14 Oktober 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

13. Oktober 1069

BIOLOGIE DER STRAUSSE

Windhoek - Professor Dr. E. G. F. Sauer, Direktor des Museums Alexander König, Bonn, behandelte dieses Thema vor einer großen Zuhörerschaft am 29. September im Theater in der Leutweinstraße mit der in Südwest schon bekannten, ihm eigenen lebendigen Vortragskunst und wissenschaftlichen Gründlichkeit. Herr Prof. Sauer darf für sich in Anspruch nehmen, der beste Kenner der Lebensweise des südwestafrikanischen Straußes zu sein, und doch bekennt er selbst, dass sich ihm bei jedesmaliger Beobachtung neue Einsichten und neue Erkenntnisse erschließen.

Besonders verwies er auf die äußerst komplizierte Sozialstruktur, wie sie bei keinem anderen Tier - außer dem Menschen - anzutreffen sei; u.a. machte er auch auf die überraschende Feststellung aufmerksam, dass der Strauß über ein weitgespanntes Tonvermögen seiner Stimme verfüge, und ferner, dass der Laufvogel Strauß keineswegs ausschließlich an weite Flächen gebunden sei. So war zwar Prof. Sauers Forschungsgebiet vornehmlich die Namib, wo er vor vier Jahren neun Monate lang ununterbrochene Studien betrieben hat; aber zu Vergleichsforschungen besuchte er auch die Straußvorkommen im hohen Erongo.


48 VERKEHRSUNFÄLLE

Windhoek - Während des langen Wochenendes kam es in Windhoek zu zwei Verkehrsunfällen, bei denen Personen- und Sachschaden entstand. Beide Unfälle ereigneten sich am Sonntagabend. Damit ist die Zahl der Verkehrsunfälle in Windhoek seit Anfang des Monats bereits auf 48 gestiegen.

An der Ecke Leutwein- und Heinitzburgstraße ist ein Personenwagen mit einem Leichtmotorrad gegen 20.30 Uhr am Sonntag zusammengestoßen. Der 16-jährige Oberschüler G. C. van der Merwe erlitt dabei Arm- und Beinverletzungen. Er wurde ins Krankenhaus aufgenommen. Der Fahrer des Personenwagens und ein Passagier blieben unversehrt. Das Fahrzeug wurde jedoch schwer beschädigt.

Anderthalb Stunden später kam es an der Ecke Kaiserstraße und Erosweg zu einem Zusammenstoß zwischen einem Personenwagen und einem Lkw. Der Fahrer des Personenwagens, H. C. de Kock, und Fräulein S. Vorster wurden beide mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

In der Nähe von Witvlei wurde am Freitagabend ein Bantu, etwa zwei Meilen außerhalb des Ortes von einem Fahrzeug erfasst. Der Bantu wurde ins Krankenhaus in Gobabis gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag.

In Katutura führte ein Wortwechsel zwischen zwei Bantus am Freitagabend zu einer Messerstecherei. Ein 56-jähriger Damara erlitt dabei Stichwunden im Genick, die tödlich waren. Ein Bantumann wurde in diesem Zusammenhang von der Polizei verhaftet.


NIGERIANISCHER LUFTANGRIFF

Muerri - Aus offiziellen Quellen wird verlautet, dass bei Luftangriff von zwei nigerianischen Kampfflugzeugen auf das Dorf Mbano, etwa 24 Meilen östlich von Muerri, mindestens 50 Einwohner getötet und weitere 200 verletzt wurden. Das Missions-Krankenhaus von Mbano soll erheblich beschädigt worden sein. Mehrere Patienten wie auch Mitglieder des Krankenhauspersonals kamen ums Leben. Drei Angestellte der lokalen Bank kamen während des Luftangriffs ums Leben. In der Umgebung von Mbano war es in den vergangenen zwei Wochen mehrmals zu heftigen Gefechten zwischen Bundestruppen und biafranischen Einheiten gekommen.


VANDALEN AUF DER BUCHMESSE

Frankfurt - Etwa hundert linksgerichtete Demonstranten überfielen am Freitagabend den Stand der Republik Südafrika auf der Internationalen Buchmesse in Frankfurt, warfen die Bücher von den Gestellen und rissen Plakate herunter. Letztes Jahr kam es auf der Buchmesse auch zu Ausschreitungen, doch blieb der südafrikanische Stand verschont. Dieser wird alljährlich von Verlegern afrikaans- and englischsprachiger Bücher errichtet und vom Kulturattaché der Botschaft in Köln betreut. Eine Diskussion mit den Demonstranten, die sich gegen die Apartheid äußerten, wurde abgelehnt. Über Nacht wurde der Stand wiederhergestellt und war am Samstag bereits offen. Es wurden keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen getroffen.


EINE SOWJETISCHE RAUMSTATION?

Moskau - Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS meldete am Samstag den Start des Raumschiffes „Soyuz 6“, das zwei sowjetische Kosmonauten in den erdnahen Weltraum getragen habe. Der Abschuss erfolgte am Samstag um 13.10 Uhr und soll glatt verlaufen sein. Man nimmt an, dass die Weltraumfahrt mit diesem Abschuss in eine neue Phase eingetreten ist. Die Sowjets werden womöglich versuchen, in drei Etappen eine Weltraumstation im Kosmos zu errichten.

Das Regierungsorgan „Iswestija“ brachte in einer illustrierten Beilage ihrer Wochenendausgabe einen reichhaltigen Artikel über die sowjetische Raumforschung. Der Bericht, der u.a. eine seit langem von der sowjetischen Raumbehörde geplante Raumstation behandelte, erschien unter der Überschrift „Im Weltraum zu Hause“. Die meisten Wochenendausgaben der verschiedenen Zeitungen hatten die Weltraumfahrt zum Gegenstand. Obwohl die Sowjets bisher nichts über ein derartiges Vorhaben bekanntgegeben haben, ist stark damit zu rechnen, dass ein solches Programm inzwischen eingeleitet worden ist. Auch in der Vergangenheit haben die Sowjets nie etwas über ihre Pläne bekanntgegeben, doch wurden Vermutungen jeweils durch vorangehende Zeitungsberichte bestätigt.

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