25 Februar 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

24. Februar 1970

RATIFIZIERUNG DER ZOLLUNION

Kapstadt - Der Volksrat hat am Montagabend das Handels- und Zollunionsabkommen mit Botswana, Lesotho und Swasiland ratifiziert. Wirtschaftsminister J. F. W. Haak erklärte dazu, das neue Abkommen sei ein historisches Dokument, da es der erste Vertrag zwischen der Republik und anderen unabhängigen Staaten in Afrika sei. Trotz der Verschiedenheit der Politik in den vier Staaten werden die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit auf anderen Gebieten nicht gestört. Die Zollunion werde mithelfen, die Wirtschaft in den drei benachbarten Territorien zu fördern. Das letzte Abkommen wurde vor 60 Jahren geschlossen, und da sich die Umstände seither drastisch geändert hatten; sei ein neuer Vertrag notwendig geworden, der die alte Zollunion ersetze und den heutigen Verhältnissen angepasst sei. Die neue Vereinbarung schützt unter anderem die lokalen Industrien, gewährleistet den ungehinderten Güterverkehr von einem Partner zum anderen und sieht Konsultationen vor, falls Südafrika Einfuhrbeschränkungen beschließen sollte. Außerdem erhält jeder der drei Nachbarn einen größeren Anteil an den südafrikanischen Zolleinnahmen als bisher.

ZWEITER RITUALMORD SCHOCKIERT AMERIKA

Fort Bragg (Carolina) - Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres schockiert ein Ritualmord - ähnlich dem des Mordes an der bekannten Filmschauspielerin Sharon Tate und fünf weiteren Personen - die amerikanische Öffentlichkeit, als vor einer Woche bekannt wurde, dass eine schwangere Mutter und ihre beiden Kinder brutalen Messerstichen zum Opfer gefallen waren. Die Bluttat soll auch diesmal von sogenannten Hippies, zumindest aber von hippie-ähnlichen Personen ausgeführt worden sein. Nur der Schauplatz war verschoben worden; der Mord fand in einem der größten amerikanischen Militärlager, Fort Bragg im nördlichen Carolina, statt Sitz der amerikanischen Elitetruppe, der sogenannten Green Berets.

Ums Leben gebracht wurden die amerikanische Arztgattin Colette MacDonald und ihre beiden Kinder im Alter von zwei and sechs Jahren, Familie des amerikanischen Militärarztes Jeffrey MacDonald. MacDonald selbst kam mit dem Leben davon, als die Mörder das Haus verließen, ohne sich davon zu überzeugen, sämtliche Familienmitglieder umgebracht zu haben. Am Dienstag schilderte der Arzt, der selbst drei Messerstiche erhalten hatte, der Polizei, wie drei Männer und eine Frau - wahrscheinlich unter dem Einfluss von Drogen stehend durch die Hintertür in sein Haus eingedrungen seien und dabei die schlafende Mutter und beide Kinder erstochen hatten. Während der Bluttat hatten die Mörder die Betten der drei Getöteten umtanzt und dabei, gerufen „Tötet die Schweine.“ Ihm selbst sei es später gelungen, die Polizei zu benachrichtigen.

Da die Morde auf dem Gelände der amerikanischen Bundesbehörde ausgeführt wurden, hat sich inzwischen das FBI eingeschaltet. Militärdetektive haben eine Untersuchung des Vorfalls in die Wege geleitet. Die Möglichkeit, dass es sich bei den Mördern womöglich um Rekruten des Lagers handelt, ist inzwischen ausgeschlossen worden. Bisher konnte die Polizei keine Verhaftungen vornehmen.



GRIPPEWELLE BRACHTE STERBEWELLE-REKORD

Wiesbaden - Die Zahl der Sterbefälle in der Bundesrepublik hat im Dezember vergangenen Jahres mit fast 88000 einen neuen Nachkriegshöchststand gebracht. Sie war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 20000 höher als im gleichen Monat des Vorjahres und übertraf auch die bisher höchsten Ergebnisse der Grippemonate Februar 1963 und Februar 1968.

Seit der Grippewelle vom Februar 1963 sind laut Angaben des Bundesamtes in der Bundesrepublik im Dezember vergangenen Jahres erstmals wieder mehr Menschen gestorben, als geboren wurden: Die Zahl der im Dezember lebend geborenen Kinder betrug nur 70000. Im Dezember 1968 waren es demgegenüber fast 79000 gewesen.



PRINZ CHARLES GEHT ZUR MARINE

London - Der englische Thronfolger Prinz Charles wird traditionsgemäß in der Marine dienen, hieß es in einer Verlautbarung aus dem Buckingham-Palast. Sowohl sein Vater, der Herzog von Edinburgh, als auch sein Großvater und sein Urgroßvater hatten in der Flotte gedient. Prinz Charles besitzt bereits das Pilotendiplom, und bevor er zur Marine überwechselt, wird er noch einige Monate der Royal Air Force zugeteilt werden, damit er einen höheren Fliegerkurs absolvieren kann. Sein Vater kommandierte während des letzten Krieges eine Fregatte. Später ließ er sich zum Düsenflugzeug-Piloten ausbilden.



NEW YORKS TOTENGRÄBER STREIKEN

New York - Die Zahl der in New York zu beerdigenden Leichname ist inzwischen auf 13000 gestiegen, während der nun sechs Wochen dauernde Streik der Totengräber auch weiterhin fortgesetzt werden soll. Ein Sprecher der Gesundheitsabteilung meinte, dass keine Gefahr eines Seuchenausbruches drohe, solange keine Änderung der gegenwärtigen Tagestemperatur (etwa 10 Grad Celsius) eintrete, da der größte Teil der Leichname einbalsamiert worden sei.

Das einzige Hindernis, das der Abteilung bisher zu schaffen gemacht habe, ist ein jüdischer Brauch, der die Einbalsamierung von Leichen verbiete und auf einer Beerdigung des Verstorbenen 24 Stunden nach dem Eintritt des Todes bestehe. Einigen Rabbis sei es inzwischen jedoch gelungen, Freiwillige zu organisieren, die den Forderungen dieses Brauches nachkamen. Die in den Streik getretenen Totengräber hingegen bestehen weiterhin auf der von ihnen geforderten Lohnerhöhung und beabsichtigen, ihre Tätigkeit erst wiederaufzunehmen, nachdem ihnen diese gewährt worden sei.



DAGGA IM WERTE VON 15 MILLIONEN RAND

Durban - Im Umbumbula-Reservat von Natal konnte die Polizei seit dem 12. Februar insgesamt 224 Tonnen Dagga im Werte von etwa 15 Millionen Rand sicherstellen oder vernichten. Während des gleichen Zeitraumes wurden sechs Bantus verhaftet. Distriktkommandant Major F. Visagie erklärte gegenüber Pressevertretern, dass die Arbeiten der Polizei fortgesetzt werden würden. Viele Reservateinwohner seien aus diesem Grunde dazu übergegangen, Daggabestände aus eigener Initiative zu vernichten.

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