berges, über das Tal der Orgelpfeifen zurück nach Blaauwpoort, wo das Nachtlager aufgeschlagen wird.

Die Rückfahrt findet am Ostermontag über Omaruru, Wilhelmstal und Okahandja statt. Ankunft in Windhoek etwa 18 Uhr.

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