30 Januar 2020 | Geschichte

Vor 50 Jahren

29. Januar 1970

DRASTISCHE MASSNAHMEN AUFGEHOBEN

Windhoek - Die drastischen Wasserrestriktionsmaßnahmen, die am 14. Januar in Kraft getreten sind, wurden am Mittwoch auf der monatlichen Sitzung des Windhoeker Stadtrates wieder aufgehoben. Ratsherr S. J. Spies, der Vorsitzende der städtischen Exekutive, teilte dem Stadtrat mit, dass der Direktor der Abteilung Wasserwesen der Stadt die Versicherung gegeben habe, dass eine Aufhebung der Restriktionen die Wasserversorgung der Landeshauptstadt nicht gefährden werde.

Spies dankte der Windhoeker Öffentlichkeit für ihr verständnisvolles Verhalten während der Krisenzeit und die enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Er erließ gleichzeitig aber auch einen Maßhalteappell im künftigen Wasserverbrauch. „Wir sind noch nicht ganz außer Gefahr“, betonte Ratsherr Spies. Das Schwert des Damokles hänge ständig über der Wasserversorgung der Stadt. Aus diesem Grunde rief er die Bevölkerung auf, auch weiterhin sparsam mit Wasser umzugehen. Die Restriktionen sind aufgehoben, sobald Administrator J. G. H. van der Wath eine entsprechende Proklamation unterzeichnet hat und diese veröffentlicht worden ist. Der Administrator befindet sich seit Mittwoch in Kapstadt zur Parlamentseröffnung und Besprechungen mit verschiedenen Ministern. Stadtsekretär A. C. Arnold teilte dem Stadtrat am Mittwochabend mit, dass man im Laufe des heutigen Tages mit dem Administrator über Fernschreiber in Verbindung treten werde. Sobald eine Antwort aus Kapstadt vorliege, werde die Proklamation veröffentlicht. Das könne unter Umständen noch vor dem Wochenende geschehen.



23 SCHULKINDER UMS LEBEN GEKOMMEN

Johannesburg - 23 Schulkinder kamen am Mittwochmittag auf grausame Weise ums Leben, als ihr Schulbus beim Passieren eines Bahnüberganges in der Nähe von Henley-on-the-KIip von einem Güterzug erfasst und in Sekundenschnelle in ein völliges Wrack verwandelt wurde. Der Unfall ereignete sich um 14.15 Uhr, kurz nach Schulschluss, als der Bus sich auf dem Wege von Henley-on-the-Klip nach Daleside befand. Mindestens 17 Ambulanzen begaben sich unmittelbar nach dem Unfall zum Ort der Katastrophe und brachten die Überlebenden in die Krankenhäuser von Germiston, Vereeniging und Meyerton. Den Worten des Distriktskommandanten von Vereeniging kann entnommen werden, dass sich weitere 14 Personen mit zum Teil ernsten Verletzungen im Krankenhaus befinden. Sechs der 14 Schulkinder befanden sich am Vorabend noch auf der Liste der kritisch Verletzten.



WILLY BRANDT NACH PARIS

Paris - Bundeskanzler Willy Brandt und der französische Präsident Georges Pompidou werden sich am Wochenende zu zwei Gesprächsrunden in Paris treffen. Brandt fliegt am Freitag in die französische Hauptstadt. Unmittelbar nach seiner Ankunft wird Brandt zur ersten Gesprächsrunde mit Pompidou zusammentreffen. Am Freitagnachmittag ist ein Gespräch mit dem französischen Premier Jacques Chaban-Delmas vorgesehen. Der deutsche Außenminister Walter Scheel wird den größten Teil des Tages mit Gesprächen mit seinem Kollegen Maurice Schumann verbringen. Diese Gespräche finden im Rahmen des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages statt, und werden sich hauptsächlich auf europäische und EWG-Fragen beschränken.



ENTFÜHRTE FLUGGÄSTE ERHIELTEN RUM

Den Haag - Nach Kuba entführte am vergangenen Sonntag ein 25-jähriger Kubaner eine niederländische Verkehrsmaschine, die sich auf dem Fluge von Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, zur karibischen Insel Curacao befand. Während einer Zwischenlandung in Port-au-Prince drohte der Luftpirat, das Flugzeug vom Typ Fokker Friendship in die Luft zu sprengen, falls jemand es zu betreten oder zu verlassen beabsichtige. Kurz nach der Landung in Santiago de Cuba entwaffneten Polizisten den sich widerstandslos ergebenden Luftpiraten, der sich in Begleitung seiner Frau und seiner beiden Kinder befand. Die Passagiere hingegen wurden von den Flughafenbehörden mit Rum und Havanna-Zigarren bewirtet und durften nach einer Aufenthaltsdauer von fünf Stunden den Weiterflug auf die niederländische Antillen-Insel antreten.



NORDKOREA GIBT ENTFÜHRTE PASSAGIERE NICHT FREI

Seoul - Eine vielköpfige südkoreanische Delegation hat sich am Sonntag nach Genf begeben, um beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz vorstellig zu werden. Die Delegation beabsichtigt, durch das Komitee die Freilassung von 51 nach Nordkorea entführten südkoreanischen Passagieren bewirken zu können. Das Flugzeug war im vergangenen Monat von mehreren bewaffneten nordkoreanischen Revolutionären entführt worden. Sämtliche Passagiere befinden sich seitdem auf nordkoreanischem Territorium.

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