16 Dezember 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

17. Dezember 1970

TOTER IM GOLFKLUBSCHWIMMBAD

Windhoek - In dem Eingeborenenquartier für Ledige in Katutura wurde am Mittwoch in einem Einzelzimmer die Leiche eines 30jährigen Bantu gefunden, der sich vermutlich hereits zwei Tage zuvor erhängt hat.

In der Nacht zum Mittwoch ist ein etwa 50 Jahre alter Farbiger, der bisher von der Polizei noch nicht identifiziert werclen konnte, im Schwimmbad des Windhoeker Golfklubs ertrunken. Er wurde am Mittwochmorgen tot geborgen.

AUSNAHMENZUSTAND IN ERYTHRÄA

Addis Abeba - Die äthiopische Regierung hat für etwa zwei Drittel der nördlichen Provinz Erythräa den Ausnahmezustand erklärt. Erythräa war bis nach dem 2. Weltkrieg italienische Kolonie und wurde später Äthiopien angegliedert. Die vom Ausnahmezustand erfassten Gebiete sind hauptsächlich von Mohammedanern bewohnt. Die Provinzhauptstadt Asmara, die Haien Massaua und Assab am Roten Meer, und zwei Distrikte, wo mehrheitlich äthiopische Christen wohnen, bleiben vom Ausnahmezustand verschont, der sich auch auf zehn Kilometer der Küstengewässer erstreckt. Ein Grenzgebiet von zehn Kilometern an der Grenze des Sudans ist eingeschlossen. Der Ausnahmezustand soll der Aktivität der „Erythräischen Befreiungsfront“ Einhalt gebieten, die kürzlich eine Reihe von Sabotageakten ausführte. Bei einem Zusammenstoß ist Generalmajor Teshome Erghetu, Kommandant der dritten Armeedivision, getötet worden. Die Ethiopian Airlines sahen sich auf internationalen Flughafen Sabotage- und Entführungsaktionen ausgesetzt.

310 FÄHRENPASSAGIERE ERTRUNKEN

Seoul - Rettungseinheiten dreier verschiedener Nationen setzten heute Morgen ihre Suche nach Überlebenden der Fährenkatastrophe im Seegebiet südwestlich der Küste Süd-Koreas fort, die in der Nacht zum Mittwoch das Leben von 310 Passagieren forderte. Bisher konnten nur zwölf Passagiere gerettet werden, von denen sich zurzeit zwei mit Verletzungen im Krankenhaus befinden. Augenzeugenberichten zufolge sei die Fahre gekentert und anschließend gesunken. Neben südkoreanischen Rettungseinheiten nehmen auch amerikanische und japanische Flugzeuge an der Suche teil.

MISSGLÜCKTE WEICHLANDUNG

Moskau - Der Versuch sowjetischer Raumwissenschaftler, eine interplanetarische Raumsonde der „Venus“-Reihe weich auf der Oberfläche des der Erde am nächsten gelegenen Planeten zu landen, ist laut einer etwas undurchsichtigen Meldung der sowjetischen Nachrichtenagentur. TASS anscheinend misslungen. Zwar habe „Venus 7“ 35 Minuten lang wissenschaftliche Daten während ihres Abstiegs durch die Venusatmosphäre zur Erde zurückgesandt, den Funkkontakt zur Erde jedoch wenig später eingestellt. Westlichen Weltraumfahrtskreisen zufolge sei der Sonde das gleiche Schicksal wie ihren Vorgängern zuteil geworden, die entweder in der Atmosphäre der Venus verglüht oder dem hohen atmosphärischen Druck zum Opfer gefallen waren, und somit nie funktionsfähig auf der Venusoberfläche ankamen.



ITALIEN TELEFONIERT AUTOMATISCH

Berlin - Seit Monatsbeginn können die 6300000 Fernsprechteilnehmer Italiens einander ohne Einschränkung direkt anwählen. Italien ist damit das fünfte Land der Erde, das den vollautomatischen Telefonverkehr auf seinem gesamten Gebiet eingeführt hat. Als nächstes Ziel hat die italienische Postverwaltung sich den Ausbau der Selbstwahl im Verkehr mit den anderen europäischen Ländern und den Mittelmeer-Anrainern gesetzt.



UNRUHEN IN DANZIG

Warschau - Sechs Personen, darunter zwei Frauen, wurden getötet und Dutzende verletzt, als es am Montag und Dienstag in Danzig, Gdingen und Zoppot zu Unruhen kam. Zuerst verbreiteten ausländische Sender die Nachricht, die sich auf Warschauer Rundfunkmeldungen und auf Berichte von Reisenden stützten. Am Mittwoch bestätigte die offizielle Nachrichtenagentur, dass „Abenteurer und Plünderer“ einige öffentliche Gebäude in Brand gesteckt und einige Dutzend Läden ausgeraubt hatten. Es wurden Truppen eingesetzt, wobei im Kampf mit den Aufständischen mehrere Soldaten verletzt wurden. Am Donnerstag war die Ruhe wiederhergestellt. Am schlimmsten hausten die Plünderer in Danzig. Ein kurzer polnischer Fernsehfilm zeigte ausgebrannte Läden und Fahrzeuge. Straßenbahnwagen, Autobusse und Transportwagen wurden beschädigt. Ein Supermarkt war vollkommen ausgeplündert worden. Die Feuerwehr wurde bei ihren Löschversuchen von der Menge gehindert.

FAHNDUNGSAKTION VERLIEF ERGEBNISLOS

Rio de Janeiro - Trotz der am Dienstagabend erfolgten sensationellen Ankündigung, dass es der brasilianischen Polizei gelungen sei, den Aufenthaltsort des entführten Schweizer Botschafters in Brasilien, Giovanni Bucher, ausfindig zu machen und zu umzingeln, verlief die großangelegte Fahndungsaktion der brasilianischen Polizei auch am Mittwoch ergebnislos. Wie hierzu aus stets gut unterrichteten Quellen in Rio verlautete, sei eine Villa in einem eleganten Vorort Rios - es handelte sich dabei um das südlich der Innenstadt gelegene Alto da Boa Vista - als Aufenthaltsort Buchers sowie seiner Kidnapper angegeben worden. Brasilianische Polizei- wie auch mobilisierte Fallschirmspringer-Einheiten der Luftwaffe hatten daraufhin eine hermetische Abriegelung des Vorortes vorgenommen. Eine anschließend erfolgte Suche nach Bucher sei jedoch ergebnislos verlaufen.

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