17 September 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

16. September 1969

DISKUSSION ÜBER GÜTERABLIEFERUNGSPROBLEME

Windhoek - Auf einer gemeinsamen, sehr gut besuchten Versammlung der Windhoeker Handelskammer und der Windhoeker Sakekamer - wobei die Sakekamer die Rolle des Gastgebers übernahm - wurden am Montagabend im Wanderers Club die Probleme der Güterablieferung in Windhoek eingehend besprochen. Die Zusammenkunft war Anfang September auf der Jahreshauptversammlung der Windhoeker Handelskammer vorn Chef der Eisenbahnverwaltung in Südwestafrika, W. J. Breedt, angeregt worden, der zur Einleitung der Diskussion einen Überblicke über die heute dringlichen Probleme gab.

NEUE SÜDAFRIKANISCHE FLAGGE

Vredefort - Südafrika wird im Jahr 1971 eine neue Flagge erhalten. Das kündigte Innenminister S. L. Muller auf einer Kundgebung der Nationalen Partei in Vredefort an. Er persönlich würde eine „einfache“ Flagge bevorzugen. Die Einführung der neuen südafrikanischen Nationalfahne soll mit dem zehnjährigen Bestehen der Republik zusammenfallen. Ministerpräsident B. J. Vorster hat eine Kommission mit dem Entwurf dieser Fahne beauftragt.

RUHE AN SÜDAFRIKANISCHEN HOCHSCHULEN

Windhoek - Auf einem Treffen ehemaliger Studenten der Universität des Oranjefreistaats in Windhoek am vergangenen Wochenende erklärte Professor B. Kok, der Rektor dieser Universität, die Südwester Studenten seien die fähigsten und brauchbarsten an seiner Universität. In diesem Jahr wurde ein Südwester zum Ältesten seines Helms gewählt.

Während es an ausländischen Universitäten heutzutage laufend zu Unruhen kommt, bei denen selbst Anleitungen zur Revolution verteilt werden, herrscht an den höheren Lehranstalten in Südafrika noch Ruhe. Der Einfluss von außen nehme allerdings laufend zu, so dass die südafrikanischen Studenten die Spitze einer Revolution in Südafrika werden könnten. Dadurch ist die Verantwortung der südafrikanischen Universitäten umso größer. Nach der Auffassung Prof. Koks müssten die südafrikanischen Universitäten „noch mehr die Bremse anziehen“ und wesentlich konservativer werden. Es sei erfreulich, dass es noch Hochschulen gebe, die an die Charakterbildung ihrer Studenten denken.

DAS BERGSCHLOSS DES „MÄRCHENKÖNIGS“

München - Das Bergschloss des „Märchenkönigs“ Ludwig II. von Bayern, die Burg Neuschwanstein bei Füssen im Allgäu, hat 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass wurde vor dem Rathaus Schwangau ein Denkmal enthüllt; das an die Grundsteinlegung im Jahre 1869 erinnert. Im Sängersaal des SchIosses fand ein Konzert statt. Das Traumschloss und der Lieblingssitz des unglücklichen Monarchen ist heute eine Touristen-Attraktion ersten Ranges und zählt manchmal am Tag bis zu 7 000 in- und ausländische Besucher.

STREIKS DAUERN AN

Bonn/Paris.- In Kiel streiken die Werftarbeiter immer noch. Die 7 000 Arbeiter lehnten ein Angebot auf eine Erhöhung der Löhne um sechs Prozent ab und beharren auf einem Minimum von zehn Prozent. Die Werftarbeiter in Lübeck hatten sich für eine Stunde dem Kieler Streik angeschlossen doch kehrten die 1 200 Arbeiter wieder zur Arbeit zurück, als man versprach, über Lohnerhöhungen zu verhandeln. In Münster sind 500 Textilarbeiter in den Ausstand getreten, um eine Lohnerhöhung von sechs Prozent zu erwirken. Die Beamtengewerkschaft von Nordrhein-Westfalen sicherte ihren 40.000 Mitgliedern eine Lohnerhöhung von 81/2 Prozent.

In Frankreich dauert der Streik der Lokomotivführer weiter an, doch wird wieder verhandelt, und es steht eine Lösung in Aussicht. Präsident Pompidou ist von seinem Landsitz nach Paris zurückgekehrt. Es gilt für ihn, vor allem zu verhindern, dass die Streiks sich auf andere Schlüsselindustrien auszudehnen und das finanzielle Wiederaufbauwerk nach der Abwertung des Franc gefährdet wird.

WIR SIND KEINE VORSTADT EUROPAS

London - Die Antworten auf die politischen Probleme Südafrikas können nicht in europäischen Situationen gefunden werden, weil Südafrika unausweichlich ein Teil Afrikas ist. Südafrika war niemals eine Vorstadt Europas. Diese Worte stammen von John Vorster, dem südafrikanischen Ministerpräsidenten, und wurden in der britischen „Yorkshirepost“, einer führenden Provinzzeitung, veröffentlicht. Die Erklärung des südafrikanischen Ministerpräsidenten, die die Überschrift trug „Koexistenz in Frieden“, war Teil einer fünfseitigen Wirtschaftsbeilage aus Anlass des Besuches einer Handelsmission der südafrikanischen Botschaft in Leeds/ Sheffield und Bradford.

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