11 Januar 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

10. Januar

A.H. DU PLESSIS TRITT ZURÜCK

Windhoek - Der Führer der Nationalen Partei in Südwestafrika, A. H. du Plessis, MdE, hat dem Administrator sein Rücktrittsgesuch als Mitglied des Landesrates und der Exekutive eingereicht. Sein Rücktritt gilt mit Wirkung vom 13. Januar. Dieser Schritt wurde notwendig, nachdem seine Partei ihn zum Kandidaten für die parlamentarische Nachwahl in Windhoek ernannt hat. Sein Vorgänger war der gegenwärtige Administrator J. G. H. van der Wath. Die Wahl findet voraussichtlich Ende Februar oder Anfang Marz statt. Der Kandidat der VNSWP ist C. J. van den Bergh.

A. H. du Plessis ist das dienstälteste Mitglied des Landesrates und der Exekutive. Er war Führer des Landesrates und innerhalb der Exekutive in erster Linie verantwortlich für die Landesfinanzen und das Bildungswesen. Im Landesrat vertrat er den Wahlkreis Swakopmund, früher Usakos. Du Plessis gehört dem Landesrat seit 1948 an, der Exekutive seit 1950. Bei verschiedenen Gelegenheiten hat er als Administrator amtiert.

Sein Nachfolger in der Exekutive wird J. W. F. Pretorius, der Abgeordnete des Wahlkreises Gobabis. Pretorius ist auch stellvertretender Vorsitzender des Landesrates. Im Wahlkreis Swakopmund hat die Nationale Partei den Bürgermeister von Usakos W. A. Odendaal zu ihrem Kandidaten ernannt. Der Termin für die Nachwahl in Swakopmund steht noch nicht fest, dürfte aber ebenfalls Ende Februar oder Anfang März sein.

SIR SERETSE KHAMA ÜBER SÜDAFRIKA

London - Botswanas Ministerpräsident Sir Seretse Khama erklärte in London, dass sein Land und das benachbarte Südafrika: trotz der unterschiedlichen Rassenpolitik wirtschaftlich zusammenleben. „Unser Handel wird fortgesetzt, weil Südafrika ein Industrieland ist, und beizeiten werden wir Rohmaterialen in die Republik exportieren“, erklärte Sir Seretse Khama in einem Rundfunkinterview. Er betonte ferner, dass auch, wenn Südafrika die Apartheidspolitik betreibt, dass kein Einfluss auf das Leben in Botswana hat. Südafrika ist zur Zeit ernsthaft bestrebt, gute Beziehungen zu Afrika zu suchen und sich keine Feinde zu schaffen.

DIE FORDERUNGEN DER AFRIKANER

London - Die Commonwealth-Staatsoberhäupter haben die britische Regierung im Rahmen der Debatte über den Rhodesienkonflikt erheblich unter Druck gesetzt. Besonders die afrikanischen Mitglieder mit Unterstützung der Asiaten verlangten, dass Ministerpräsident Harold Wilson sich unmissverständlich auf den Standpunkt stellt, dass England erst dann Rhodesien die Unabhängigkeit gewahrt, wenn die schwarze Mehrheit in Rhodesien regiert. Rhodesienminister George Thomson hat sich im Auftrag seiner Regierung diesem Druck widersetzt und der Konferenz der Commonwealthminister, die seit Montag in London tagt, klar und deutlich zu verstehen gegeben, dass die britische Regierung nicht gewillt ist, sämtliche Türen zuzuschlagen.

DIE AMERIKANISCHE MONDMANNSCHAFT BESTIMMT

Kap Kennedy - Zwei Amerikaner, ein Zivilist und ein Luftwaffenoberst, .sollen die ersten sein, die die Mondoberfläche betreten. Ihre Namen wurden soeben bekanntgegeben. Es sind N. Armstrong, Zivilangestellter der amerikanischen Raumfahrt-Organisation und Fliegeroberst Edwin Aldrin. Armstrong ist gleichzeitig der Kommandant des .Mondschiffes. „Reisebegleiter“ der beiden Mondbesucher ist Luftwaffenoberstleutnant Michael Collins. Collins wird in der Apollokapsel bleiben und den Mond umrunden, während Armstrong und Aldrin „aussteigen“, um sich auf den Mond zu begeben. Der Mondaufenthalt der beiden Astronauten soll insgesamt 21 Stunden dauern. Anschließend treffen sie sich im Weltraum mit der Apollokapsel, mit der Collins seine Mondumrundungen macht. Danach soll es zur Mutter Erde zurückgehen.

WARTELISTE FÜR DEN MOND

New York - Pan American World Airways stellen zur Zeit eine Warteliste für Passagiere zusammen, die aus dieser Welt wollen - ihr Reiseziel ist der Mond. Ein Sprecher von Pan American sagte, dass diese Warteliste bereits zwei Jahre alt ist und 200 Buchungen schon vorliegen. Er fügte hinzu: „Ich glaube, wir sind Pioniere.“ Die Luftfahrtgesellschaft betont gleichzeitig, dass sie zur Zeit noch keine Rücklagen entgegennimmt. Ein Problem ist vorläufig noch der Komfort der Passagiere bei dem etwas rasanten Start der Raketen zum Mond.

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