04 Juli 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

3. Juli 1969

WINDHOEKS FINANZLAGE IST KERNGESUND

Windhoek - Zuge der gestrigen Haushaltsdebatte bestätigte der Windhoeker Stadtrat einstimmig die Erhöhung des Wasserpreises. Ratsherr Katzke erklärte während der Debatte, die Erhöhung des Wasserpreises sei eine ausgemachte Sache.

Die einzige Frage, die im Zusammenhang mit der Erhöhung des Wasserpreises geäußert wurde, stammte von Bürgermeister von Prittwitz. Er erkundigte sich, ob man nicht eine Klausel in den Beschluss hineinbringen sollte, der zufolge die Erhöhungen wegfallen sollen, sobald die Wasserknappheit behoben sei. Ratsherr Spies erwiderte, dass die Herabsetzung der Tarife jederzeit von jedem Ratsherrn vorgeschlagen werden Mime. Von Prittwitz gab sich damit zufrieden.

Jetzt liegt es am Administrator von Südwestafrika, J. G. H. van der Wath, den vorn Windhoeker Stadtrat beschIossenen, unsozialen Wassertarif zu genehmigen oder abzulehnen.

Im Zuge seiner Haushaltsrede erklärte der Vorsitzende der städtischen Exekutive Spies, die Finanzen der Stadt seien kerngesund. Der Rat gehe das neue Haushaltsjahr (Juli 1969 bis Juni 1970) mit einem FinanzpoIster von R 858 800 hinein.

Der 17,6 Millionen-Rand-Haushalt das Jahr 1969/70 schließt mit einem Defizit von R631 342 ab.

DIE ZUKUNFT DER HERZTRANSPLANTATION

Windhoek - In der entfernten Zukunft werden entweder mechanische oder Tierherzen in den menschlichen Körper verpflanzt. Beide Möglichkeiten aber sind noch mit schwierigen Problemen verbunden, sagte Prof. Chris Barnard am Mittwoch in einem öffentlichen Vortrag in Windhoek. Der weltberühmte Kapstädter Herzchirurg war der Gastredner im Rahmen der Eröffnung der Winterschule des Windhoeker Klubs Berufstätiger Frauen.

Die Aula der Höheren Privatschule war bis auf den letzten Platz gefüllt. Außerdem waren weitere etwa 300 Menschen im Kellerraum unter der Aula untergebracht worden, die dem Vortrag über geschlossenes Fernsehen folgen konnten. Es war das erste Mal, dass man Fernsehen für einen solchen Zweck in Windhoek verwendete.

Seinen Vortrag widmete Prof. Barnard der Herztransplantation, ihrer Vorgeschichte und ihrer Zukunft. Er behandelte auch die ethischen und moralischen Aspekte dieses operativen Eingriffs und gelangte zu dem Schluss, dass die Herztransplantation in jeder Hinsicht ethisch und moralisch zu rechtfertigen sei. Prof. Barnard betonte, dass die Herzverpflanzung heute notwendig geworden sei.

Es gebe gewisse Herzdefekte und -krankheiten, die durch keinerlei Behandlung oder Operation zu beseitigen seien. Der einzige Ausweg bleibe diesen Fällen die Transplantation.

Er gab aber auch zu, dass dieser Schritt keineswegs ein Heilmittel, sondern höchstens eine Linderung sei. Herzen werden nur solchen Patienten transplantiert, die durch ihre Herzleiden auf der Schwelle des Todes stehen.

900 PARATHYPUSFÄLLE IN ÖSTERREICH

Wien - In dem von einer Paratyphus-Epidemie heimgesuchten Bundesland Oberösterreich liegen nun schon 900 Infizierte oder Seuchenverdächtige in den Isolierstationen der Krankenhäuser. Das teilte das Epidemiekomitee des Landes mit. Das Linzer Komitee wies gleichzeitig Gerüchte zurück, wonach an der jugoslawischen Grenze Autobusse und Personenwagen wegen der Seuchengefahr zurückgeschickt worden seien. Reisebeschränkungen bestünden nicht. Die weiter steigende Zahl der Paratyphusfalle in Oberosterreich, neue Vorsichtsmaßnahmen in anderen Bundesländern und die allgemeine Besorgnis um einen empfindlichen Rückgang des Fremdenverkehrs kennzeichnen die Situation in der Alpenrepublik.

DER ABZUG AMERIKANISCHER SOLDATEN AUS VIETNAM

Washington - Schneller als erwartet ist aus dem Schneeball der Konferenz von Midway eine Lawine geworden: über den Truppenabzug aus Südvietnam, der auf Midway mit dem Beschluss über die Rückführung von 25 000 amerikanischen Soldaten begann, wird in Washington nicht mehr in Kategorien von Zehntausenden, sondern in Größenordnungen von Hunderttausenden gesprochen.

Diese Änderung der Größenordnungen wurde innerhalb weniger Tage durch die Vorschlage des früheren Verteidigungsministers Clark Clifford und durch die nachfolgende Reaktion Präsident Richard Nixons herbeigeführt. Clifford hatte sich in der Zeitschrift „Foreign Affairs“ dafür eingesetzt, noch in diesem Jahr 100 000 Mann und im nächsten Jahr alle Bodenkampftruppen aus Südvietnam abzuziehen. Nixon hatte auf einer Pressekonferenz die „Hoffnung“ geäußert er diesen Zeitplan Cliffords noch unterbieten könne.

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