09 Januar 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

8. Januar 1970

ADMINISTRATOR GENEHMIGTE RESTRIKTIONEN

Windhoek - Administrator J.G.H. van der Wath gab heute Vormittag bekannt, dass er die von dem Windhoeker Stadtrat empfohlenen Wasserrestriktionen genehmigt hat. In einer Presseerklärung des Administrators heißt es, dass er diesen Schritt „mit Bedauern“ getan hat. „Ich hatte keine andere Wahl, weil ich davon überzeugt bin, dass in Windhoek ein ernster Wassermangel herrscht und eine solche Notlage, drastische Maßnahmen rechtfertigt“, heißt es in der Erklärung des Administrators. Obwohl die restriktiven Maßnahmen nicht für die Administration gelten, habe er den Auftrag erteilt, dass Gartenschläuche und Wassersprenganlagen nicht mehr in den öffentlichen Wassersprenganlagen verwendet werden dürfen. „Ich habe beschlossen, auch meinen Tell dazu beizutragen, indem der Garten des Südwestafrika-Hauses (die offizielle Residenz des Administrators in Windhoek) genau wie alle anderen öffentlichen Gärten behandelt wird“, betont der Administrator.

In der Erklärung gibt der Administrator der Hoffnung Ausdruck, dass die Windhoeker Öffentlichkeit diese Maßnahmen „in freundlicher Weise aufnehmen und sich treu daran halten wird“. Er hoffe, so sagte der Administrator, dass in absehbarer Zeit eine Erleichterung eintreten werde und man zur normalen Lage zurückkehren könne.

LIONS-PRÄSIDENT IN WINDHOEK

Windhoek - Der Weltpräsident der Lions International W. R. Bryan aus Doylestown, Ohio, trifft am Freitag in Windhoek zu einem kurzen offiziellen Besuch ein. Er. wurde am 5. Juli vergangenen Jahres im Rahmen des 52. Konvents dieser weltweiten Organisation zum Präsidenten gewählt. Bryan verlässt die Landeshauptstadt bereits wieder am Samstag. Am Freitagabend ist er Ehrengast auf einem Dinner. Lions International verfügt heute über 910 000 Mitglieder in 145 Ländern der Welt.

EIN BANTU VERHAFTET

Windhoek - Ein etwa 27-jähriger Bantumann wurde am Mittwochnachmittag von der Polizei im Zusammenhang mit zwei Überfällen in der Nacht zum vergangenen Samstag in Klein Windhoek verhaftet. Ein Team von Kriminalbeamten arbeitete unermüdlich Tag und Nacht, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Der Bantu war in der Nacht zum Samstag zunächst in die Wohnung des 69-jährigen Otto Palfinger in Klein Windhoek eingedrungen und hat ihn mit einer Flasche eingemachten Obstes bewusstlos geschlagen. Wenige Stunden später erschien er in der Wohnung einer 84-jährigen Frau, verlangte Geld von ihr und vergewaltigte sie anschließend.

Der Bantu wird sich demnächst vor dem Windhoeker Magistratsgericht zu verantworten haben. Nach Angaben der Polizei werden ihm außerdem noch ein Diebstahl aus einem Fahrzeug sowie fünf Einbrüche angelastet.

ENTFÜHRTER JOURNALIST WIEDER IN SALISBURY

Salisbury - Am 19. Dezember verschwanden der rhodesischen Journalist Philemon Nandu und seine Frau vom sambischen Grenzposten Chirundu. Das Paar hatte beabsichtigt, sich nach Salisbury zu begeben. Nandu ist der Hauptvertreter der Inter-African News Agency (rhodesischen Zweigstelle der SAPA), die auch ein Büro in Lusaka unterhält. Nandus Wagen wurde in Chirundu gefunden, dagegen fehlte von ihm and seiner Frau jede Spur. Sambias Gerichtspräsident erließ, nachdem alle Nachforschungen ohne Ergebnis geblieben waren, einen Habeascorpus-Befehl, worauf die Vermissten plötzlich am Samstagfrüh beim Grenzposten in Chirundu erschienen. Nandu und seine Frau waren entführt und getrennt worden und sahen sich erst wieder am Grenzposten. Die Entführer hatten es nach Bekanntgabe des Befehls mit der Angst bekommen und die Entführten sofort zur Grenze gebracht.

SWAPO-VIZEPRÄSIDENT ANGESCHOSSEN

Daressalam - Die South West Africa Peoples' Organisation (SWAPO) hat in Daressalam bekanntgegeben, dass sie ihren Vizepräsidenten Louis Nelengani aus der Organisation ausgeschlossen hat. SWAPO ist unter Präsident Sam Nujoma die einzige sogenannte Freiheitskämpferorganisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die südwestafrikanische Administration durch einen Guerillakrieg zu beseitigen. Louis Nelengani gehörte einige Jahre dem SWAPO-Vorstand an und befand sich selbst in Daressalam.

Er hatte jedoch Schwierigkeiten mit anderen Vorstandsmitgliedern bekommen. Hierbei kam es zu Tätlichkeiten, in deren Folge der Vizepräsident Jakob Kuhangua einen Messerstich in den Rücken. erhielt. Seither ist Kuhangua teilweise gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Bei der letzten Afrika-Safari des LTNO-Rates für Südwestafrika ließ er sich mit Mitgliedern des Elferrates sowie Kollegen vom SWAPO-Vorstand im Rollstuhl fotografieren. Wie es heißt, soll es bei dem Streit um die Entfremdung von SWAPO-Mitteln für persönliche Zwecke gegangen sein.

FLUGZEUGENTFÜHRUNG VEREITELT

Saragossa (Spanien) - Ein 18jähriger Spanier, der den Piloten einer zweistrahligen Convair-Metropolitan der spanischen Fluggesellschaft Iberia erst zu einer Kursänderung auf Kuba und dann nach Albanien zwingen wollte, ergab sich heute Morgen während einer Zwischenlandung in Saragossa zwecks Treibstoffaufnahme der spanischen Polizei. Der 18-jährige war während des Fluges von Madrid nach Saragossa in das Cockpit der Maschine eingedrungen, wo er den Piloten zu einer Kursänderung auf Kuba zwingen wollte. Als der Pilot ihm erklärte, dass das Flugzeug dazu nicht in der Lage sei, befahl der Spanier der Besatzung, nach Albanien zu fliegen.

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