08 Mai 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

7. Mai 1969



GESCHÄFT IN OKAHANDJA NIEDERGEBRANNT

Okahandja - Eins der ältesten Geschäftsunternehmen in Südwestafrika, die Firma Wecke & Voigts in Okahandja, ist in der Nacht zum Mittwoch völlig ausgebrannt. Über die Ursache des Brandes lagen bis zum Redaktionsschluss keine Informationen vor. Ein Sprecher der Polizei teilte der AZ heute Vormittag mit, dass der Brand kurz nach 1 Uhr ausgebrochen sei. Okahandja verfügt über keine Feuerwehr, und man konnte nur nach Kräften versuchen, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen. Da es sich bei dem Gebäude um eins der ältesten in Okahandja handelt, in dem sich viel brennbares Material befand, verbreiteten sich die Flammen im Handumdrehen im ganzen Gebäude und machten alle Löschversuche hoffnungslos. Letzten Endes blieb nur noch die Möglichkeit, ein Übergreifen der Flamrnen auf in der Nähe befindliche Gebäude zu verhindern.

Der Brand konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden. Heute Vormittag um 10 Uhr schwelte es in den Ruinen des Geschäftsgebäudes immer noch.



15 SCHIFFE IM BITTERSEE „ GEFANGEN“

Kairo - Der Botschaftsfahrer Ibrahim Mussa jagte den Wagen der deutschen Schutzmachtvertretung in Kairo über die Wüstenstraße, die nur wenige Kilometer westlich des Suezkanals von Ismailia nach Suez und weiter zum Großen Bittersee führt. Unter seinem Sitz lag griffbereit ein amerikanischer Stahlhelm. Für alle Fälle, denn nur wenige Stunden vorher waren links und rechts der Straße noch israelisehe Granaten eingeschlagen.

Tatsächlich ist es in jüngster Zeit heiß hergegangen hier, wenn vielleicht auch nicht ganz so heiß, wie aus den Kommuniques von diesseits und jenseits der umstrittenen Wassersrasse geschlossen werden konnte. Auf beiden Seiten hat man sich inzwischen „häuslich eingerichtet“, jedoch sind die Stellungen so geschickt angelegt, dass sich der Laie kaum als solche erkennt. Nur jenseits des Kanals sieht man wie dunkle Bauklötze in der Ferne die massiven Bunker, die die Israelis Ende vergangenen Jahres in den Wüstensand getrieben haben. Die israelischen Geschütze sieht man nicht.

Weit mehr als die zufälligen Besucher sind jedoch von der Verschärfung der Lage jene 15 Schiffe betroffen, die seit Juni 1967, dem Ausbruch des arabisch-israelischen Krieges, in dem Wasserweg festliegen.



LESEBÜCHER IN EINGEBORENENSPRACHE

Windhoek - Das Eingeborenensprachen-Referat des Ministeriums für das Bantuerziehungswesen in Südwestafrika hat soeben eine Reihe von Schullesebüchern in den verschiedenen Südwester Bantusprachen veröffentlicht. Diese Lesebücher für die ersten Schulklassen sind zudem noch mit gewissen Hilfsmitteln versehen, die das Lesenlernen erleichtern sollen.

Die ganze Lehrmethode, die dabei zur Anwendung gelangt, wurde von dem Personal des Eingeborenensprachen-Referats nach intensiver Forschung erarbeitet. Die Lesebücher wurden reichlich von den drei Südwester Künstlern Jochen Voigts, Thea Hälbich und Dieter Aschenborn mit Illustrationen versehen.



Das Eingeborenensprachen-Referat wurde im Januar 1964 als eine Abteilung des Erziehungswesens in Südwestafrika, gegründet. In der Vergangenheit neigte die Öffentlichkeit zu der Meinung, dass dieses Referat zum Informationsministerium gehöre. Diese Annahme ist jedoch falsch.

Die Hauptaufgabe dieses Referats ist die 'Schaffung von ausreichender Schulliteratur für jede anerkannte Eingeborenensprachen-Gemeinschaft in Südwestafrika, um so den Muttersprachenunterricht zu ermöglichen. Die Sprachen, die von dem Referat entwickelt werden, sind Ndonga und Kwanyama (Ovamboland), Kwangali und Mbukushu (Okavangogebiet), Herero, Nama und eine Buschmannsprache.

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