29 August 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

26. August 1969

MEHR INTERESSE FÜR STADTRATSSITZUNG

Windhoek - Die nächste öffentliche Sitzung des Windhoeker Stadtrates findet am Mittwoch, 27. August, um 18 Uhr statt. Das Interesse der Steuerzahler an diesen Sitzungen war während des vergangenen Jahres sehr gering. Mit wenigen Ausnahmen saßen bei den monatlichen Stadtratssitzungen nur die Vertreter der lokalen Presse in den Zuschauerrängen und verfolgten die Vorgänge im Stadtparlament. Die Bürgermeisterwahl im März dieses Jahres und die erwartete, aber nicht stattgefundene Debatte über die Windhoeker Wasserkrise vor einem Monat lockten Interessenten.



FÜHRUNGSKRISE IN SAMBIA

Lusaka - Sambias Vizepräsident Simon Kapwepwe ist von seinem Amt zurückgetreten. Er hat gleichzeitig seinen Posten als Vizepräsident der regierenden United National Independence Party (UNIP) niedergelegt. Kapwepwe gab diese dramatische Erklärung gestern Nachmittag in Lusaka ab. Der Vizepräsident von Staat und Partei gab folgende Gründe für seinen Rücktritt an:

„Einige meiner Kollegen haben mich niemals als vom Volk gewählten Vizepräsidenten angesehen.“

„Das Volk aus dem nördlichen Teil Sambias das ist das Bemba sprechende Volk - hat physisch, durch Verweigerung von Arbeitsplätzen und Entlassungen, gelitten, weil ich die Position des Vizepräsidenten innehatte. Ich kann unschuldige Menschen nicht weiter Leiden lassen.“ „Einige Minister, darunter dienstägigere, sowie Beamte in der Partei und Regierung haben mich schimpflich behandelt.“ „Wenn der gegenwärtige Trend weitergeht, wird es zu einigen Schwierigkeiten kommen. Ich weigere mich, an einem Blutvergießen teilzuhaben.“



FEUERBRUNST IN CANNES

Cannes - Am vergangenen Sonntag suchte eine verheerende Feuersbrunst das moderne französische Riviera-Resort Cannes heim und zwang die Polizei zu Massenevakuierungen. Da starke Winde aufgekommen waren und der Brand in eine kritische Situation auszuarten drohte, wurden die gesamte an der Riviera befindliche Polizeimacht wie auch die Feuerwehr aufgeboten, um die geeigneten Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbarorte zu verhindern. Ein großer Teil des Feuers konnte nur aus der Luft gelöscht werden, indem Hubschrauber tonnenweise Wasser auf den Ort niedergehen ließen. Touristen, die ihre Campingplätze verlassen mussten, zogen an die Strände in der Nähe von Cannes. Bisher wurden keine Verletzten oder Toten, gemeldet.



VIRGINIA ZUM KATASTROPHENGEBIET ERKLÄRT

Richmond (Virginia) - Das von dem. Hurrikan „Camille“ heimgesuchte Virginia ist der dritte amerikanische Staat, der zum Katastrophengebiet erklärt worden ist. In Virginia sollen mindestens 70 Personen ums Leben gekommen sein. Die Sachschäden belaufen sich auf etwa 100 Millionen Dollar. Weitere 100 Personen werden noch vermißt. Insgesamt sollen in den Katastrophengebieten mehr als 200 Personen ums Leben gekommen sein. Offizielle Angaben stehen noch nicht zur Verfügung.

Beamte des Staates Virginia bezeichneten die durch den Hurrikan entstandenen Springfluten als die verheerendsten unseres Jahrhunderts. Mindestens 130 Brücken sollen durch die Fluten zerstört worden sein. Tausende von Personen seien obdachlos. In vielen Gebieten, wo die durchschnittliche Breite der Flüsse etwa 16 Meter betrage, habe sich die Wasseroberfläche auf das Mehrfache vergrößert. Nach vorsichtigen Schätzungen sollen etwa 5 300 Wohnungen dem Hurrikan zum Opfer gefallen sein.



ÄLTESTER MENSCHLICHER FUND

Nazareth - Ein in der Nahe dieser Stadt ausgegrabenes Kinderskelett, dessen Alter nach Schätzung der Archäologen etwa 50 000 Jahre zurückdatiert, wird als der älteste Fund menschlicher Überreste bezeichnet. Das Skelett des Kindes soll in einem Grab entdeckt worden sein, das unter anderem auch Skelette tierischer Herkunft enthalten haben soll. Man nimmt an, dass es sich um eine Beerdigungszeremonie gehandelt habe. Französische Wissenschaftler schließen hieraus, dass der steinzeitliche Mensch Palästinas an, ein Weiterleben nach dem Tode geglaubt habe.



GETRENNTE ENTWICKLUNG IN DEN USA?

Washington - Amerikanische Neger wollen eine schwarze Nation, für Schwarze und regiert von Schwarzen, im Süden der Vereinigten Staaten schaffen. Aus fünf Südstaaten wollen sie die „Republik Neuafrika“ bilden. Ein viertägiger Negerkongress in Washington beschloss soeben, sich mit den Vorbereitungen zur Ausarbeitung einer Verfassung zu beschäftigen. Eine Konvention zur Annahme einer Verfassung ist für November in New York vorgesehen.

Folgende fünf Südstaaten sollen zu der „Republik Neuafrika“ zusammengefasst werden: Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia und Süd-Karolina. In Mississippi hat die Negerbevölkerung einen Anteil von mehr als 50 Prozent. In den anderen vier Südstaaten schwankt die Negerbevölkerung zwischen 28 und 34 Prozent.

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