01 April 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1. April

KÖNIG MOSHOESHOE VERLÄSST LESOTHO

Maseru. - König Moshoeshoe von Lesotho wird sich für unbestimmte Zeit ins Ausland begeben. Die Königin Mamohato wird während seiner Abwesenheit als Regentin eingesetzt. Dies erklärte Häuptling Jonathan am Dienstagabend in Maseru. Eine entsprechende Mitteilung wird heute, Mittwoch, im Amtsblatt veröffentlicht. Es ist noch nicht bekannt, wohin sich der König begeben wird. Man nimmt jedoch an, dass er sein Gastland selber auswählen kann.

Ministerpräsident Jonathan sagte, dass man der früheren Verfassung von Lesotho das Häuptlingskollegium jederzeit in Übereinstimmung mit dem Stammesgesetz die Person bezeichnen könne, die als Regent eingesetzt werden soll, wenn der König noch nicht 21 Jahre alt ist oder wenn er infolge Abwesenheit oder aus Geistesgestörtheit oder aus irgendeinem Grund nicht fähig ist, sein Amt auszuüben. So war am 26. Mai 1967 Königin Mamohato Seeiso zur Regentin gewählt worden. Da der König jetzt das Land verlassen habe, könne er sein Amt nicht ausüben und Königin Mamohato amtiere als Regentin vom Zeitpunkt seiner Abreise an.

DIE WELT IN TITOS SICHT

Beograd - Präsident Josip Broz Tito hat am Dienstag dem Parlament über seine Afrikareise berichtet, die ihn nach Tansania, Sambia, Kenia, Äthiopien, dem Sudan, Ägypten und Libyen geführt hatte. Mit scharfen Worten verurteilte er „die imperialistische und neokolonialistische Politik Südafrikas, Rhodesiens und Portugals“. Die „ex-pansionistische Politik“ Israels sei eine Herausforderung an alle friedliebenden Volker. Die arabischen Nationen seien jedoch stets zu einer friedlichen Lösung der Nahost-Krise bereit: sie seien aber auch bereit; die von Israel besetzten Gebiete mit Gewalt wieder zurückzunehmen, wozu, sie das volle Recht hatten. Tito warnte vor den „gefährlichen“ Entwicklungen in Südostasien. Kambodscha stehe vor einem Blutbad, für das die gleichen reaktionären Kräfte verantwortlich seien wie in Vietnam.

DIPLOMATISCHE VETRETUNG SWAZILANDS

Mbabane - Wie aus einer Mitteilung des Büros des Ministerpräsidenten hervorgeht, beabsichtigt Swasiland, seine diplomatischen und konsularischen Vertretungen im Ausland zu erweitern. Der Berater der permanenten Delegation Swasilands beider UNO, Mboni Dlamini, und der Berater beim Hochkommissariat in London, Martin Mdiniso, sind zur Berichterstattung in Mbabane eingetroffen. Man nimmt an, dass das Hochkommissariat in London mit der Vertretung in einigen ostafrikanischen Staaten beauftragt wird. Die Beziehungen zur Organisation für Afrikanische Einheit und zur Wirtschaftsmission in Afrika sollen verstärkt werden. Der Botschafter in den USA soll gleichzeitig auch Botschafter in Süd-Korea werden. In Tokio und in Seoul, Süd-Korea, werden Konsulate errichtet.

DEUTSCHER BOTSCHAFTER ENTFÜHRT

Guatemala - Der westdeutsche Botschafter in Guatemala, Graf Karl von Apreti, ist in den Mittagsstunden des gestrigen Dienstags von Terroristen entführt worden. Wie Augenzeugen zu berichten wissen, sei der Botschafter, der sich gerade im südlichen Teil der Stadt, in der Mitte der Berlin-Plaza befand, in einem Auto entführt worden. Der Chauffeur des Grafen konnte den Entführern unbehelligt entkommen.

Wie im Falle des in der vorherigen Woche entführten amerikanischen Luft-Attachés fordern die Guerillas auch diesmal die Freilassung verschiedener politischer Häftlinge als Gegenleistung für die Freilassung des entführten Botschafters. In unterrichteten Kreisen ist man der Meinung, das wiederum linksextremistische Terroristen sich für die Entführung verantwortlich zeichnen.

SUDANESISCHE SEKTE KAPITULIERT

Kairo - Sudanesische Truppen haben die Insel Aba im Weißen Nil besetzt, wo sich 30000 Anhänger der Alansar-Sekte verschanzt hatten. Nach einer Mitteilung des Hauptquartiers sind alle Widerstandsnester ausgehoben wurden. Es gelang jedoch nicht, den Imam Alhadi Ai-Mandi, das geistige Oberhaupt der Sekte, gefangen zu nehmen, der beschuldigt wird, in den Attentatsversuch gegen den Präsidenten des Revolutionsrates, Generalmajor Jaafar Al-Nimeiry, verwickelt zu sein. In den Kämpfen zwischen Truppen und Anhängern der Sekte sind schon vor einigen Tagen 40 Soldaten umgekommen. Auf der Insel fand man große Mengen moderner automatischer Waffen, Flugabwehr- und Panzerabwehrgeschütze. Es wurden auch große Mengen von Munition gefunden.

MASSAKER IM MARIHUANA-RAUSCH?

Washington - Ein Untersuchungsausschuß des amerikanischen Senats hat in der vergangenen Woche begonnen, die Frage, ob einige der an dem My-Lai-Massaker beteiligten US-Soldaten unter Rauschgiftwirkung standen, zu untersuchen. In einer einleitenden Erklärung sagte Senator Charles Dood, dass etwa 80 Prozent der in Vietnam stationierten US-Soldaten Rauschgifte nahmen, hauptsächlich das in Vietnam wachsende Marihuana. Es sei doppelt so stark wie das in den USA gebräuchliche und „so leicht zu erhalten wie Bonbons“. Nach den Aussagen des Senators seien in Vietnam bisher die schockierensten Fälle von Verbrechen unter dem Einfluss von Marihuana begangen worden.

Wie ein Sergeant der amerikanischen Armee zu verstehen gab, hatten mindestens 60 Prozent der an dem Blutbad beteiligten Soldaten einmal Rauschgift zu sich genommen.

SÜDVIETAMESISEN IN AKTION

Saigon - Nach Angaben eines Militärsprechers soll es im Mekong-Delta stationierten südvietnameschen Marine- und Infanterie-Einheiten heute Morgen gelungen sein, bei einer bewaffneten Auseinandersetzung mit Vietkong-Guerillas mindestens 83 der Feinde zu töten. Die eigenen Verluste wurden als gering bezeichnet. In der Erklärung machte der Sprecher gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die üblichen Bodenaktionen im Mekong-Delta in den letzten Tagen relativ ruhig für die in diesem Gebiet stationierten amerikanischen Truppen verlaufen seien.

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