13 Februar 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

ROGERS UND TITO IN ADIS ABEBA

Addis Abeba - Der amerikanische Staatssekretar William Rogers und Präsident Tito von Jugoslawien, die beide Afrika-Staaten besuchen, trafen am Mittwoch in Addis Abeba zusammen, wo sie ein 75 Minuten dauerndes Gespräch führten. Wie von amerikanischer Seite zu hören ist, wurde etwa ein Drittel dieser Zeit der Lage im Nahen Osten gewidmet. Beide Gesprächspartner seien der Meinung, dass Waffenlieferungen begrenzt sein sollten. Es sei auch die Lage der palästinischen Flüchtlinge und die Stellung der arabischen Kommandos besprochen und über Ost-West-Probleme diskutiert worden. Tito habe die Einladung zu einem Besuch Präsident Nixons in Jugoslawien erneuert. Es steht nicht genau fest, ob das Zusammentreffen zufällig war oder vorbereitet worden ist.



NICHT IM URSPRÜNGLICHEN SINN

Hamburg - Bundeskanzler Willy Brandt hat erneut die Ansicht vertreten, dass eine „Wiedervereinigung im ursprünglichen Sinne” nicht mehr möglich sei. In einem Interview der „Welt am Sonntag” sagte er, der Begriff Wiedervereinigung stamme aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, als es noch möglich erschienen sei, die durch Besatzungsmächte getrennten Teile Deutschlands auf der Grundlage freier Wahlen wiederzuvereinigen. Brandt betonte: „Seitdem sind Jahre vergangen, und die Welt hat sich verändert. In Deutschland sind zwei Staaten mit sehr verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Ordnungen entstanden, die sich nicht einfach wiedervereinigen lassen. Auch besteht heute keine Aussicht, dass sich Weltmächte untereinander über eine solche Wiedervereinigung verständigen könnten.” Brandt hob hervor: „Wir müssen wissen, dass die Erinnerung an eine böse Vergangenheit noch sehr wach ist und dass viele Völker Sorge vor einem geeinten Deutschland haben.” Das bedeute jedoch nicht einen Verzicht auf das Recht des deutschen Volkes, frei über sein eigenes Schicksal zu entscheiden. Es könne aber nach Lage der Dinge nur in einer europäischen Friedensordnung verwirklicht werden. Die Bundesregierung bemühe sich darum auch, bei ihren Gesprächen mit der Sowjetunion und Polen, den Weg dorthin zu ebnen.



REGIERUNG ÜBERNIMMT

MUNITIONSFABRIK

Kapstadt - Die südafrikanische Regierung übernimmt die volle Verantwortung für die Munitionsfabrik in Somerset West. Das kündigte Verteidigungsminister P. W. Botha am Mittwoch in Kapstadt an. Diese Übernahme erfolge nach Verhandlungen mit dem Unternehmen African Explosives and Chemical Industries Limited.

Im gegenseitigen Einvernehmen wurde nach den Worten des Ministers beschlossen, dass die Zeit nun für die Übernahme der vollen Verantwortung für die Munitionsfabrik in Somerset West reif sei. Über eine bestimmte Zeit wird African Explosives and Chemical Industries Ltd. die Übertragung der Munitionsfabrik an die Armscor vollziehen. Die Regierung wird das Gelände nach einer vereinbarten und annehmbaren Abschätzung käuflich erwerben. AE&CI haben dieses jahrelang zu einer nominellen Pacht zu Verfügung gestellt.



BANDA RÜGT WELTPRESSE

Blantyre - Präsident Banda von Malawi kritisierte heute die Berichte in der Weltpresse, wonach Premierminister Vorster in der Lesotho-Krise die Hand im Spiel gehabt habe. Dr. Banda, der auf einer Pressekonferenz sprach, meinte, diese Berichte stammten von Journalisten, die gegenüber Südafrika voreingenommen seien. Auf die Frage, ob er meine, die Krise werde einen nachteiligen Effekt auf Vorsters „outward-looking”-Politik haben, antwortete der Präsident, soweit er wisse, nehme Südafrika eine vollkommen neutrale Haltung in der Lesotho-Krise ein. Die dortigen Vorgänge seien eine rein innere Angelegenheit, und es sollten sich weder die UNO noch das Commonwealth oder die Organisation für Afrikanische Einheit einmischen. Er werde nicht sagen, welche Partei recht habe. Denselben Standpunkt habe er auch gegenüber Nigeria-Biafra eingenommen.



UNTERSUCHUNG DES MÜNCHNER

BOMBENANSCHLAGS

München - Unter Mordverdacht in polizeiliches Gewahrsam genommen wurden der 24-jährige Ägypter El Hanafi Mohamed und die beiden Jordanier Abder Raman (21) und Hadidi Mohamed (28). Diese drei Araber waren am Dienstag auf dem, Münchner Flugplatz Riem in einen Bombenanschlag und eine Schießerei verwickelt, bei der ein israelischer Fluggast, Ariel Katzenstein (32) aus Haifa, getötet und neun Personen, darunter die bekannte israelische Schauspielerin Hannah Meron, verletzt wurden.

An Bord der El-Al-Boeing, die auf dem Wege nach London in München zwischengelandet war, befand sich auch der 28-jährige Sohn und Schauspieler des israelischen Verteidigungsministers Moshe Dayan. Ursprünglich wurde angenommen, dass das Attentat sich gegen ihn gerichtet habe. Hermann Haering, der Chef der Münchner Kriminalpolizei, wies diese Möglichkeit zurück. Einer

der Attentäter habe ganz in der Nähe des jungen Dayan gestanden und wäre also in der Lage gewesen, ihn ums Leben zu bringen, wenn er es gewollt hätte. Haering meinte, dass die Araber sich der Anwesenheit

Dayans gar nicht bewusst gewesen seien.

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