07 Februar 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

6. Februar 1970

GUTER REGEN IN SWA

Windhoek - In diesen Tagen hat es fast überall in Südwestafrika gut geregnet. Die wichtigsten Staudämme haben so viel Zulauf erhalten, dass aus ihnen wieder die Wasserversorgung verschiedener Ortschaften in Südwest bestritten werden kann. In den meisten Fällen muss allerdings erst einige Zeit vergehen, ehe man Wasser aus den Stauseen abziehen kann, da sich die Unsauberkeiten des Rivierwassers erst absetzen müssen. Die Windhoeker Stauseen - Goreangab und Avis - stauen jetzt über 50 beziehungsweise 17 Prozent Wasser.

Der Daan-Viljoen-Stausee in Gobabis ist randvoll. Damit ist die Wassernot in diesem Ort im Osten auch behoben. Der Hardapsee hat in den letzten Tagen erheblichen Zulauf erhalten, und die Swakop-Talsperre ist übergelaufen.

Aber der lebenspendende Regen bringt auch Schaden mit sich. An nicht weniger als vier Stellen war der Bahndamm in dieser Woche auf der Strecke von Windhoek nach Südafrika verspült. In der Nähe von Mariental sind Waggons eines Güterzuges entgleist. Zum Teil sind die Straßen im Osten und Süden des Landes vollkommen unpassierbar. Das gilt auch für den Bezirk Grootfontein.

In der Nähe Windhoeks ist in diesen Tagen ein großer Stausee auf einer Farm gebrochen, der lange Zeit völlig trocken lag. Die reißenden Wassermengen haben im Anschluss auch noch zwei kleinere Staudämme im Unterlauf des Riviers weggerissen. So brachte der gute Regen gleichzeitig Segen und Schaden in diesen Tagen.

JONATHAN RUFT EXPERTEN ZURÜCK

Maseru - Alle südafrikanischen Beamten, die Lesotho zugeteilt wurden, sind von Häuptling Leabua Jonathan wieder zurückgerufen worden. Es sind dies unter anderen Obergerichtspräsident H. R. Jacobs, der Chef des Wahlamtes, J. L. Pretorius, und der Rechtsberater J. Geldenhuys. Jonathan erklärte auf einer Pressekonferenz, er habe die südafrikanische Regierung über seinen Entschluss unterrichtet. Auf sein Rundschreiben an befreundete Nationen über die Ursachen der Vorgänge in Lesotho habe er bis jetzt keine Antworten erhalten. Er nehme an, dass die Beziehungen mit anderen Staaten, einschließlich Südafrikas, normal blieben. Die neue Verfassung werde Ende des Monats vorliegen und dem Volk später bekanntgegeben werden, doch werde keine Volksabstimmung darüber stattfinden. Neuwahlen hingen davon ab, wie die Kongreßpartei sich verhalte. Über die Stellung des Königs befragt, antwortete Jonathan: „Technisch sind wir ohne König, aber die Monarchie bleibt. Wir sind an die Institution der Monarchie gebunden“.

NIXON ANTWORTETE MOSKAU

Washington - Die Vereinigten Staaten würden Israel mit Waffen versorgen, wenn die Sowjetunion fortfahre, die arabischen Staaten aufzurüsten, schrieb Präsident Nixon nach Moskau als Antwort auf die Sowjetnote über den Nahost-Konflikt. Das Schreiben Nixons wurde, wie die Note des sowjetrussischen Ministerpräsidenten Alexej Kossygin, nicht veröffentlicht, doch verlautet.

Nixon betonte in seiner Antwort, die USA seien nicht für das Rüstungswettrennen im Nahen Osten verantwortlich.

Im britischen Unterhaus erklärte Premierminister Wilson, er habe ebenfalls auf die Note Kossygins geantwortet und hervorgehoben, dass neue Anstrengungen der Großmächte zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten unternommen werden sollten.

Aus verschiedenen Quellen verlautet, die Sowjetunion habe ihre Waffenlieferungen an Ägypten bescheinigt. Statt wie bisher drei sollen seit Januar täglich sechs sowjetische Transportflugzeuge bei Kairo landen.

SWAKOPMUND WILL WASSERVERSORGUNG SICHERN

Swakopmund - Auf der ersten Stadtratssitzung des neuen Jahres wurde u. a. für die Errichtung eines zweiten Wasserreservoirs zur Sicherstellung des Wasserverbrauchs der Stadt plädiert. Obwohl sich eine Wasserknappheit im Augenblick noch nicht abzeichnet, will man dennoch bereits heute entsprechende Verhandlungen mit der Abteilung Wasserwesen anknüpfen.

Wie sich das Gesicht der Stadt mit der Zeit verändern wird, liegt in den Händen der Städteplaner aus der Republik und vieler anderer Instanzen, die konsultiert werden müssen, ehe mit irgendeinem Projekt begonnen werden kann; dass das nicht gerade zur Beschleunigung der Entwicklung, von der immer gesprochen wird, beiträgt, liegt auf der Hand. So ist es z. B. für den Rat heute nicht möglich, etwa die Stelle, an der die Stadthalle erstellt werden soll, anzugeben. Der Rat dringt darauf, dass dieses Projekt Vorrang im Gespräch genießen soll. Auch ist die Verlegung des Bahnhofes ein Thema, doch scheint das Schwimmbadprojekt so weit zu sein, dass die Pläne seitens des Stadtrates im Großen und Ganzen angenommen wurden - Erstellungskosten 838 000 Rand, Bauzeit etwa zehn Monate - doch bedürfen sie noch der Ratifizierung höher Stellen.

KURZ BERICHTET

Johannesburg - Zwei weiße Einbrecher, mit einer Pistole eine ältere Kassiererin bedrohend, stahlen im 5. Stock des O. K. Bazaars in der Eloff-Straße in Johannesburg 21000 Rand. Die Diebe entkamen, wobei sie noch die Kühnheit hatten, den Lift zu benutzen.

Gibraltar - Sieben sowjetrussische Kriegsschiffe fuhren ins Mittelmeer ein. Man vermutet, dass sie einem sowjetischen Unterseeboot zu Hilfe kommen wollten, das aus ungeklärten Gründen einen Teil des Bugs verloren hat. Wahrscheinlich ist es bei einem Manöver mit einem andern Sowjetschiff zusammengestoßen. Das Unterseeboot befindet sich in internationalen Gewässern vor der marokkanischen Küste. Gegenwärtig kreuzen 30 sowjetische Kriegsschiffe im Mittelmeer, die die NATO-Manöver beobachten, an denen 35 Schiffe, darunter 25 britische, teilnehmen.

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