09 September 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

8. September 1969

DIE ERSTEN SCHULBÜCHER FÜR BUSCHMÄNNER

Windhoek - Zum ersten Mal in der Geschichte Südwestafrikas wurden in Buschmannssprache gedruckte Schulbücher herausgegeben. Beide Texthefte - unterschiedlich für das erste und zweite Schuljahr für Buschmannskinder gedacht - wurden von W. J. Snyman (Erziehungswesen, Südwestafrika) zusammengestellt. Obwohl die Sprachen der verschiedenen Buschmannstämme geringe grammatische Abweichungen voneinander verzeichnen, wird angenommen, dass die Hefte der gesamten Buschmannsbevölkerung dienlich sein werden.

Ein jedes dieser Hefte ist reich mit Illustrationen aus dem Leben der Buschmänner versehen, für die sich der Windhoeker Künstler Dieter Aschenborn verantwortlich zeichnet. Diese Zeichnungen können als typisch und gelungen bezeichnet werden, was wohl auf Aschenborns intensives Studium der Lebensweise der Buschmänner zurückzuführen ist. Der Künstler war geraume Zeit im Etoscha-Nationalpark tätig, wobei er sich über ihre besonderen Bräuche und Verhaltensweisen unterrichten konnte. Als besondere Modelle dienten Dieter Aschenborn hauptsächlich zwei Buschmannsknaben. Die Illustrationen - mit deren Hilfe sich die Buschmannskinder schneller mit dem Lehrstoff identifizieren sollen - werden den Kleinen das Lernen erleichtern.



ÜBER DIE DEUTSCHE LITERATURWISSENSCHAFT

Windhoek - Im Rahmen der Wissenschaftlichen Gesellschaft referierte Prof. Dr. K. Tober von der Universität Witwatersrand am Mittwochabend im Windhoeker Theater über das Thema „Sinn und Aufgabe deutscher Literaturwissenschaft“. Diese Veranstaltung fand in Verbindung mit der Christlichen Akademie im südlichen Afrika statt. In einem tiefschürfenden und weitreichenden Vortrag gelangte Prof. Tober zu dem Schluss, dass im Zeitalter der Entmenschlichung die Wahrung unserer Dichtung vielleicht die gewagteste und schwerste Aufgabe geworden sei.

DIE VERKEHRSPROBLEME WINDHOEKS

Windhoek - Der südafrikanische Automobilklub (AA) befasst sich ernsthaft mit den täglich wachsenden Verkehrsproblemen in Windhoek. Am Donnerstag führten der Geschäftsführer des AA in Südwestafrika, M. Nieuwoudt, und der Leiter der der Strassensicherheitsorganisation in Südwestafrika C.E. Katzke, Gespräche über diese Probleme.

Kurz zuvor war eine Untersuchung der häufigsten Unfallstellen erfolgt. Diese ergab, dass die Stübelstraße innerhalb eines Jahres, und sobald alle geplanten Gebäude fertig sing, wenigstens 2 000 Angestellte mit 800 Autos täglich während des Spitzenverkehrs aufnehmen muss. Das bedeutet, dass 800 Fahrzeuge versuchen werden, in den schon sehr dichten Spitzenverkehr hineinzukommen. Verkehrsstauungen sind leicht dazu angetan, Unfälle zu verursachen, da sichere Autofahrer in solchen Fällen zur Ungeduld neigen.



ERDGAS STATT WASSER

Durban/Johannesburg- Auf einer Farm in Bergville, Natal, fing ein Wasserbohrloch Feuer, als anstatt des Wassers brennendes Erdgas hochschoss und Flammen von 30 Fuß Höhe erzeugte. Die gesamte Wasserbohreinrichtung wurde zerstört. Das Feuer entstand in der Nacht zum Sonntag, als das Bohrloch 250 Fuß tief war. Der Farmbesitzer Edgar Zunckel erklärte, die Soekor sei unterrichtet worden. Deren Präsident Dr., G. S. J. Kuschke teilte bereits mit, einige Experten der Soekor befanden sich auf dem Weg nach Bergville, um den Fund zu untersuchen. Ein Vertreter der Soekor habe sofort einen Erkundungsflug über dem Gebiet ausgeführt.



ENTFÜHRTER BOTSCHAFTER FREIGELASSEN

Rio de Janeiro - der entführte amerikanische Botschafter in Rio de Janeiro, C. Burke Elbrick, wurde vier Stunden, nachdem das „Lösegeld“ in Gestalt von 15 politischen Gefangenen in Mexiko City angekommen war, freigelassen. Der Botschafter befand sich 78 Stunden lang in Gefangenschaft seiner Entführer. Während der Zeit durfte er vier Briefe an seine Frau schreiben. Elbrick wurde gestern Abend in einem entlegenen Teil des Rio-Distrikts am Strand von einem Taxifahrer aufgelesen. Das Taxi war offenbar von den Entführern zu dem betreffenden Ort bestellt worden. Der Taxifahrer erkannte den Botschafter aufgrund von Fotografien, die in den Zeitungen veröffentlicht worden waren. Der Fahrer fragte Elbrick: „Sind Sie der amerikanische Botschafter?“ Als Elbrick nicht antwortete, meinte der Fahrer: „Sie armes Ding.“



DREI WEITERE FLUGZEUGENTFÜHRUNGEN

Bogota/Miami - Eine Gruppe von Entführern zwang über das Wochenende zwei ekuadorianische Flugzeuge, Kurs auf Kuba zu nehmen. Eines der Besatzungsmitglieder kam bei dem Versuch, einen der Entführer zu entwaffnen, durch einen Pistolenschuss ums Leben. Die Piloten hatten die Anordnung erhalten, nach Kuba zu fliegen, doch stellte sich später heraus, dass sich nicht genügend Treibstoff an Bord der Maschine befand. Beide Maschinen unternahmen daraufhin eine Zwischenlandung auf dem an der kolumbischen Pazifik-Küste gelegenen Flughafen Port Tumaco. In beiden Fällen soll es sich um Militärflugzeuge gehandelt haben, doch ist nicht bekannt, ob es sich bei den Entführern um militärisches Personal oder Zivilisten gehandelt hat.

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