21 August 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

EINE „CHRONISCHE HERZREJEKTION“

Kapstadt - Prof. Chris Barnard betonte auf einer Pressekonferenz in Kapstadt am Montag, dass er und sein Herztransplantationsteam wegen des Todes Dr. Philip Blaibergs keineswegs die Herzverpflanzungen einstellen oder einschränken würden. „Wir sind nicht verzagt. Wir werden unsere Tätigkeit nicht einschränken, sondern sind bald in der Lage, mehr Transplantationen vorzunehmen, weil in wenigen Wochen die notwendigen Einrichtungen dafür zur Verfügung stehen werden”, sagte Prof. Barnard. Ohne zu zögern würde er dieselbe Operation unverzüglich vornehmen, wenn ein Empfänger und Spender vorhanden wären.



PRAKTISCHE ERFINDUNG

Maltahöhe - Hans Alfred Breiting von Farm Gamis im Bezirk Maltahöhe hat kürzlich eine einfache Maschine zur Entfleischung von Karakulfellen entwickelt. Diese Maschine spart viel Zeit und Arbeit, da sie nach Breitings Erfahrungen innerhalb einer Stunde sechsmal soviel Felle einschließlich Kopf und Beinen säubern kann, als dies mit Hand möglich ist. Die Felle werden bei der Arbeit nicht beschädigt, und das Instrument kann selbst von Farmarbeitern gehandhabt werden. Der Farmer kann sich die Maschine zu dem geringen Preis von 35 Rand selbst basteln. Sie besteht aus einer elektrischen Bohrmaschine, an die ein Stahlborstenrad montiert ist.



GISCARD D'ESTAING IN LUANDA

Luanda - In portugiesischen Regierungskreisen in Lissabon und Luanda ist man überrascht über den plötzlichen „privaten Besuch” des französischen Finanzministers Valery Giscard d'Estaing in Angola. Der Finanzminister traf am Samstag vollkommen unerwartet in Luanda ein. In Portugal waren weder das Außenministerium noch die französische Botschaft benachrichtigt worden. „Wir wissen nicht, was der Minister in Angola sucht”, sagten offizielle Kreise. D'Estaing selber sagte nur, er wolle ein paar Tage der Ruhe genießen nachdem der Franc abgewertet sei. Ein Gerücht will wissen, dass der französische Finanzminister in Luanda eine offizielle Persönlichkeit aus Südafrika treffen werde.



GUERILLA-NESTER AUSGEHOBEN

Lourenço Marques - Im monatlich herausgegebenen Kommuniqué über Kämpfe mit Terroristen heißt es, es seien im Juli in Mosambik 61 Guerillas getötet worden. Sechs portugiesische Soldaten kamen ums Leben. Elf Guerilla-Nester seien ausgehoben worden, wobei den Portugiesen viele Waffen und große Munitionsbestände in die Hände fielen. Etwa tausend Eingeborene, die von den Guerillas gefangengehalten wurden, konnten befreit werden.



AMERIKANISCHER HUBSCHRAUBER

ABGESCHOSSEN

Seoul - Ein unbewaffneter amerikanischer Hubschrauber mit drei Mann an Bord verirrte sich während eines Übungsflugs und wurde auf nordkoreanischem Gebiet abgeschossen. Das Schicksal der Mannschaft ist unbekannt. Nach nordkoreanischer Darstellung soll der Hubschrauber 25 Kilometer in nordkoreanisches Gebiet eingedrungen sein. Auf amerikanischer Seite wird betont, dass es sich um einen Irrtum handeln müsse; der Hubschrauber sei auch nicht bewaffnet gewesen.



WICHTIGES IN KÜRZE

Kairo - Präsident Nureddin Atassi von Syrien und Präsident Nasser sind in Kairo zusammengetroffen, um die Zusammenarbeit der arabischen Staaten im Kampf gegen Israel zu besprechen.

Lagos - Die Bundesregierung gibt zu, dass ein Biafra-Flugzeug die Gulf Oil-Endstation in Escravos bombardiert habe. Fünf Personen seien verletzt worden, davon eine tödlich. Ein Gebäude und drei Hubschrauber seien beschädigt worden.



ORKAN „CAMILLE“ FORDERT

UNZÄHLIGE OPFER

Washington - Der Direktor des amerikanischen Roten Kreuzes teilte mit, dass mehr als 125000 Personen aus den von dem Orkan „Camille” heimgesuchten Katastrophengebieten in Obdachlosenheime evakuiert worden seien. Nach den Angaben von Direktor Robert Pierpont sollen sich gegenwärtig etwa 75000 Personen in Rotkreuz-Heimen befinden. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Leute aus den Staaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida. Die Zahl der Toten beträgt nach den letzten Angaben etwa 22. Wie General Georg Lincoln, der Direktor des Büros für Notbereitschaft, zu verstehen gab, sei diese verhältnismäßig geringe Todesrate einzig und allein auf die vorzeitig getroffenen Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen. Der Orkan wird von der amerikanischen Wetterwarte als der verheerendste des Jahrhunderts bezeichnet.

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