02 September 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

DAS MATRIK IN EINEM ZWEISPRACHIGEM LAND

Windhoek - Auf dem Parteikongress der Nationalen Partei entwickelte sich gestern eine interessante Debatte über das Schulwesen. Anlass gab ein Vorschlag aus Tsumeb, die zweite Sprache zwar noch als Pflichtfach auf der Schule beizubehalten, aber das Matrik nicht von einer ausreichenden Note in dieser zweiten Sprache abhängig zu machen. Nach ausführlicher Debatte wurde dieser Punkt der Tagesordnung abgelehnt.

Tsumeb begründete den Antrag damit, dass die afrikaans-sprachigen Schüler in Südwestafrika, vor allem auf dem Lande, nicht ausreichend Gelegenheit hatten, Englisch zu sprechen. Obwohl sie in anderen Fächern gut seien und die Qualifikation für ein Studium mitbrachten, könnten diese Schiller nicht studieren, da das Bestehen des Matrikexamens von einer ausreichenden Note in der zweiten Sprache abhängt.

ADMINISTRATOR ERMAHNT KARAKULFARMER

Keetmanshoop - Karakulfarmer, achten Sie darauf, was Sie in Zukunft mit Ihren Produkten anfangen. Beharren Sie in Ihren Bemühungen, Ihr Produkt zu verbessern und wenden Sie keine Zuchtmethoden an, die die Qualität Ihrer Felle benachteiligen können“, erklärte Administrator J. G. H. van der Wath heute Vormittag in Keetmanshoop im Rahmen seiner Eröffnungsansprache auf der Landwirtschafts- und Industrieausstellung des Südens.

In Südwestafrika sei auf jeden Fall auch Raum für die Zucht von Fleischschafen. Er habe an Dorper- und Perserschafen nichts auszusetzen. Mit diesen Schafen könne man vorteilhaft farmen, und es könne sehr rentabel sein. Aber man müsse sich vor den Dürrejahren vorsehen, wenn man reine Lämmer großziehen kann, und der Farmer unter Umständen sämtliche Lämmer schlachten muss. Das Land kenne diese Jahre, und sie kämen mit Gewissheit.

STIPENDIEN FÜF BEGABTE MÄDCHEN

Windhoek - Der Windhoeker Klub berufstätiger Frauen vergibt für das Jahr 1970 Beihilfen an junge Mädchen, die nach ihrem Schulabschluss eine Berufsausbildung antreten wollen. Außerdem bietet der Klub berufstätiger Frauen auch ein Stipendium an, das begabten jungen Mädchen ein dreijähriges Universitätsstudium ermöglicht. Anträge auf diese Beihilfen können bis Ende September dieses Jahres an die Vorsitzende des Stipendienausschusses, Postfach 3089, Windhoek, gerichtet werden.

KEINE GRENZINDUSTRIE

Windhoek - Im Zuge der Debatten auf dem Jahreskongress der Nationalen Partei verlas Informationsminister Dr. Mulder eine Erklärung des Ministers für Planung und Bergbau Dr. Carel de Wet über Grenzindustrien in Südwestafrika. Darin heißt es, dass eine Planung für Grenzindustrien für Südwestafrika noch nicht erfolgt sei. Hierfür sei es noch zu früh. Stattdessen habe man Industrien in den Heimatgebieten selbst geplant und entwickelt. Sobald, die Zeit reif sei, würden auch Planungen für die Grenzindustrien vorgenommen werden.

RÜCKTRITT VOM RÜCKTRITT

Lusaka - Sambias Vizepräsident Simon Kapwepwe, der jüngst von seinem Posten in Staat und Partei zurückgetreten war, ist jetzt von seinem Rücktritt zurückgetreten. Er zog gestern seine zwei Tage alte Resignation zurück und gab bekannt, er werde noch ein Jahr lang im Amt des Vizepräsidenten bleiben. Kapwepwe erklärte gestern auf einer Pressekonferenz, er habe sich nach einer zweistündigen Unterredung mit Präsident Kaunda zum Verbleiben im Amt entschlossen. Ferner sei er von zahlreichen Sambiern, sambischen Organisationen und Sambiern, die in England und den USA leben, aufgefordert worden, nicht aus der Regierung auszuscheiden.

Präsident Kaunda hat inzwischen eine Kabinettsumbildung durchgeführt. Simon Kapwepwe hat das Amt des Vizepräsidenten behalten, das Ressort Entwicklung und Finanzen, das er bisher ebenfalls innehatte, ist ihm jedoch abgenommen worden.

EINSCHRÄNKUNGEN DES EXZESSIVEN WASSERKONSUMS

Windhoek - Alle Windhoeker Wasserkonsumenten, deren Verbrauch exzessiv ist, sollen „in taktvoller Weise um ihre Zusammenarbeit gebeten werden“. Das beschloss der Stadtrat am Mittwoch auf seiner Monatssitzung. Der Stadtkämmerer erhielt den Auftrag, dem städtischen Wasserausschuss alle FäIle von übermäßigem Wasserkonsum zu melden. An diese Konsumenten soll dann herangetreten werden, um sich für die Wassersparmaßahme zu gewinnen. Zudem sollen Schreiben an alle Sportvereine mit Rasenplatzen, den Verband der Bauunternehmer, die Bauunternehmer selbst, und an alle Flatbewohner in der Landeshauptstadt mit der. Bitte gerichtet werden, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren. In dem Beschluss des Stadtparlaments heißt es ferner, der Wasserausschuss wolle darauf hinweisen, dass alle möglichen zusätzlichen Wasserquellen erschlossen und untersucht werden. Die SWA-Administration und das Ministerium für Wasserwirtschaft seien in engster Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung bemüht, den künftigen Wasserbedarf der Landeshauptstadt zu sichern. Die ausreichende Wasserversorgung Windhoeks sei ein „nationales und kein lokales Problem“.

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