03 September 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

SWA VERLOR GEGEN DIE WALLABIES

Windhoek - Aus der Defensive in die Offensive. Das war das Motto der australischen Nationalmannschaft in ihrem Rugbyspiel gegen Südwestafrika. Und die Gäste wurden für ihre Initiative mit 38 zu acht Punkten belohnt. Die Australier stürmten die Abwehr der Heimmannschaft schon in der ersten Spielhälfte in Grund und Boden und bauten komfortablen Vorsprung von 21 zu null Punkten auf. Das Spiel gegen die Wallabies, das vor wenigen Jahren noch im Südwest-Stadion mit einem 14:14-Unentschieden ausging, wurde am Montag ganz klar mit vier erhöhten Versuchen (20 Punkte), einem Versuch (drei Punkte), vier „drop goals“ (zwölf Punkte) und einem Strafstoß (drei Punkte) von den australischen Besuchern gewonnen. Die Gastgeber erzielten einen erhöhten Versuch (fünf Punkte) und einen Strafstoß (drei Punkte).



ZUSCHAUERTRIBÜNE ZUSAMMEN-

GEBROCHEN

Pretoria - Unmittelbar nach dem Rugbyspiel der Nordtransvaaler Auswahl gegen die aus­tralische Nationalmannschaft am Samstag in Pretoria brach eine provisorische Tribüne für etwa 1500 Zuschauer zusammen. Während bisher keine Menschenleben zu beklagen sind, wurden über 70 Zuschauer mit Verletzungen in das Verwoerd- und Militärkrankenhaus in Pretoria eingeliefert, 80 Personen wurden zur ärztlichen Behandlung ins Krankenhaus gebracht, konnten anschließend jedoch wieder heimkehren.

Nach den letzten Meldungen aus Pretoria befinden sich nur zwei Opfer des Loftus-Versfeld-Desasters zur Zeit noch in Lebensgefahr. Die übrigen Verletzten machen nach den Angaben der zuständigen Krankenhaussprecher befriedigende Fortschritte. Am Montag wurden sie von Staatspräsident J. J. Fouché besucht.

Die zusammengebrochene Tribüne wird seit Samstag streng von der Polizei abgeschirmt und bewacht, bis die offizielle Untersuchung der Katastrophe abgeschlossen ist. Prof. Fritz Eloff, der Vorsitzende der Nordtransvaaler Rugbyunion, erklärte am Sonntag, die zusätzliche Tribüne sei von einer befugten Firma errichtet worden. Gleichzeitig gab er bekannt, dass permanente Tribünen für die Zuschauer „großer Wettkämpfe” gebaut werden sollen. Den Opfern dieses Desasters, dem größten in der Sportgeschichte Südafrikas, sprachen der Ministerpräsident B. J, Vorster und Prof. Eloff ihr tiefes Mitgefühl aus.



UMSTURZ IN LIBYEN

Beirut/Tunis - Wie über den Rundfunk bekannt wurde, haben Armeeoffiziere in Libyen unter Führung von Generalmajor Saaduddin Abu Schweirib den 80-jährigen König Idris, der gegenwärtig in Bursa (Türkei) zur Kur weilt, abgesetzt und die Libysch-Arabische Republik proklamiert. Kronprinz Hassan Al-Rida, ein Neffe des Königs, verlas im Rundfunk eine Erklärung, wonach er auf alle Rechte der Thronfolge verzichtet und die 1,6 Millionen Bewohner Libyens auffordert, sich hinter den Revolutionsrat zu scharen. Das Parlament wurde aufgelöst. Der Revolutionsrat drohte allen mit harten Strafen, die versuchen sollten, eine Gegenrevolution zu organisieren. Der Revolutionsrat erklärte über den Rundfunk, die libysche Armee habe in einer blutlosen Revolution die Macht übernommen. Es werde eine sozialistische Republik errichtet, die für „die arabische Einheit, Sozialismus and Freiheit” eintrete. Die Revolution sei eine ausschließlich innere Angelegenheit, die sich gegen keine ausländische Macht richte. Die Ausländer in Libyen stünden unter dem Schutz der Armee.



ENTFÜHRUNG EINES AMERIKANISCHEN FLUGZEUGS

Damaskus/Tel Aviv - Ein amerikanisches Verkehrsflugzeug der Fluggesellschaft TWA mit 113 Passagieren an Bord ist am Freitag über Italien auf dem Fluge nach Israel von zwei bewaffneten Arabern zur Kursänderung gezwungen und nach Damaskus entführt worden. Die Verantwortung für die Entführung nahm die „Palästinische Befreiungsfront” auf sich. Die Maschine befand sich auf einem planmäßigen Flug von Rom über Athen nach Tel Aviv.

Kurz nach der Landung auf dem Flughafen der syrischen Hauptstadt ereigneten sich im Rumpf und in der Pilotenkanzel der Boeing 707 SprengstoffexpIosionen. Alle Passagiere hatten zu diesem Zeitpunkt das Flugzeug verlassen. Nach Angaben der Flughafenbehörden sollen die Guerillas die Sprengkörper zur Landung gebracht haben. Bei der Entführung wurde eine Frau verletzt, die später mit einem Krankenwagen in eines der Krankenhäuser gebracht wurde.



ROCKY MARCIANO TÖDLICH VERUNGLÜCKT

Newton - Rocky Merciano, der einstmalige Weltschwergewichtsmeister im Boxen, kam am Sonntag bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Am Montag wäre er 46 Jahre alt geworden. Außer ihm starben auch noch der Pilot und ein zweiter Passagier der einmotorigen Privatmaschine, die sich auf dem Wege von Chicago nach Des Moines, Iowa, befand.

Als unbesiegter Weltboxmeister trat Marciano am 27. April 1956 in den Ruhestand. 49 Boxgefechte hatte er zu seinen Gunsten entschieden, 43 davon durch einen k.o.-Schlag. Den Schwergewichtstitel erwarb Rocky Merciano am 23. September 1952, als er seinen Gegner Jersey Joe Walcott in der 13. Runde k.o. schlug. Sechsmal hat er danach diesen Titel mit Erfolg verteidigen können. Sein wohl größter Triumph war der k.o.-Sieg über Joe Louis.

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