21 Dezember 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

21. Dezember 1970

CAMPING AN DER KÜSTE BESCHRÄNKT

Windhoek — Das beliebige Zelten entlang der Westküste ist seit Mittwoch dieser Woche nicht mehr erlaubt.

In einer Presseerklärung des Staatssekretars für Südwestafrika wird darauf hingewiesen, dass die Administration im Rahmen eines Gesetzes von 1919 das Zelten jederzeit kontrollieren könne, von dieser Vollmacht jedoch bisher keinen Gebrauch gemacht habe.

Nach der Errichtung eines Campingplatzes bei Meile 14 wurde das Zelten zwischen Walvis Bay und Wlotzka's Baken auf bestimmte Campingplätze beschränkt, um die Verschmutzung der Küste zu verhindern. Mit Wirkung vom 16. Dezember ist das Campen mit Zelten und Wohnwagen daher nur noch auf den dafür vorgesehenen Plätzen bei Walvis Bay, Swakopmund und Meile 14 erlaubt.

Die Administration hat die notwendigen Einrichtungen für Wasserversorgung sowie Toiletten beim Campingplatz „Meile 14“ geschaffen. Es stehen dort 70 Campingplätze zur Verfügung. Unterkünfte für nichtweiße Hausangestellte sind auch vorhanden.

Campingerlaubnisscheine für Meile 14 sind beim Magistrat Swakopmund oder beim Aufsichtsbeamten des Campingplatzes erhältlich.

ZWEITE PHASE AB 20. JANUAR

Den Haag — Nachdem die Schriftsätze im Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag in der Südwestafrika-Sache eingereicht worden sind, beginnt die zweite Phase am 20. Januar 1971. Alle interessierten Parteien, das heißt, alle UNO-Mitglieder, werden im Zuge dieser Phase die Möglichkeit haben, mündliche Erklärungen abzugeben. Das südafrikanische Rechtsvertreterteam, angeführt von Advokat E. Grosskopf, wird zu dieser Zeit in Den Haag weilen. Adv. D. P. de Villiers wird als Berater der Regierung ebenfalls in Den Haag sein. De Villiers war der Führer des südafrikanischen Rechtsvertreterteams in dem Verfahren, das von 1960 bis 1966 währte. Während das letzte Verfahren mit einem bindenden Urteil endete, geht es um jetzt lediglich um ein Rechtsgutachten.

UNRUHEN IN OKINAWA

Tokio — Der japanische Ministerpräsident Eisaku Sato zeigte sich beunruhigt über die Vorgänge in Okinawa, wo es außerhalb des amerikanischen Luftstützpunktes Kadena zu Zusammenstößen zwischen amerikanischen Soldaten und Riukiu-Polizisten kam. Sato befürchtet, dass dies eine Kettenreaktion von Unruhen nach sich ziehen konnte. Sato meinte, die Verbitterung unter der Bevölkerung Okinawas über Schwierigkeiten, die amerikanisches Armeepersonal bereite, sei „verständlich“. Die USA erklärten sich im November 1969 bereit, Okinawa 1972 zu räumen und den Japanern zurückzugeben.

KEINE RÜCKKEHR ZUR DEMOKRATIE

Athen — Es werde im kommenden Jahr keine Rückkehr zur Demokratie und keine Wiederherstellung bürgerlicher Freiheiten geben, sagte Ministerpräsident George Papadopoulos. Er allein werde entscheiden, wann eine neue Verfassung eingeführt werden soll. Das Standrecht, das im April 1967 proklamiert wurde, werde in Kraft bleiben, und Militärgerichte würden weiter Zivilisten verurteilen, die sich gegen die nationale Sicherheit und gegen das Regime vergangen hatten. Das einzige Zugeständnis, das Papadopoulos machte, bestand im Versprechen, 640 linksgerichtete politische Häftlinge in zwei Etappen freizulassen, 300 noch vor Ende des Monats, die übrigen im April, vorausgesetzt, dass Ruhe im Lande herrsche. 15 von 68 Deportierten, hauptsächlich royalistische Offiziere, konnten wieder an ihren Wohnort zurückkehren.

LEIBWÄCHTER-WITWE ERHIELT SCHMERZENSGELD

Rio de Janeiro — Die Witwe des zum Schutze des vor rund zwei Wochen in Rio entführten Schweizer Botschafters Giovanni Bucher eingesetzten brasilianischen Leibwächters Hello Carvelho de Araujo hat am Sonntag von der Schweizer Regierung ein Schmerzensgeld in Höhe von umgerechnet 4 200 Rand ausbezahlt bekommen. Der Leibwächter war bei einem Versuch, die Entführung vereiteln lebensgefährlich verletzt worden und wenige Tage später in einem Krankenhaus seinen Verwundungen erlegen.

SCWEIZER REGIERUNGS- UND DIPLOMATENKREISE OPTIMISTISCH

Rio de Janeiro — In Schweizer Regierungs- und Diplomatenkreisen hat sich am Wochenende ein unverkennbarer Optimismus hinsichtlich der Freilassung des von der brasilianischen „Nationalen Befreiungsallianz“ entführten schweizerischen Botschafters Giovanni Bucher breitgemacht. Über die Verhandlungen des brasilianischen Regimes mit den Kidnappern des Entführten heißt es, dass ein entscheidender Wendepunkt erreicht worden sei und die Freilassung Buchers im Austausch gegen 70 politische Häftlinge noch vor Weihnachten erfolgen wurde.

SCHWERE KRISE IN POLEN

Warschau — Wladyslaw Gomulka, Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Polens, ist am Sonntag zurückgetreten, wie der staatliche Rundfunk am Sonntag bekanntgab. Gleichzeitig hat auch das Staatsoberhaupt, Präsident Marschall Marian Spychalski, seinen Rücktritt erklärt. Drei weitere Mitglieder des zwölf Mann starken Politbüros, nämlich der Wirtschaftsspezialist Boleslaw Jaszczuk, der die Preiserhöhungen in der vorletzten Woche, die zu Unruhen führten, befürwortete, der Parteiideologe Zenon Kliszko und der Parteiorganisator Ryszard Strzelecki sind ebenfalls zurückgetreten. Zum neuen Parteichef ist der 57-jährige Edward Gierek ernannt worden. Nach ausländischen Berichten sollen Sowjettruppen zum Einsatz bereitstehen und Sowjetkriegsschiffe in der Danziger Bucht kreuzen.

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