31 Januar 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

30. Januar 1969

UMGEHUNGSSTRASSE FÜR WINDHOEK

Windhoek - Eine breite Umgehungsstraße im Westen Windhoeks wird von der Administration geplant. Das kündigte Dirk Mudge, MdE, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz an. Der Straßenbau gehörte bis zum kürzlichen Revirement in der Exekutive in den Verantwortungsbereich von Mudge. Das neue Exekutivmitglied J. W. F. Pretorius hat dieses Ressort inzwischen übernommen. Er nahm ebenfalls an der Pressekonferenz teil.

Die in Voraussicht gestellte Umgehungsstraße wird sechs Fahrbahnen haben - drei in jeder Richtung. Sie wird in der Nähe der Funkstation im Norden Windhoeks beginnen und von dort zwischen Katutura und der Stadt Windhoek an Khomasdal etwa eine halbe Meile westlich der alten Werft und dem Wohnviertel Pionierspark vorbeiführen. Der Anschluß an die Hauptstraße in die Republik erfolgt südlich der Landeshauptstadt.

Die Kosten dieser Straße belaufen sich auf schatzungsweise 400000 Rand pro Meile. Sechs „Kleeblatt“-Abzweigungen sollen eine Direktverbindung mit der Stadt herstellen. Diese werden wiederum zwischen 1,5 Millionen Rand bis drei Millionen Rand kosten. Dieser Voranschlag beruht vorerst auf ähnlichen Projekten in der Republik. Diese Abzweigungen sind bei der Funkstation der Post, in der Nähe von Katutura, bei Khomasdal, bei der Kreuzung der neuen Umgehungsstraße und der Khomashochland-Straße in der unmittelbaren Umgebung von Pionierspark, in der Nähe des Hamman-Schießplatzes und beim Anschluss an die Hauptstraße in den Süden vorgesehen.

WÜRDIGUNG DES POLIZEICHEFS

Windhoek - In Abwesenheit des Windhoeker Bürgermeisters C. E. Katzke amtiert Ratsherr J. B. H. von Prittwitz zur Zeit als Hausherr der Landeshauptstadt. Katzke ist in Begleitung seiner Frau und seines Privatsekretärs am Mittwoch nach Kapstadt abgeflogen, um dort die Stadt Windhoek am Freitag bei der diesjährigen Parlamentseröffnung zu vertreten. Er kehrt am Sonntag wieder zurück.

Die erste ordentliche Monatssitzung des Windhoeker Stadtrates begann am Mittwoch mit den Ankündigungen des Bürgermeisters. Es war die vorletzte Sitzung vor dem üblichen jahrliehen Revirement im Marz, bei dem die Ämterverteilung innerhalb des Stadtparlamentes erneut vorgenommen wird. Im Anschluss daran erfolgt eine Sondersitzung, auf der der scheidende Bürgermeister seinen Rechenschaftsbericht vorlegt und sein Nachfolger feierlich ins Amt eingeführt wird.

KRITISCHE BEMERKUNGEN ZUR SÜDWESTFRAGE

Pretoria - Vor der Universität von Südafrika sprach ,in zur Zeit in der Republik zu Besuch weilender bekannter amerikanischer Advokat, Clifford J. Hynning, über das Thema: „Ein internationaler Anwalt sieht auf Süd- und Südwestafrika“. Hynning ist Chefredakteur der in Washington herausgegebenen Zeitschrift „The International Lawyer“. Hynning meinte, es konnte für Südafrika von Nutzen sein, die Haltung gegenüber den Vereinten Nationen in der Südwestafrikafrage zu revidieren. In seiner öffentlichen Vorlesung sagte er, er zögere, eine definitive Meinung über Südwestafrika auszusprechen, bevor er das Land selbst gesehen habe. Nach dem, was er gehört habe, habe Südwestafrika jedoch eine „stolze Geschichte zu erzählen“. Diese Geschichte werde jedoch nicht bekannt, weil sich Südafrika weigere, den Vereinten Nationen Berichte über die Verwaltung des Gebietes zuzusenden. „Ich glaube, es ist für Sie Zeit, Ihre Haltung gegenüber den Vereinten Nationen in der Südwestafrikafrage zu revidieren. Hierdurch werden Sie wenigstens nachweisen, dass Sie Ihre Pflichten unter dem Mandat ausführen“, meinte Hynning.

NEUER PISTOLENKLUB

Windhoek - Der bisherige Windhoeker Damenpistolenklub hat am Montag auf einer außergewöhnlichen Hauptversammlung seine Auflösung und die Gründung eines neuen Klubs sowohl für Frauen als auch Männer beschlossen. Dieser Klub firmiert künftig unter dem Namen „Windhoek Zentral-Pistolenklub“. Großes Interesse ist dafür vorhanden. Am Montag bewarben sich bereits etwa 15 interessierte männliche Pistolenschützen um die Aufnahme in den neuen Klub. Vor allem auch von Seiten der deutschsprachigen Bevölkerung herrscht reges Interesse. Der erste Vorsitzende ist F. Steyn, während die Schriftführerin Hildegard Becker ist.

DIE BESCHÄDIGUNG DER „ENTERPRISE“

Washington - Die US-Marine gab gestern in Washington erstmalig nähere Einzelheiten über das Explosionsunglück an Bord des atomgetriebenen Flugzeugträgers „Enterprise“ bekannt. An Bord der „Enterprise“, des größten Kriegsschiffes der Welt, ereigneten sich am 14. Januar „mindestens ein Dutzend Explosionen“ auf den Abstell- und Beladeplatzen der Flugzeuge. 27 Besatzungsmitglieder wurden getötet und 85 Mann verletzt. Das Schiff befand sich auf einer Übungsfahrt südwestlich von Hawaii und sollte anschließend in Vietnam eingesetzt werden. Die Schaden an Bord werden auf 6,4 Millionen Dollar (R 4,48 Millionen) geschätzt. Die Instandsetzungsarbeiten werden nach vorläufigen Untersuchungen weniger als drei-Monate in Anspruch nehmen. Der Flugzeugträger kann mit eigener Kraft in die USA fahren, um dort instand gesetzt zu werden. In Washington wurde jedoch betont, dass sich die Zeit- und Kostenangaben für die Instandsetzung nach ändern können.

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