10 Oktober 2020 | Vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren

1970-10-12 (ausgesucht und aufbereitet von Ronja Lyhs)

SÜDWESTAFRIKAS WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Omaruru - Die Hundertjahrfeier der Südwester „Gartenstadt“ Omaruru erreichte am vergangenen Samstag ihren Höhepunkt, als Administrator J. G. H. van der Wath Ehrengast und Festredner Omarurus war. Der Administrator legte seiner Festansprache die wirtschaftliche Entwicklung Südwestafrikas in dem Zeitraum 1870 bis 1970 zugrunde und wies darauf hin, dass die Entwicklung Omarurus mit dem Wachstum, den Rückschlagen, dem Fortschritt und der wirtschaftlichen Blütezeit ein „getreues Spiegelbild des Schicksals des gesamten Südwestafrikas auf denselben Gebieten ist“.

Nachdem der Administrator einen Überblick über die Entwicklung des Landes in seinen Entstehungsjahren gegeben hatte, führte er in deutscher Sprache ferner aus:

„Wie war die wirtschaftliche Lage Südwestafrikas in der deutschen Zeit? Der deutschen Behörde konnte es niemals gelingen, die Verwaltungskosten aus den Einnahmen des Gebietes zu decken. In den letzten Jahren (ihrer Zuständigkeit) war die deutsche Verwaltung hauptsächlich auf Steuern aus dem Bergbau und vor allen Dingen aus der Diamantengewinnung angewiesen. Abgesehen davon, dass diese Produkte letzten Endes immer kleinere Gewinne abwarfen, waren ihre Preise heftigen Schwankungen unterlegen, was sich im Laufe der Zeit deutlich zeigen sollte.

KEETMANSHOOPER SCHWIMMBAD EINGEWEIHT

Keetmanshoop - Vor etwa 1 200 Zuschauern eröffnete Dirk Mudge, MdE, am Freitagabend das neue Städtische Schwimmbad Keetmanshoops. Aus diesem Anlass war von dem Keetmanshooper Schwimmklub „Harlekyne“ ein zweitägiges Schwimmfest organisiert worden, an dem nicht weniger als 38 Schwimmsportler aus Nordtransvaal, Transvaal und Natal teilgenommen haben. Neben Schwimmwettkämpfen wurde Turmspringen und zum ersten Mal in Südwestafrika auch synchronisiertes Schwimmen gezeigt. Wasserballspiele wurden ebenfalls in dem neuen Schwimmbad mit seinen olympischen Ausmaßen ausgetragen. In seiner Eröffnungsansprache sagte Mudge in deutscher Sprache: „In dieser Welt, die sich immer dichter bevölkert und immer enger bebaut wird, erhält die sogenannte natürliche Lunge (offene Plätze, Grünanlagen und Sportplätze) eine immer größere Bedeutung. Sie ist notwendig für den Aufbau eines gesunden Körpers und eines gesunden Geistes. Keine verantwortungsbewusste Behörde darf diese Tatsache übersehen.

Man könnte argumentieren, dass Südwestafrika über genügend weite Flächen verfüge, wo der Städter seine Entspannung findet, und doch wirkt sich das in der Praxis ganz anders aus. Innerhalb der Stadtgebiete müssen die notwendigen Anlagen geschaffen werden.

FREIWILLIGE FÜR DIE VIETKONG

Tokio - Wie einer am vergangenen Sonntag in Tokio abgehörten und über die offizielle Nachrichtenagentur der Vietkong ausgestrahlten Nachrichtensendung entnommen werden kann, soll der „Verteidigungsminister“ der radikalen amerikanischen Black Panther Partei, Huey Newton, den Vietkong „Freiwillige, die Schulter an Schulter mit den Kommunisten in Südvietnam gegen den Imperialismus kämpfen würden“, angeboten haben. Das Angebot Newtons sei in einem an die rationale Befreiungsfront der Vietkong gerichteten Schreiben unterbreitet worden.

QUEBECS ARBEITSMINISTER ENTFÜHRT

Montreal - Die Entführer des Arbeitsministers Quebecs, Pierre Laporte, und des britischen Diplomaten James Cross haben bisher nichts über das Schicksal ihrer Gefangenen verdauten lassen. In beiden Fällen ist die Zeit abgelaufen, in der die Entführten gegen die Erfüllung gewisser Forderungen freigelassen werden sollten. Ein letzter Versuch der Regierung, mit den Entführern, die Befreiungsfront Quebecs, zu verhandeln, blieb unbeantwortet.

Arbeitsminister Laporte wurde am Samstag aus seiner Vorstadtwohnung entführt. Er sollte am Sonntagabend um 22 Uhr ermordet werden, falls bis dahin die Forderungen seiner Entführer nicht erfüllt worden seien. Während des Wochenendes schrieb Laporte einen äußerst emotionalen Brief, in dem er die Regierung aufforderte, nachgiebig zu sein. Falls die 23 „politischen Häftlinge“ nicht entlassen würden, könne es ein „Blutbad und unnötige Panik“ geben. Außerdem bestand er darauf, dass alle polizeilichen Suchaktionen eingestellt werden sollten, da er sich in Lebensgefahr befinde.

JUBILÄUMSFEIER DER VEREINTEN NATIONEN

New York - Am kommenden Mittwoch begehen die Vereinten Nationen im Rahmen einer über elf Tage dauernden Gipfelkonferenz ihre Silberjubiläumsfeierlichkeiten. Da zahlreiche Staatsoberhäupter und Delegierte auch diesmal durch Abwesenheit glänzen werden, äußerten politische Beobachter inzwischen die Befürchtung, dass dem Zeremoniell nicht der erhoffte Erfolg beschieden sein werde. Im Laufe des vergangenen Wochenendes trafen bisher nur 38 Staatsoberhäupter und etwas mehr als hundert Delegierte und Sondergesandte in New York ein.

Hinzu kommt, dass der politische Akzent des Gipfels, dem bisher besondere Betonung verliehen wurde, durch die Ankündigung einer möglichen Abwesenheit der beiden Großmächte Frankreich und Sowjetunion - bei Zusage einer Teilnahme werden nur der französische und sowjetische Außenminister bei den Feierlichkeiten zugegen sein - eine gewisse Ernüchterung, um nicht zu sagen sprichwörtliche Abwertung erfahren hat.

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