05 März 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

4. März 1969

ADMINISTRATOR ZUR BEVORSTEHENDEN NEUREGELUNG

Windhoek - Zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr berief Administrator J.G.H. van der Wath am Montag eine Pressekonferenz ein. Diesmal befasste er sich erster Linie mit der Neuregelung der Beziehungen zwischen Südwestafrika und der Republik. In diesem Zusammenhang erklärte der Administrator, bei ihm sei der Eindruck entstanden, dass in der Öffentlichkeit noch eine gewisse Verwirrung herrsche.

Administrator van der Wath wies darauf hin, dass diese Angelegenheit eine rein politische sowie eine administrative Seite habe. Aus der politischen Debatte über die Regelung der Beziehungen ist ein Gesetz entstanden, das in diesem Jahr vom Parlament verabschiedet wurde. Van der Wath betonte, dass jedem das Recht zustehe, seine Meinung zu dieser Neuregelung zu äußern.

Für ihn selbst ist die wichtigste Aufgabe die verwaltungstechnische Durchführung der Neuregelung. Er eröffnete der Pressekonferenz, dass seine Berufung in das Amt des Administrators von Südwestafrika in erster Linie deshalb erfolgt sei, weil er in den letzten Jahren auf das engste mit dieser Angelegenheit verbunden war.



ANSCHULDIGUNGEN DES SWA-RATES

New York - Der UNO-Rat für Südwestafrika richtet ein Gesuch an den Sicherheitsrat, dringend Schritte zu unternehmen, um einen „sofortigen Rückzug“ Südafrikas aus Südwestafrika zu garantieren, da sonst die Gefahr eines Rassenkonfliktes bestehe. In einem Schreiben an den Präsidenten des Sicherheitsrates betont Nuri Eren, Präsident des UNO-Rates für Südwestafrika, dass die Situation in „Namibia“ den internationalen Frieden bedrohe und der Sicherheitsrat sich daher dringend mit der Lage befassen müsse.

1966 war Südafrika von der UNO des Mandats über Südwestafrika enthoben worden. Ein Komitee für „Namibia“ sollte die Entwicklung in diesem Lande überwachen. In seinem Schreiben behauptet Eren, dass die südafrikanische Regierung mit Hilfe von „illegalen Aktionen“ die „Unversehrtheit“ des Territoriums zu zerstören beabsichtige. Beobachter sehen das Schreiben als einen Schritt zur Unterstützung der von den Afro-Asiaten im nächsten Monat angesetzten Sitzung an, bei der die Situation in „Namibia“ besprochen werden soll. Unter Führung Sambias haben die Afro-Asiaten bereits einem Resolutionsentwurf zugestimmt. Die Afro-Asiaten unterhandeln mit westlichen Machten, u. a. mit den USA, um sich die Unterstützung des Sicherheitsrates zu sichern.



SÜDAFRIKANISCHE BIAFRA-HILFE

Kapstadt - Im Hinblick auf die besonderen Umstände in Biafra hat die südafrikanische Regierung dem Internationalen Roten Kreuz eine besondere Beihilfe gewährt, erklärte Verteidigungsminister P. W. Botha im Volksrat am Montag. Auf eine Anfrage des Abgeordneten T. G. Huges (VP Transkei) sagte der Minister, diese Beihilfe ist von 8000 auf 10000 Rand erhöht worden.



M- UND K-BESTIMMUNGEN

Windhoek - Die SWA-Administration hat im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Maul- und Klauenseuche im Ovamboland folgende Maßnahmen für das Grenzgebiet in den Bezirken Outjo, Grootfontein und Tsumeb von Farm Ermo 646, Outjo, bis zur Farm 1061, Tsumeb, angekündigt: Sämtliche Viehauktionen sind bis auf weiteres abgesagt; Viehtrecks aus dem Grenzgebiet werden auf eine Entfernung von 50 Meilen beschränkt und müssen innerhalb von vier Tagen beendet sein. Vor dem Treckbeginn müssen die Tiere inspiziert werden.

Nach Erreichen ihres Bestimmungsortes muss das gesamte Viehe 21 Tage in Quarantäne gehalten werden. Während dieser Zeit müssen regelmäßige Inspektionen vorgenommen werden. Ehe die Quarantäne aufgehoben wird, muss eine endgültige Inspektion durchgeführt werden.

Aus den genannten Grenzgebieten kann ein direkter Rinderexport zu den Quarantänemärkten in der Republik und nach Otavi sowie Windhoek erfolgen. Rindertrecks auf dem Hufe sind bis zur nächsten Eisenbahnstation gestattet, solange die genannten Treckrestriktionen nicht überschritten werden.

Für den übrigen Teil der Distrikte Outjo, Grootfontein und Tsumeb müssen alle Auktionen in den Veterinärbezirken Kamanjab, Outjo und Otavi abgesagt werden.

Die Kontrolle des Transportes von Produkten wie Häute, Frischfleisch, Milch, Knochen und so weiter bleibt unverändert.

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