24 April 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

24. April 1970

DER BERGBAU SÜDWESTAFRIKAS

Windhoek - Die Vereinigung der Minengesellschaften Südwestafrikas hielt am Donnerstag ihre Jahresversammlung in Windhoek ab. Der Präsident der Organisation, I. P. Ratledge (Tsumeb Corporation) betonte in seinem Jahresbericht den Fortschritt, den diese Industrie in Südwestafrika während des letzten Jahres gemacht habe. Dies wirke sich wirtschaftlich auf Gegenwart und Zukunft. Südwestafrikas aus. Das Matchless Bergwerk der Tsumeb-Corporation nähert sich seiner Vollendung und wird im Juni die Produktion aufnehmen. Falconbridge wird voraussichtlich Mitte 1971 in Oamites mit der Kupferproduktion beginnen. Zurzeit habe die mineralogische Exploration Südwestafrikas einen großen Umfang angenommen. Ratledge sei zu früh, hierüber Einzelheiten bekanntzugeben. Man könne jedoch prophezeien, dass die Bedeutung der Bergbau-Industrie für die Wirtschaft Südwestafrikas weiterwachsen werde und dass diese Industrie sich zur wichtigsten des Landes entwickeln werde. Die Verantwortung der Vereinigung der Minengesellschaften werde sich dementsprechend erhöhen. Die Vereinigung werde sich für eine Anerkennung bei der Regierung einsetzen und Vorschläge für die Änderung des Bergbaugesetzes, insbesondere im Hinblick auf die Prospektierrechte, machen.



ALICE GOLDIN STELLT AUS

Windhoek - Im Rahmen des Kunstkabinetts Windhoek eröffnete am Donnerstagabend die Sekretärin der Kunstvereinigung in Pretoria, Coba Diederiks, eine Ausstellung hervorragender Holzschnitte der bekannten, zurzeit in Pretoria lebenden Xylographin Alice Goldin. Es ist die erste Ausstellung der Künstlerin in Windhoek, deren Name in der Republik inzwischen zu einem Begriff geworden ist.

In einer einleitenden Ansprache umriss Coba Diederiks kurz die Personalien der Künstlerin. Alice Goldin wurde in Wien geboren. Die Jahre zwischen 1938 und 1948 verbrachte sie in Großbritannien und ging dann nach Südafrika. Am Technical College of Pretoria setzte Alice Golding unter Prof. Otto Flar ihr Kunststudium fort. Auch die beiden bekannten südafrikanischen Künstler Robert Hodgui und Zakkie Eloff trugen durch ihre Anleitung maßgeblich zu der Vervollkommnung der Technik Alice Goldins bei.



BETONDACH EINGESTÜRZT

Windhoek - Auf einer Baustelle etwa elf Meilen nördlich von Windhoek wurden zwei weiße und 13 Bantuarbeiter am Donnerstagnachmittag verletzt, als ein Betondach einstürzte. Die meisten der Verletzten erlitten Knochenbrüche und Prellungen. Sie wurden unverzüglich mit einem Lastkraftwagen und drei Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Über die Ursache des Unfalls liegen noch keine Einzelheiten vor. Die Arbeiter befanden sich auf dem Dach einer im Bau befindlichen Pumpstation, die zu dem Pipeline-Projekt zwischen der Swakoptalsperre bei Okahandja und Windhoek gehört, als das Dach plötzlich nachgab und einstürzte. Die meisten waren unter Betonbrocken eingekeilt.



LOYALTÄT DER ARMEE IN KOLUMBIEN

Bogota - Wie von Regierungsseite erklärt wird, ist es Präsident Carlos Lleras Restrepo gelungen, zwei geplante Militärrevolten niederzuschlagen, da der größte Teil der Armee hinter ihm steht. Einige Offiziere der 10. Armeebrigade und des militärischen Luftstützpunktes in Palanquero sind verhaftet worden. Sie hatten versucht, höhere Offiziere für den Putsch zu gewinnen. Es handelt sich um Anhänger des 70-jährigen früheren Diktators Rojas, der behauptet, er habe die Präsidentschaftswahlen am letzten Sonntag gewonnen. In Wirklichkeit erzielte der Regierungskandidat Micael Pastrana Borrero eine Mehrheit von über 66000 Stimmen. Präsident Lleras, dessen Amtszeit im August abläuft, hat nun aber angeordnet, dass die Stimmen nochmals gezählt werden, damit festgestellt werden könne, ob die Resultate verfälscht worden seien. Rojas' Anhänger der populären Nationalen Allianz - demonstrierten am Montag und Dienstag, worauf der Belagerungszustand erklärt wurde. Gleichzeitig waren die Militärverschwörungen aufgedeckt worden. Am Mittwoch wurde Rojas unter Hausarrest gestellt. Um Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten, hat Präsident 100000 Soldaten und Polizisten aufgeboten, die loyal zu ihm stehen.



TRINIDAD BERUHIGT SICH

Port of Spain - Der nach Ausrufung des Belagerungszustandes gefürchtete Black Power-Führer Geddes Granger ist verhaftet worden. Damit erhöht sich die Zahl der Verhaftungen auf 44. Ferner wurden fünf Soldaten verhaftet, die ein Militärlager in Brand gesteckt hatten. Bis jetzt sind vier Personen ums Leben gekommen. Nach den Unruhen der letzten Tage beginnt die Lage sich wieder zu normalisieren und Premier Dr. Eric Williams scheint allmählich die Kontrolle zurückzugewinnen. Es gelang, aus den USA Kleinwaffen zu erhalten, die dringend verlangt worden waren, um die Polizei, die zahlenmäßig stärker ist als die Armee, damit auszurüsten. Trotz des Belagerungszustandes wurden 26 Benzinbomben-Anschläge auf verschiedene Geschäfte in der Stadt unternommen. Eine Fabrik ist abgebrannt. Die Truppen konnten das Regimentshauptquartier in der Teteron Bay wieder besetzen. Es wird nun darüber verhandelt, ob die 760 Meuterer straffrei weiter in der Armee bleiben können. Fünf amerikanische und zwei britische Kriegsschiffe liegen vor Port of Spain, um im Notfall Amerikaner und Engländer zu evakuieren.



DIE AGITATION UM CABORA BASSA

New York - Die Anti-Apartheidsbewegung, die in London ihren Sitz hat, schickte an die UNO ein Memorandum, das vom Sekretariat an die Mitglieder verteilt wurde. Darin heißt es, der Bau des Cabora-Bassa-Dammes in Mosambik verstärke die portugiesische Herrschaft, und er sei symbolisch für die Expansion der südafrikanischen Macht nach dem Norden. Das Projekt stelle eine Investition in die „weiße Minderheitsherrschaft“ dar. Der Zweck sei, eine Linie am Sambesi zu schaffen, über die die „Befreiungsbewegungen“ nicht weiter nach Süden vordringen könnten. Durch den Dammbau würden 24000 Schwarze zur Umsiedlung gezwungen, während die Portugiesen mehr als eine Million Weiße in die Gebiete bringen wollten, die durch den Stausee bewässert werden sollen. Die Beteiligung eines südafrikanischen Konsortiums bedeute, dass Südafrika seine wirtschaftliche Vormachtstellung weiter ausdehnen wolle.

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