02 Oktober 2018 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1. Oktober 1968

Der neue UN-Botschafter

Washington (SAPA/Reuter). - Der designierte amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen J. R. Wiggins sprach sich vor dem außenpolitischen Ausschuß des Senats für Zwangssanktionen gegen Rhodesien aus. Wiggins der ehemalige Chefredakteur der Washington Post, ist in dieses Amt berufen worden, nachdem sein Vorgänger, George Ball, am Donnerstag zurückgetreten ist, um dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf behilflich zu sein.

Ferner unterstützt er auch eine ständige Friedensstreitkraft der Vereinten Nationen grundsätzlich, wies aber auf die „unendliche Komplexität“ der notwendigen Kontrollorganisationen hin. Von Fall zu Fall muß eine Situation in ihrer Ganzheit geprüft werden. Zu dem Bürgerkrieg in Nigeria meinte Wiggins, Die Vereinten Nationen könnten nach seiner Auffassung nicht mehr tun, als bisher geschähe. Sie könnten lediglich die Nothilfe der verschiedenen Organisationen und die Versorgung Biafras mit Nahrungsmittel beschleunigen. Er teilte dem Ausschuß mit, die Organisation für Afrikanische Einheit habe klargemacht, daß sie diesen Konflikt als ein Regionalproblem innerhalb der Zuständigkeit Nigerias ansehe. Der neue UN-Botschafter erklärte ferner, er hätte ein Engagement der USA in Vietnam auch dann unterstützt, wenn Ho Chi Minh kein Kommunist gewesen wäre. Die Integrität Südvietnams muß nach den Worten Wiggins aufrechterhalten werden. Er sei gegen jede Aggression von „rechts oder links“. Der Ausschußvorsitzende Senator J. William Fulbright hatte Wiggins wiederholt gefragt, er möge erklären, was die Amerikaner für Vorteile hätten, wenn sie den Krieg in Vietnam gewönnen; worauf Wiggins erwiderte, es wäre viel wichtiger zu erörtern, was die Amerikaner zu verlieren haben im Falle ihrer Niederlage. Wenn die USA nicht bereit sind, kleine Nationen gegen Aggression von außen zu unterstützen „ist der zu zahlende Preis nicht unmittelbar erkennbar“. Die Konsequenzen werden letzten Endes jedoch so schmerzhaft sein, wenn man sie sich unter Berücksichtigung der Sicherheit der USA vor Augen führt. Wiggins betonte, daß er die Besorgnis des außenpolitischen Ausschusses über den Umfang und den Kostenaufwand des Vietnamkrieges teile.

1. Oktober 1968

Von Thadden sprach im Regen

Hannover (dpa). - Vor den geschlossenen Türen einer großen Versammlungshalle in Hannover sprach der Vorsitzende der rechtsradikalen westdeutschen NPD, Adolf von Thadden, auf einer Wahlkundgebung seiner Partei. Die Stadt hatte entgegen einer gerichtlichen Anordnung die Halle für die Wahlkundgebung der NPD gesperrt und mußte deshalb inzwischen zweimal je 2000 Mark an die Gerichtskasse zahlen. Bei strömendem Regen konnte sich Thadden nur mit Hilfe von acht Lautsprechern gegen die „Sieg Heil“ rufenden Demonstranten akustisch durchsetzen.

Eingekeilt zwischen jugendlichen Anhängern der linksstehenden „Demokratischen Opposition“ und mit Tomaten beworfen, versuchte der Nationaldemokrat, seine über 1000 Zuhörer für eine NPD-Stimme bei den niedersächsischen Kommunalwahlen zu gewinnen. Von Thadden brachte seine Rede ungeachtet der mehrmals in Handgreiflichkeiten ausartenden Demonstrationen zu Ende. Die Polizei griff nicht ein, notierte jedoch die Namen einiger Demonstranten. Der niedersächsische Justizminister Gustav Bosselmann bedauerte „vom Grundsatz her“ die Weigerung der Stadt, dem Gerichtsbeschluß Folge zu leisten und die Halle zu öffnen. Recht sei im Rechtsstaat unteilbar und müsse besonders von öffentlichen Stellen respektiert werden, sagte der Minister.



1. Oktober 1968

Wann kommt die nächste Eiszeit?

Moskau - Ein Vortrag des sowjetischen Geologen Juri Chodak rief auf einer Versammlung der astronomisch-geodätischen Gesellschaft in Moskau große Beachtung hervor. Er schilderte, wie sich an den Überschneidungen dreier Wissenschaften - Astronomie, Geologie und Paläontologie - neue Vorstellungen über die Evolution unseres Planeten entwickelt haben. Höchst interessant waren auch die Referate der Geologen Malinowski und Debissenko über die Zyklen der paläontologischen und geologischen Erscheinungen auf der Erde und die Abhängigkeit der Erzbildung von der Sonnenaktivität. Die Referenten sind der Ansicht, daß alle Änderungen auf unserem Planeten - Eiszeiten sowohl als auch Erwärmungen des Klimas, Entstehung der Bodenschätze und des Lebens, der Tier- und Pflanzenwelt - von der Stellung der Erde im kosmischen Raum, von ihrer Rotationsgeschwindigkeit und von der Sonnenaktivität abhängen. Entsprechend der Zyklen-Hypothese Malinowskis wird die Erde im Laufe der nächsten drei Millionen Jahre eine beträchtliche Erwärmung des Klimas erfahren. Die danach zu erwartende große Eiszeit wird nach zehn Millionen Jahren eintreten.

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